Hochwasserhilfe der Johanniter
Ob die Flutkatastrophe von 2021 im Ahrtal, das Hochwasser in Süddeutschland oder die aktuelle Situation in verschiedenen europäischen Ländern: Extremwetterereignisse häufen sich. Gut ausgebildete Katastrophenschutz-Teams wie die der Johanniter werden immer wichtiger, denn: Schnelle Nothilfe rettet Menschenleben! Aber auch langfristige Unterstützung ist für die Betroffenen unverzichtbar. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Hochwasserhilfe – damit wir schnell helfen können, wenn es drauf ankommt!
Unsere Hochwasser-Akuthilfe
Unsere unmittelbare Akuthilfe bei Hochwassereinsätzen umfasst folgende Bereiche:
- Medizinische Basisversorgung
- Unterstützung des lokalen Rettungsdienstes
- Evakuierung von Krankenhäusern und Seniorenheimen
- Personensuche mit Rettungshundestaffeln
- Verpflegung von Betroffenen und Einsatzkräften mit Mahlzeiten
- Errichtung von Notunterkünften & Betreuung von obdachlos gewordenen Menschen
- Lotsendienste durch Motorradstaffeln
- Psychosoziale Notfallversorgung
- Betreuung von Kindern betroffener Familien in unseren Kitas
Beratung und Wiederaufbau
Doch auch nach den ersten Tagen lassen wir die Menschen nicht allein. Wir richten Beratungsstellen ein, um bei der Beantragung finanzieller Hilfen der Länder oder des Bundes zu helfen. Parallel leisten wir psychologische Unterstützung. Hier erhalten die Betroffenen Raum, über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Bei besonders verheerenden Hochwassern, wie dem Ahrtal-Hochwasser 2021, bieten wir ebenfalls Hilfe beim Wiederaufbau, also bei der Instandsetzung bzw. dem Neubau der zerstörten Gebäude.
Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal: Unsere Hilfe geht weiter
Am 14. Juli 2021 brachen verheerende Unwetter mit Starkregen über Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz herein und richteten unvorstellbare Schäden an. Das Hochwasser riss alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Die Johanniter leisteten unmittelbar danach Akuthilfe und unterstützen die Betroffenen seitdem mit zahlreichen weiteren Hilfsmaßnahmen.
Direkt nach der Katastrophe haben die Johanniter begonnen, betroffene Haushalte durch die Auszahlung von Soforthilfen zu unterstützen. Diese Gelder konnten durch ein vereinfachtes Antragsverfahren beantragt und zeitnah ausgezahlt werden. Hinzu kam die Verteilung von Hilfsgütern wie Werkzeuge, Bautrockner, Haushaltsgeräte und Kleinelektrogeräte, die ebenfalls zu großen Teilen aus Spendengeldern finanziert wurden. Insgesamt hatten diese Hilfeleistungen einen Umfang von 8,15 Mio. Euro.
Parallel konnten wir mit den Spendengeldern vor Ort umfangreiche Unterstützungs-, Beratungs- und Betreuungsangebote vor allem für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen aufbauen, die von Fachkräften umgesetzt werden. Es stehen beispielsweise Betreuungs- und Freizeitangebote sowie Ferienangebote für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, Begegnungsangebote für ältere Menschen sowie psychosoziale und psychologische Hilfen. Diese Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Menschen sowie zur Verarbeitung der Katastrophe und deren kurz- und langfristigen Folgen und werden von den Betroffenen sehr gut angenommen und hoch geschätzt.
Im Anschluss an die Akut- und Soforthilfe haben wir uns schnell auf die langfristige Unterstützung der Betroffenen konzentriert. Neben fortlaufenden Beratungsangeboten und Freizeitaktionen liegt unser Fokus darauf, weitere Strukturen für den Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden und Einrichtungen zu schaffen.
Langfristige Hilfsangebote in Nordrhein-Westfalen
- Beratungs- und Begegnungsangebot im Projektbüro Stolberg
Die Johanniter bieten in Stolberg weiterhin einen niedrigschwelligen Anlaufpunkt für vom Hochwasser Betroffene. Angeboten werden u. a. Elterntreffs, Kinder- und Jugendtreffs und ein Gesprächskreis mit therapeutischer Begleitung. In dem Büro können auch Anträge auf die Wiederaufbauhilfe der Johanniter gestellt werden. - Treffpunkt Projektbüro Erftstadt
Das Projektbüro in Erftstadt ist Anlaufstelle bei allen Anliegen rund um die Antragstellung auf Fördermittel und alle Fragen rund um das Thema Hochwasser und dessen Folgen. Wechselnde Veranstaltungen für alle Generationen, als Ausgleich zum sorgenbelasteten Alltag und individuelle, psychosoziale Beratung ergänzen das Angebot. Zudem gibt es regelmäßige Treffs und Gesprächsrunden. - Regelmäßige Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien in Swisttal
In Swisttal können Kinder an regelmäßigen Terminen ihre Freizeit im Spielebus verbringen. Außerdem ermöglichen wir verschiedene Familienfreizeitaktionen.
Hilfe beim Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz
- „Treffpunkt vor Müllert“ in Dernau – ein Ort der Begegnung für Jung und Alt
Mit diesem Projekt fördern wir den Wiederaufbau des ehemaligen Sportlerheims Dernau und den Ausbau zu einem Ort der Begegnung. Hier entstehen ein Kinder- und Jugendtreff sowie Gruppen- und Gemeinschaftsräume für Jung und Alt. - Projekt zur Sicherung der Wärme- und Warmwasserversorgung in der Verbandsgemeinde Altenahr (Gemeinschaftsprojekt mit dem Arbeiter-Samariter-Bund, Help e.V. und dem Malteser Hilfsdienst)
In Altenahr haben wir wieder bewohnbare Privathäuser mit mobilen Notheizungen für die Wärme- und Warmwasserversorgung ausgestattet, bis sie an das geplante Nahwärmenetz in der Verbandsgemeinde angeschlossen wurden. Parallel wurden die Häuser mit mobilen, vollwertigen und sparsamen Ölbrennwert-Thermen ausgestattet.
Finanzielle Hilfe beantragen: So unterstützen wir Betroffene
Sie waren selbst vom Hochwasser im Ahrtal betroffen? Hier finden Sie Hilfe und Beratung:
Hochwasserhilfe: Vergangene Einsätze
Hochwasserhilfe 2024 in Österreich und Polen
In der Gemeinde Judenau am See in Niederösterreich wurde durch das Hochwasser des Großen Tulln 2024 80 Prozent des Dorfes überflutet. Mehr als 106 Haushalte waren betroffen. Nach dem das Wasser zurückging, konnten die Aufräumarbeiten beginnen. Um die Wohnungen und Häuser der Bevölkerung schnellstmöglich wieder zu trocknen und bewohnbar zu machen, stellten wir unseren österreichischen Kolleginnen und Kollegen 56 Bautrockner und 15 Heizlüfter zur Verfügung.
Wir sind als betroffene Gemeinde sehr dankbar für die tolle Hilfe, die wir durch die Johanniter erfahren haben. Wir waren schon ziemlich verzweifelt, weil es nirgendwo mehr Trocknungsgeräte gibt und deswegen ist diese Hilfe doppelt wertvoll.
In einigen polnischen Ortschaften, wie zum Beispiel Jelenia Góra, Lądek Zdrój und Kłodzko, halfen wir ebenfalls bei den Aufräumarbeiten. An der Grenze zu Polen, in Eisenhüttenstadt, halfen die brandenburgischen Johanniter bei der Befüllung von Sandsäcken, indem sie den Sandsackfüllplatz sanitätsdienstlich absicherten und die Einsatzkräfte vor Ort versorgten.
Häufig gestellte Fragen zur Hochwasserhilfe
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