Uganda: Chance für Benachteiligte in einem fremden Land

Berlin / Kampala, 22. August 2018

In der Flüchtlingssiedlung Kyganwali in Uganda leben mehr als 100 000 Geflüchtete. Die Mehrheit floh vor der Gewalt aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie erhalten von der Regierung in Uganda ein Stück Land zum Hausbau und zur landwirtschaftlichen Nutzung, doch dieses reicht meist nicht aus, um sich selbst zu versorgen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützen wir die Menschen in dieser Situation.

Von Dezember 2017 bis heute hat sich die Anzahl der in der Siedlung Kyganwali lebenden geflüchteten Menschen verdreifacht, 15 kleine Dörfer sind innerhalb von zwei Jahren entstanden. Trotz eines eigenen Stück Landes mangelt es jedoch den meisten geflüchteten Menschen in Kyganwali an ausreichenden und diversen Nahrungsmittel, Werkzeugen und Saatgut. Der Anbau von eigenen Nahrungsmitteln unter den ungewohnten Umständen, mit unbeständigen Wetterlagen und langanhaltenden Dürreperioden, stellt eine weitere Herausforderung für die Menschen dar. Eine Selbstversorgung ist kaum möglich, die Mehrzahl ist auf Nahrungsmittelrationen und finanzielle Unterstützung des Welternährungsprogramms angewiesen.

Fokus auf vulnerable Gruppen

Besonders prekär ist die Situation für Menschen mit Behinderung oder HIV. Sie sind oft körperlich nicht in der Lage, ihre Lebensmittel selbst anzubauen oder die angebotenen Lebensmittelrationen abzuholen. Auch die Gesundheitszentren, in denen mit HIV infizierte Personen behandelt werden können, sind oft nur schwer und über lange Wegstrecken erreichbar. Zusätzlich verunsichert Angst die Betroffenen. Viele der mit HIV infizierten Personen werden stigmatisiert, weshalb Betroffene ihre Erkrankung nicht publik machen und somit auf eine Behandlung komplett verzichten. Vor allem in den neu gegründeten Dörfern wie Maratatu, Mombara und Kavule sind Hilfsprogramme für vulnerable Gruppen noch nicht gut etabliert, um diese Nachteile abzubauen.

Im Mai 2018 hatten wir, zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation ACORD, ein erstes Pilotprojekt gestartet, um den Zugang zu Gesundheitsdiensten und Hilfsprogrammen in diesen drei Dörfern zu verbessern, sowie die Stigmatisierung und Diskriminierung von Krankheiten wie HIV zu verringern. 353 vulnerable Personen organisierten sich in Netzwerken und lernten mehr über die Themen Gesundheit, Hygiene und Ernährung. Theaterstücke thematisierten die Probleme der benachteiligten geflüchteten Menschen und sensibilisierten so gegenüber erlebter Stigmatisierung und Ausgrenzung.

Unterstützung innerhalb neuer Dorfstrukturen

Im Anschluss an dieses Projekt helfen wir nun zusammen mit ACORD Menschen aus sechs Dörfern der Flüchtlingssiedlung. So wurden Spar- und Leihgruppen eingerichtet, welche die finanzielle Grundlage geben, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. In Schulungen lernen sie viel über Ernährung, Gesundheit, Wasser- und Hygiene, aber auch Menschenrechte. Gemeinsam eingerichtete Gemüsegärten helfen ihnen dabei, die Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern. So wird den Menschen die Möglichkeit geboten, sich selbst zu versorgen und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Die Auslandshilfe in Uganda
Gelüchtete mit Kind

Die Auslandshilfe in Uganda

In Uganda unterstützen wir Geflüchtete und Einheimische in den Flüchtlingssiedlungen.

Mehr erfahren