14.04.2021 | Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Neuer Chefarzt für die Fachklinik Psychiatrie und Psychotherapie

Zum 1. April trat Herr Dr. Eike Ahlers seinen Dienst als neuer Chefarzt der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen an.

Dr. Eike Ahlers ist seit 1. April 2021 der neue Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Zuvor war der 41-Jährige an der Charité Universitätsmedizin Berlin, am Campus Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz (CBF), und im Vivantes-Klinikum Spandau beschäftigt. In seinem Berufsleben hat er in unterschiedlichen Bereichen der modernen Psychiatrie Erfahrungen sammeln können und war zuletzt als ärztlicher Leiter der psychiatrischen Akutversorgung mit Konsil- und Liaisondiensten sowie als Leiter der Ambulanz für ADHS im Erwachsenenalter am CBF interdisziplinär tätig.

Der gebürtige Hamburger hat von 2001 – 2008 Humanmedizin an der Charité studiert, schon immer mit dem Wunsch, Psychiater zu werden. Dazu gehörten Studienaufenthalte in Israel, Österreich und der Türkei.

Im Vivantes-Klinikum Spandau begann er die Facharztweiterbildung von Grund auf im akutpsychiatrischen Bereich und in der Gerontopsychiatrie. Hier wurde er, zum Tätigkeitsfeld passend, auch zum betriebsinternen Deeskalationstrainer weitergebildet und konnte sich differenziert mit dem Thema Prävention von Zwang auseinandersetzen.

Schon bald wechselte Herr Dr. Ahlers in die universitäre Medizin an die Charité und übernahm dort vielfältige Aufgaben im Rahmen seiner Facharztausbildung. Unter anderem in der sozialpsychiatrischen Abteilung war er mit dem Störungsbild Schizophrenie befasst.

Forschungsprojekte in der Arbeitsgruppe ADHS im Erwachsenenalter betreute und initiierte er in den Bereichen Schlafstörungen, moderner Psychotherapie und neuen Therapieverfahren sowie zu Geschlechterunterschieden und digitalen Trends, publizierte in Fachzeitschriften und war als Referent gefragt. Im Studierendenunterricht legte er über die fachspezifischen Kurse einen Schwerpunkt auf die Schulung von Kommunikationskompetenzen in der Medizin. Die Promotion 2014 erfolgte zu Schlafstörungen bei ADHS im Erwachsenenalter am Kompetenzzentrum Schlafmedizin am CBF der Charité. Die Facharztausbildung mit Schwerpunkt Verhaltenspsychotherapie schloss er 2018 ab.

In Treuenbrietzen erwartet Herrn Dr. Ahlers in Pandemiezeiten eine bewegte Situation. Er übernimmt eine exzellent geführte Abteilung vor einem Einzug in einen Neubau, womit neue Möglichkeiten der Weiterentwicklung von therapeutischen Angeboten verbunden sind. Bewährtes will er erhalten und um moderne Bausteine erweitern. „Kontinuität und Modernisierung unter Bewahrung der Stärken der Klinik“, so Dr. Ahlers. Zur Seite steht ihm ein erprobtes Team, das lange mit der Klinik verbunden ist. Ein hohes Engagement aller Berufsgruppen in der Behandlung, mit einem Deeskalationskonzept in der psychiatrischen Fachpflege, zeichnet die Klinik aus. Mit tagesklinischen und ambulanten Angeboten auch in Jüterbog und Bad Belzig und psychotherapeutischen und sozialpsychiatrischen Schwerpunkten bietet die Klinik ein sehr breites Spektrum von Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten an. Ergänzt wird dies durch eine Vernetzung in der Region mit u.a. dem Gesundheitszentrum für Sozialpsychiatrie und dem MVZ der Johanniter.

Es soll ein weiterer Fokus auf Bewegung, Yoga und Entspannungsverfahren, auch im grünen Umfeld – Parks und Wälder des Krankenhauses – im therapeutische Angebot angelegt werden. „Hier ist eine weitere Stärke das Außen“, sagt Dr. Ahlers. „Die Kombination der Umgebung mit dem Neubau regt die Sinne an, kann animieren. Die Einbettung in die schöne ruhige landschaftliche Umgebung sowohl im Klinikgelände als auch rundherum trägt zur Entspannung und Genesung bei.“  

„Psychiatrie als Familienmedizin“

Hier denkt Dr. Ahlers an Unterstützung psychisch Erkrankter und deren Angehöriger bei unterschiedlichen Herausforderungen über die Lebenspanne hinweg. In der Klinik sollen Angebote passend für den Bereich Gerontopsychiatrie, bei Burnout oder Konflikten in der Partnerschaft und in der Erziehung sowie Einsamkeit weiter ausgebaut werden. Es soll ein Augenmerk auf junge Patientinnen und Patienten gelegt werden, sich besonders mit Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und Psychiatern vernetzt werden und ein transitionspsychiatrisches Angebot für junge Menschen um die 18 Jahre etabliert werden.

Transparenz und Entstigmatisierung

Wichtig sind ihm Transparenz in der Behandlung, Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen und eine gutes, hilfreiches Wirken der Klinik in der Region. Sobald es wieder möglich ist, werden Angebote für Angehörige, eine Einbeziehung von Selbsthilfearbeit und u.a. die seit 2015 laufende Informationsreihe „Psychiatrie und Psychosomatik verständlich erklärt“ weitergeführt.