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28.06.2021 | Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal

AltersTraumaZentrum am Johanniter-Krankenhaus hat seine Arbeit aufgenommen

Interdisziplinäre Versorgung älterer Patientinnen und Patienten

Arbeiten gemeinsam an der Etablierung des AltersTraumaZentrums am Johanniter-Krankenhaus Stendal: Dr. Senat Krasnici (von links), Silva Bülow, Dr. Silke Naumann d’Alnoncourt und PD Dr. Cornelius Werner. Foto: Claudia Klupsch

Im Johanniter-Krankenhaus in Stendal hat das neu gegründete AltersTraumaZentrum (ATZ) seine Arbeit aufgenommen. Im Herbst ist die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) geplant. „Mit einem interdisziplinären Konzept versorgen Traumatologie, Geriatrie und weitere Fachbereiche unseres Krankenhauses ältere Patientinnen und Patienten ganzheitlich“, erklärt Zentrumskoordinatorin Dr. Silke Naumann d’Alnoncourt.

Häufig haben Knochenbrüche bei älteren Menschen schwerwiegende Folgen, denn sie können zu Komplikationen mit langen Krankenhausaufenthalten führen und Betroffene aus einem aktiven Leben reißen. Laut Statistik stürzt ab dem 60. Lebensjahr etwa jeder Dritte innerhalb eines Jahres schwer. Begleiterkrankungen des Alters erschweren oftmals den Heilungsverlauf.

„Im AltersTraumaZentrum werden unsere Patientinnen und Patienten individuell mit dem für sie besten Behandlungskonzept versorgt“, so Dr. Silke Naumann d’Alnoncourt. Denn ein Sturz komme selten allein. Der Knochenbruch, den die Unfallchirurgen versorgen, sei meistens nicht das grundlegende Problem des Patienten, sondern es sind die Ursachen, die zu dem Sturz geführt haben, wie möglicherweise eine beginnende Demenz oder ein fortschreitender Verlust der Sehkraft, der Balance und Koordination. „Nicht nur die direkte operative Versorgung entscheidet über den Therapie-Erfolg, sondern die Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgie und Geriatrie“, betont die Zentrumskoordinatorin. „Ich freue mich, dass unsere Zusammenarbeit demnächst durch die Zertifizierung zum `AltersTraumaZentrum DGU´ gewürdigt wird.“

PD Dr. Cornelius Werner, Chefarzt Neurologie und Geriatrie: “Gerade ein Sturz mit Verletzungsfolgen weist auf die besonders erhöhte Verletzlichkeit des geriatrischen Patienten hin, die wir als ‚Gebrechlichkeit‘ oder ‚Frailty‘ beschreiben. Diese zu erkennen und die hierdurch besonders bedrohten Patientinnen und Patienten sorgsam durch den Krankenhausaufenthalt zu begleiten, ist die entscheidende Aufgabe eines AltersTraumaZentrums.“ Wichtig sei dabei auch die langjährige Erfahrung und die hohe Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Johanniter-Krankenhauses in der Behandlung alter und gebrechlicher Menschen. „Wir betrachten nicht nur das Organ, sondern den Menschen mit seinen Ängsten und Wünschen, seinen Zielen und Werten.“

Die Alterstraumatologie hat das Ziel, die Patienten möglichst wieder in einen selbstbestimmten und aktiven Alltag zurückzuführen. Ein verbessertes Therapie-Ergebnis durch eine unfallchirurgisch-geriatrische Zusammenarbeit konnte in den letzten Jahren auch in vielen wissenschaftlichen Publikationen bewiesen werden.