05.01.2021 | Johanniter-Krankenhaus Gronau

Arzt aus Berufung - Abschied von Dr. Ohntrup

Der langjährige Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie Dr. med. Gerd Ohntrup verabschiedet sich nach über 16 Jahren im Johanniter-Krankenhaus Gronau in den Ruhestand.

Dr. Ohntrup bei einer Gesundheritsmesse 2015 in Hildesheim.
Dr. Ohntrup bei der täglichen Visite.

Im April 2004 kam Dr. Ohntrup als Ltd. Oberarzt der Unfallchirurgie nach Gronau. Er prägte die Unfallchirurgie und Orthopädie mit seinem Interesse für die minimalinvasive Chirurgie der Hüfte und die Endoprothetik. Nach dem Erwerben des Facharztes für Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Weiterbildung zur speziellen Chirurgie übernahm er im Oktober 2010 von Dr. Bertram die Position des Chefarztes.

Neben der umfangreichen Akutversorgung von Verletzungen des Bewegungsapparates waren besonders die Sporttraumatologie, die Gelenkchirurgie und der minimalinvasive Gelenkersatz sowie Arbeitsunfälle (D-Arztverfahren) Schwerpunkte der Klinik unter seiner Leitung.

Endoprothetik in Perfektion – jetzt mit einer Doppelspitze

Er setzte sich für die Entwicklung eines Endoprothesenzentrums ein, dessen Leitung er seit der Erstzertifizierung 2015 innehatte. Die kontinuierlich steigenden Versorgungszahlen in der Endoprothetik zeigen die überdurchschnittliche Qualität in der Fachabteilung und erklären den überregional guten Ruf. Inzwischen werden jährlich deutlich über 4oo Hüft- und Knieprothesen in Gronau implantiert. Auch Dr. Gruß als künftiger Leiter des EPZ hat die hohe Qualität und optimale Patientenversorgung auf seine Fahnen geschrieben.

Diesen Weg wollen auch seine Nachfolger für die Klink der Unfallchirurgie und Orthopädie weiter beschreiten. Zum bisherigen Ltd. Oberarzt Dr. Jens Gruß ist seit Januar 2021 zusätzlich Dr. Cyrus Geranmayeh, bisher Oberarzt im Klinikum St. Marien in Amberg, in Gronau und wird mit ihm gemeinsam die Abteilung leiten.

Der Patient im Mittelpunkt

Die Zuwendung zu seinen Patienten, die Gespräche, sind für Dr. Ohntrup immer das Wichtigste in seiner Berufsausübung gewesen. Auch wenn er in seinen Jahren in Gronau fast 7200 chirurgische Eingriffe vorgenommen hat, sind es doch die Dankes-Schreiben der Patienten, die ihm auch Jahre später noch Freude bereiten. Auf die Frage, ob er sich an besondere Situationen erinnere, erzählt er von der „XXL-Prothese“, die in den USA speziell für einen besonders schwergewichtigen Patienten hergestellt werden musste. Oder von der über 90-jährigen Dame, die nach einer Oberschenkelhals-Fraktur ein künstliches Gelenk implantiert bekommen musste. Nach zwei Tagen Aufenthalt in der Reha-Klinik erlitt die agile und rüstige Patientin eine Verrenkung, da sie zum Waschen der Füße diese ins Waschbecken gestellt hatte!

Der Unruhestand eines Arztes aus Berufung

Um seinem Beruf nicht ganz zu entsagen, wird Dr. Ohntrup weiterhin im Ärztlichen Notdienst aktiv bleiben und im Landkreis künftig noch unterwegs sein. Aber er sieht sich auch als Großvater gefordert und will endlich mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen. Für die Zukunft plant er auch zu reisen – „sobald es möglich ist“.