Johanniter entsenden medizinisches Team nach Papua Neuguinea

Berlin / Port Moresby, 08. April 2021

Starker Anstieg schwerer Verläufe bei COVID-19-Erkrankten ++ Internationale medizinische Hilfe angefordert

Die Weltgesundheitsorganisation hatte vor einigen Tagen einen internationalen Hilferuf für die medizinische Hilfe in Papua Neuguinea veröffentlicht. Hintergrund sind ein signifikanter Anstieg von COVID-19-Fällen und eine weit verbreitete, unkontrollierte Übertragung des Coronavirus.

Die Johanniter-Schwesterorganisation St John Ambulance Papua Neuguinea – seit Jahren vor Ort in der medizinischen Hilfe tätig – errichtete deshalb im Auftrag der Regierung ein Feldkrankenhaus mit 296 Betten. Das Krankenhaus soll vor allem der Isolierung und Versorgung von an COVID-19 erkrankten Patienten dienen. Die australische Regierung stellt St John dafür die finanziellen Mittel zur Verfügung.

„Die neuen Fälle sind mit schwereren Erkrankungen verbunden, als wir bisher gesehen haben. Die Gesundheitssysteme in Port Moresby und in ganz Papua sind nicht in der Lage, damit umzugehen. Über 120 Mitarbeitende in den Krankenhäusern sowie dem öffentlichen medizinischen Dienst und Gesundheitsbehörden sind bereits positiv auf COVID-19 getestet“, berichtet Matthew Cannon, Leiter von St. John Ambulance Papua Neuguinea. Aus diesem Grund bat St. John die Johanniter um Unterstützung mit medizinischem Personal.

Siebenköpfiges medizinisches Team reist Sonntag aus

Christian Gatniejewski und seine Kollegin packen einen Erste-Hilfe Koffer
Soforthelfer Christian Gatniejewski (li) während des Mosambik-Einsatzes 2019. Er bereitet sich mit weiteren Helferinnen und Helfern für die medizinische Unterstützung in Papua Neu-Guinea vor.

An diesem Sonntag entsenden die Johanniter ein 7-köpfiges Team nach Port Moresby. Das Team besteht aus einem Arzt, zwei Notfallsanitätern, zwei Rettungsassistenten und zwei Krankenschwestern. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer stammen aus Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Bayern und Wien.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Arbeit unserer Schwesterorganisation St John Ambulance in dieser schwierigen Situation unterstützen können. Auch für unsere engagierten Helferinnen und Helfer ist dies ein besonderer Einsatz in einer für alle herausfordernden Zeit“, so Magdalena Kilwing, Leiterin des Fachbereichs Not- und Soforthilfe bei der Johanniter-Auslandshilfe.

Nach ihrer Ankunft in Port Moresby wird das Johanniter-Team gemeinsam mit dem medizinischen Team von St. John Ambulance im „Florence Nightingale COVID Centre“ in den kommenden vier Wochen COVID-19 Patientinnen und Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen isolieren und medizinisch versorgen.

Hintergrund

Papua Neuguinea erlebt seit Februar 2021 einen starken Anstieg der COVID-19-Fälle im ganzen Land. Bis zum 4. April 2021 wurden insgesamt über 7000 bestätigte Fälle, darunter 61 Todesfälle, gemeldet. Die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle und Todesfälle ist wahrscheinlich deutlich zu niedrig angesetzt, da die Berichterstattung unzureichend ist und landesweit nur sehr wenige Tests durchgeführt werden. 19 der 22 Provinzen von Papua meldeten bereits COVID-19-Fälle.

St John Ambulance Papua Neuguinea

St John Ambulance Papua Neuguinea ist Teil des weltweiten Order of St John und seit 1957 als eigenständige Hilfsorganisation im Land registriert. St John ist vor allem in den Bereichen Ambulanz, Notfallversorgung und Pre-Hospital-Versorgung aktiv und Teil der landesweiten Flugambulanz. Außerdem bietet die Organisation Erste-Hilfe Kurse an. St John Papua Neuguinea spielt seit Beginn der COVID-Pandemie eine entscheidende Rolle in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Auftrag der Regierung. Neben dem neuen Feldkrankenhaus unterstützt St John die Durchführung von Tests, lagert und verteilt Schutzkleidung, Masken und Handschuhe und trägt signifikant zum landesweiten Impfprogramm bei.

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