Einem „großen“ Johanniter zum 90. Geburtstag

Berlin/Göhren, 07. Februar 2019

Graf Schwerin, Ehrenpräsident der Johanniter-Unfall-Hilfe

JUH-Ehrenpräsident Graf Schwerin

Groß ist er mit seinen fast zwei Metern nicht nur in körperlicher Hinsicht. Auch seine Verdienste für die Johanniter sind überragend. Heute wird er 90 Jahre alt:
Wilhelm Graf v. Schwerin v. Schwanenfeld, Ehrenkommendator seit 1989 und ehem. Statthalter (1992-2008) des Johanniterordens sowie  Präsident von 1980-2001 und heutiger Ehrenpräsident des Ordenswerks Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
Der Johanniterorden und die JUH wünschen: Herzlichen Glückwunsch, Gesundheit und Gottes Segen zum 90. Geburtstag!

Zu den Verdiensten in der JUH:
Graf Schwerin, wie er in der JUH genannt wird, ist ein Mann mit Geschichte: Als Sohn eines Widerstandskämpfers des 20. Juli 1944 kennt er das Nazi-Regimes noch aus eigenem Erleben. Sein Vater hingerichtet, die Familie vom Gut in Göhren vertrieben und in Sippenhaft genommen. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt und sein weiteres Leben bestimmt.
Als ausgebildeter Landwirt wanderte er 1952 zunächst als Farmer nach Südafrika aus, kehrte aber 1956 nach Deutschland zurück und machte eine kaufmännische Lehre. Von 1961 an arbeitete er bei einem Landmaschinenhersteller in Mannheim. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung 1994 und übernahm im Lauf der Jahre verschiedene Leitungsfunktionen.
Im Ruhestand kehrte er mit seiner Frau Astrid auf das Familiengut in Göhren zurück, um es mit Tatkraft neu zu bewirtschaften. Das Gutshaus war abgebrannt, so wurde der frühere Schafstall zum neuen Domizil umgebaut, dort lebt der Jubilar bis heute.
 So ereignisreich wie sein Leben ist auch die Verbindung Graf Schwerins mit den Johannitern. 1954 wurde er zum Ehrenritter des Johanniterordens berufen, 1973 zum Rechtsritter. 1968 der Eintritt in die JUH, zwölf Jahre später die Wahl zum Präsidenten - ein Amt, das Graf Schwerin mehr als zwei Dekaden ausfüllte, lange Zeit parallel im Amt des Ordensstatthalters, und länger als jeder andere vor und bisher nach ihm.
 In seiner Ägide wuchs die JUH auf 1,3 Millionen Mitglieder an, die Auslandshilfe wurde als satzungsgemäße Aufgabe der Organisation verankert, Erste-Hilfe-Ausbildung, Rettungsdienst und Soziale Dienste kontinuierlich weiterentwickelt. Die JUH wurde zu dem, was sie heute ist: eine moderne Hilfsorganisation mit hoher Wirkungskraft. Im wiedervereinigten Deutschland. Denn auch Mauerfall und Wende fielen in die Amtszeit des Grafen. Der Aufbau der JUH in den neuen Bundesländern war ihm ein besonderes Anliegen, seine "spannendste und schönste Aufgabe", wie er selbst einmal gesagt hat. 2001 wurde er für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten berufen.
 Nochmals: Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag.