Landesunterkunft Rendsburg

Für die Landesunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Feldwebel Schmid Kaserne in Rendsburg sind wir mit der Leitung des Betreuungsverbandes betraut.

In Rendsburg ist das Landesamt für Ausländerangelegenheiten Schleswig-Holstein Träger der dortigen Landesunterkunft für Flüchtlinge. Die Johanniter sind für die Leitung des Betreuungsverbandes zuständig. Durchschnittlich leben etwa 500 Menschen in der Landesunterkunft in der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne und auf den Wohnräumen auf dem Gelände. Optional kann die Liegenschaft mit mehr Personen belegt werden.

 

Respekt und Wertschätzung

Grundlage allen Handelns in der Landesunterkunft ist die Einhaltung menschenwürdiger Standards. Das setzt einen wertschätzenden Umgang miteinander voraus, bedarf aber auch verbindlicher Regelungen im Zusammenleben wie beispielsweise einer Hausordnung. Derart wird ein Raum geschaffen, der zunächst einmal Schutz und Orientierung bietet. In der Landesunterkunft sind verschiedene Institutionen und Dienstleister tätig. So werden über die Volkshochschule Deutschkurse angeboten, es gibt Beratungen, medizinische Sprechstunden und weitere Angebote. Für die schulpflichtigen Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren erfolgt eine Regelbeschulung.

Es gibt unter anderem eine Sozialbetreuung, ein Konfliktmanagement sowie eine Hausbetreuung sowie weitere Maßnahmen wie ein bedarfsgerechtes Gesprächsangebot bei konkreten Anliegen. Qualifizierte Mitarbeitende beraten bei unterschiedlichen Fragen zu sozialen oder behördlichen Belangen und unterstützen beim Zurechtkommen. Wir Johanniter sind als Leitung des Betreuungsverbandes eingesetzt. Unser Johanniter-Team ist vor Ort.

Für Kleinkinder bieten wir eine Betreuung in den Kinderspielstuben. Des Weiteren werden den Bewohnenden verschiedene Angebote zur Tagesstrukturierung gemacht. Es gibt eine Nähstube und eine Fahrradwerkstatt sowie weitere Möglichkeiten zur Betätigung. Alle Bereiche unterliegen wegen der Pandemie strengen Hygienekonzepten.

Bewegung und Begegnung

Die Johanniter nutzen die alte Sporthalle jetzt als Freizeithalle. So wird Bewegungsmangel und Untätigkeit entgegenwirkt und gleichzeitig eine multikulturelle Begegnungsstätte für alle Generationen geboten. Hier kann man sein Geschick bei Poolbillard, Tischfußball, Handball oder Malen unter Beweis stellen. Außerdem gibt es einen Kleinkinderbereich, in dem Eltern ihre Kids herumtoben lassen können.

Unser gut ausgestatteter Fitnessraum steht Männern und Frauen zu getrennten Zeiten zur Verfügung. Das Training wird, unterstützt von ehrenamtlichen Helfenden des Johanniter-Teams, beaufsichtigt und geleitet. Das Gym bietet den Bewohnern so einen sportlichen Ausgleich zum tristen Alltag.

Garten und Gestaltung

Die Garten-AG ist mit dem zunehmend wärmeren Wetter aktiv geworden, um den Außenbereich schön und sinnvoll zu gestalten. Und farbenfroh.

Einige Bewohner haben gemeinsam mit Mitarbeitern bunte Blumenbeete bepflanzt, die selbstgebauten Sitzbänke aus Europaletten mit verschiedenen Farben bemalt und einen Kräutergarten angelegt.

Religion, Ruhe und Ramadan

Räumlichkeiten für Andacht und Gebet sind im April 2021 eingerichtet worden. Damit wurde das bestehende Freizeitangebot von Fitnessraum, Freizeithalle und Fahrradwerkstatt um die Möglichkeit erweitert, den religiösen Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Es werden verschiedene Religionen berücksichtigt.

 

Kurz vor Beginn des Fastenmonats Ramadan hat das Johanniter-Team eine Liste mit den Namen der Bewohnenden, die am Ramadanfasten teilnehmen werden, erstellt. Ungefähr ein Drittel der Bewohnenden möchte fasten. Sie werden in Absprache mit der Kantine am Abend mit Essen versorgt. Während für alle anderen hier Lebenden die normalen Zeiten der Essensausgabe gelten, gibt es für Fastende eine gesonderte Zeit am Abend.

Der Ramadam geht für Muslime mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens zu Ende und sie dürfen wieder bei Tageslicht essen. Das Zuckerfest ist ein wichtiges religiöses und familiäres Fest, bei dem gemeinsam gebetet sowie Familien und Freunde besucht werden. Die Kinder bekommen viele Süßigkeiten geschenkt. In der Landesunterkunft wird dieses Fest selbstverständlich auch begangen.

COVID-19-Impfung

Da die Unterkunft als Gemeinschaftsunterbringung gilt, haben die Bewohnenden die Möglichkeit, sich vor Ort impfen zu lassen. Das Johanniter-Team hat Aufklärungsarbeit geleistet und die Bewohner davon überzeugt, sich impfen zu lassen.

Das gesamte Johanniter-Team sowie die ehrenamtlichen Helfenden sind inzwischen komplett durchgeimpft.