Johanniter stellen Seniorenstudie vor

Berlin, 04. September 2012

Großväter stehen ihren Enkeln so nah wie noch nie: Nach eigener Aussage betreuen 62 Prozent der Opas ihre Enkel, 32 Prozent sogar mehrmals in der Woche. Bei den Großmüttern kümmern sich 54 Prozent um ihre Enkel, 20 Prozent mehrmals in der Woche. Das sind Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen forsa-Umfrage, die im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe durchgeführt wurde. Die Studie „Lebenswelten 60+", die in der Reihe „Themenkompass“ des F.A.Z.-Institutes Anfang September erschienen ist, betrachtet Senioren nicht als homogene Gruppe, sondern untersucht das Lebensgefühl von Menschen ab 60 Jahren in verschiedenen Lebensphasen.

 

Eine breite Mehrheit der Großeltern ist weit davon entfernt, mit zunehmendem Alter die Füße hoch zu legen und es sich allein gut gehen zu lassen – besonders dann nicht, wenn es um die eigene Familie geht. „Durch ihr großes Engagement unterstützen sie auch ihre Kinder, die dadurch in der Lage sind, sich zum Beispiel intensiver um die Karriere zu kümmern“, erläutert Peter Balz die Ergebnisse der Studie. Balz ist bei den Johannitern zuständig für die sozialen Dienste.

 

Dass die Unterstützung der Familie durch die Großeltern heute so ausgeprägt ist, begründet sich auch im demographischen Wandel. Während die Älteren noch Anfang des 20. Jahrhunderts individuelle Zuwendungen gleich auf mehrere Enkel verteilen konnten, hat sich das Verhältnis inzwischen ins Gegenteil verkehrt: Heute wetteifern oft mehrere Großeltern um die Gunst des einzigen Enkels. Aufgrund der längeren Lebenserwartung bleibt ihnen dafür auch mehr Zeit.

 

Senioren engagieren sich aktiv im sozialen Umfeld

Mit der Betreuung der Enkelkinder allein ist es für Senioren aber nicht getan. 62 Prozent der 60- bis 64-Jährigen gaben der forsa-Studie zufolge an, auch nach hilfebedürftigen Angehörigen, Freunden oder Nachbarn zu sehen. Nicht nur mit Zeit helfen viele Ältere bei Engpässen aus. „Besonders aktiv  bei der finanziellen Unterstützung von Familienangehörigen ist die Altersgruppe der 75-Jährigen und älter“, weiß Peter Balz. „Diese Altersgruppe ist mit einem Anteil von jeweils 61 Prozent engagierter als die Senioren von 60 bis 64 Jahren und von 65 bis 74 Jahren, sowohl was die Betreuung von Enkelkindern als auch die finanzielle Unterstützung angeht.“ Das Engagement gegenüber der Familie beschränkt sich dabei nicht allein auf die Gruppe derjenigen, die finanziell gut aufgestellt sind. Selbst wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro liegt, unterstützen mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Befragten zumindest gelegentlich Familienmitglieder mit einem Teil ihrer Einkünfte.

 

 

Über die Studie

Mit der Studie „Lebenswelten 60+“ aus der Reihe "Themenkompass" haben die Johanniter-Unfall-Hilfe und das F.A.Z.-Institut untersucht, welche Werte, Ziele und sozialen Verpflichtungen den Alltag der über 60-Jährigen bestimmen. Befragt wurden 1.011 in Privathaushalten lebende deutschsprachige Bürger. Die vom Marktforschungsinstitut forsa durchgeführte Erhebung ist hinsichtlich der Zusammensetzung für die deutsche Bevölkerung ab 60 Jahren repräsentativ.

 

Neben einer Zusammenfassung der Johanniter-Seniorenstudie "Lebenswelten 60+", stellen wir Journalisten gerne die gesamte Studie zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle der Johanniter.

Pressestelle Verena Goetze

Lützowstraße 94
10785 Berlin