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18.08.2020 | Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal

Neuartige Methode der Herzschrittmacher-Stimulation am Johanniter-Krankenhaus

Das Johanniter-Krankenhaus in Stendal setzt auf eine neue Methode der Herzstimulation.

Das Team um Chefarzt PD Dr. Michael Gross bietet eine innovative Therapieoption bei der Implantation von Herzschrittmachern an. Foto: D. Schröder

„Wir freuen uns, diese innovative Technik in der Altmark einsetzen zu können. Für bestimmte Patienten, die nach einer herkömmlichen Schrittmacherimplantation eine Herzschwäche entwickeln könnten, wird mit dieser neuen Methode dieses Risiko deutlich reduziert“, erklärt PD Dr. Michael Gross, Chefarzt der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Rheumatologie im Zentrum Innere Medizin.

Für die meisten Patienten ist die Herzstimulation mit einem herkömmlichen Herzschrittmacher sehr effektiv, um den Herzrhythmus wiederherzustellen und Symptome eines zu langsamen Herzschlages zu beheben. „In einigen Fällen können Herzschrittmacher-Patienten längerfristig jedoch eine Herzschwäche entwickeln“, so Gross. Die nachlassende Pumpleistung des Herzens führe bei den Betroffenen oftmals zu verminderter Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Atemnot oder Wassereinlagerungen in Lunge oder Beinen führen. Abhängig vom Schweregrad könne das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Das HIS-Bündel ist eine winzige Gewebestruktur im Herzen und befindet sich in der Herzscheidewand zwischen den Vorhöfen und Herzkammern. Es leitet die elektrischen Signale im Herzen und führt zu gleichmäßigen (synchronen) Herzkontraktionen. Der innovative HIS-Bündel-Schrittmacher stimuliert mit Hilfe spezieller Elektroden die herzeigenen Reiz-Leitungsbahnen und löst so physiologische, d.h. natürlichere Herzschläge aus. Das Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, wird dadurch deutlich reduziert.

Das Team um Oberarzt Dr. Thomas Neumann und Oberarzt Dr. Nikolaos Kanagkinis haben sich nun höchsten Anforderungen an Schrittmacher-Operateure gestellt und diese neue Technik erstmalig implantiert. „Wir freuen uns, diese substanziell verbesserte Therapieoption, die ein fundamentalen Fortschritt ist, unseren Patientinnen und Patienten anbieten zu können“, so Dr. Neumann.