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07.09.2021 | Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal

Design Thinking-Workshop in der Pflegeschule des Johanniter-Krankenhauses - Ideen für die Pflege der Zukunft

Wie sieht die Pflege der Zukunft aus? In einer alternden Gesellschaft mit immer mehr pflegebedürftigen Menschen und bei gleichzeitigem Fachkräftemangel sind neue innovative Pflegeformen und -konzepte gefragt.

Die Köpfe rauchten. Jedes Stichwort während der Ideenentwicklung wurde festgehalten.
Foto: Pflegeschule des Johanniter-Krankenhauses

Die Johanniter gehen voran und sammeln Ideen – zunächst beim Pflegekräftenachwuchs, bei den angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger(innen) des derzeitigen ersten Ausbildungsjahres der Pflegeschule des Johanniter-Krankenhauses in Stendal. So jüngst geschehen während eines zweitägigen Workshops.

24 Auszubildende widmeten sich mit großem Eifer der Aufgabe, Ideen zu entwickeln, wie mit technischen Neuerungen die Körperpflege von Patientinnen und Patienten revolutioniert werden könnte. Dr. Susanne Wosch, Fachbereich Unternehmensentwicklung / Innovationsmanagement der Johanniter GmbH, brachte den jungen Leuten zunächst die Innovationsmethode von Design Thinking nahe, in der die Teilnehmer zunächst Bedürfnisse sowie Motivationen von pflegebedürftigen Menschen zusammentragen, daraus abgeleitet eine Fragestellung entwickeln und für diese Lösungen entwickeln. Dabei wurde sie tatkräftig durch die Moderatoren - von Schulleiterin Dina Maurer und Lehrer Dennis Schakat sowie von Yannick Pelz, Werkstudent bei der Johanniter GmbH, unterstützt.

In vier Gruppen legten die jungen Auszubildenden los. Nachdem eine Befragung von Stendaler Passanten erste Inspirationen geliefert hatten, rauchten die Köpfe, entspannen sich Diskussionen, kristallisierten sich die Ideen heraus, wurden ausgefeilt und in kreative Darbietungsformen gepackt. Ein echter Wettstreit war entbrannt, sollte doch die beste Idee ausgezeichnet werden. Vor einer Jury galt es, die Idee in einer Art Pitch zu bewerben und von der Markttauglichkeit zu überzeugen.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Dr. Susanne Wosch von den Ergebnissen. „Es war viel Herzblut, vollster Einsatz und erfrischende Kreativität in allen Gruppen zu spüren.“ Da ist die Idee von „Eddie“, einer sprechenden Badewanne, die in der Kommunikation mit dem Patienten seine Bedürfnisse erkennt. Nicht minder innovativ das „multifunktionale Patientenzimmer“, das für das jeweils anstehende Waschen des Patienten mit einer auszufahrenden Sichtschutzwand die nötige Intimsphäre herstellen und die Körperpflege über Sprache steuern kann. Die dritte Idee kombiniert Bett und Wanne. Hier ist nicht nur die Körperpflege möglich, sondern eine Massagefunktion verschafft Wohlbefinden und eine spezielle Matte sorgt wahlweise für Kühlung oder Wärme. Die Jury setzte letztlich die Idee einer Patienten-App auf Platz 1. Mit der App können beispielsweise Termine für die Körperpflege gebucht, der Speiseplan gelesen und ein Newsletter abgerufen werden. Nicht nur auf dem Handy, sondern auch auf dem Spiegel im Bad sind die Funktionen bedienbar. Die App-Gruppe überzeugte nicht nur wegen der Idee, sondern auch wegen der Präsentation in Form eines Theaterspiels.

In der Bilanz haben alle Ideen gewonnen, denn Ansätze fließen in die Strategie der Johanniter GmbH und werden dort weiter entwickelt. Beim geplanten Tag der offenen Tür des Stendaler Johanniter-Krankenhauses im Frühjahr sollen die Präsentationen den Besucherinnen und Besuchern gezeigt werden.