22.09.2020 | Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal

Johanniter und Medizinische Hochschule Brandenburg gehen innovative Wege

Gemeinsam richten die Kooperationspartner eine Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin mit dem Schwerpunkt Versorgungsforschung ein.

Foto: Dr. Thomas Krössin, Geschäftsführer der Johanniter GmbH, Bereich Akutkrankenhäuser (links am Tisch) und Prof. Edmund Neugebauer, Präsident der MHB, unterschreiben im Beisein von Kuratoriumsvorsitzendem Prof. Günther Gademann (von links), Krankenhausdirektor Michael Schmidt, Martina Gebauer, Kanzlerin der MHB und Dr. Gerrit Fleige, Prokurist der MHB, die Verträge. Foto: Volksstimme / N. Knappe.

Johanniter GmbH/ Johanniter-Krankenhaus Stendal / Medizinische Hochschule Brandenburg

Das Johanniter-Krankenhaus Stendal in Sachsen-Anhalt geht innovative Wege, die Allgemeinmedizin in Forschung und Lehre aufzuwerten und dem Ärztemangel in der Region entgegenzuwirken. Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) richtet es eine Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin ein, über die sowohl Medizinstudierende in Stendal als auch angehende Fachärzte und Fachärztinnen für Allgemeinmedizin ausgebildet sowie Forschungsprojekte initiiert werden. Die Johanniter finanzieren die Professur im Stiftungsrahmen mit etwa einer Millionen Euro über fünf Jahre.

Der Inhaber/die Inhaberin der Stiftungsprofessur, so erläutert Dr. Thomas Krössin, Geschäftsführer der Johanniter GmbH, Bereich Akutkrankenhäuser, hat drei Aufgabenbereiche. Er/sie wird in Stendal als Arzt/Ärztin in einer einzurichtenden Praxis der Allgemeinmedizin tätig sein. Am Johanniter-Krankenhaus richtet sie/er einen stationären Bereich mit 10 bis 15 Betten für Patient*innen der Allgemeinmedizin ein und bildet hier Fachärzte/Fachärztinnen aus. Neben der Tätigkeit vor Ort ist eine mobile Sprechstunde in Städten der Region sowie die Entwicklung von Angeboten der Telemedizin geplant. Und nicht zuletzt widmet sie/er sich der Lehre und Forschung.

Prof. Dr. Edmund Neugebauer, Präsident der Medizinischen Hochschule Brandenburg, erklärt: „Die Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin mit dem Schwerpunkt Versorgungsforschung ist eine zentrale Professur der Medizinischen Hochschule Brandenburg in Forschung und Lehre. Ziel in der Forschung ist es insbesondere, Bereiche zu identifizieren, in denen digitale oder digitalisierte Technologien besonders geeignet sind, die Versorgung zu verbessern und die Lebensqualität zu erhalten. Der Berücksichtigung der Gesundheitskompetenz in der Lebensspanne kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Über die Professur können darüber hinaus die von dieser Professur mitbetreuten Lehrpraxen im Curriculum des Studienganges Humanmedizin noch effektiver als bisher Eingang finden.“

„Wir wollen ein klares Zeichen für die Altmark setzen, das wichtige Fach der Allgemeinmedizin in Forschung und Lehre zu fördern und dem Ärztemangel in der Region entgegenwirken“, so Dr. Thomas Krössin.

Ein weiterer Partner in der Umsetzung ist der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der über große Erfahrungen bei der Einrichtung von Stiftungsprofessuren verfügt. „Der Stifterverband unterstützt mit seiner Expertise Förderer dabei, einen Lehrstuhl an einer Universität oder Fachhochschule zu stiften und somit einen wichtigen Beitrag für Forschung und Lehre zu leisten. Mit dem Stifterverband als Partner stellen wir sicher, dass der gesamte Prozess der Einrichtung dieser Stiftungsprofessur höchsten Qualitäts- und Transparenzanforderungen entspricht“, sagt Nadine Roeseler-Shalala, die an der MHB den Bereich Strategische Partnerschaften leitet und die diese Kooperation koordiniert hat.

Die Ausschreibung für die Stiftungsprofessur beginnt in diesen Tagen. Gesucht wird ein habilitierter Facharzt/eine habilitierte Fachärztin der Allgemeinmedizin mit Lehrbefugnis, der/die sich neben der Praxis und Lehre auch der Forschung widmet und über Expertisen in der Versorgungsforschung verfügt.