Angebote

Die Johanniter-Motorradsanitäter haben sich formiert, um zum Beispiel bei Fahr-, Lauf- oder Wander-Veranstaltungen Sanitätsdienste zu leisten. Sie sind auch seit einigen Jahren zur Hauptreisezeit als Stauhelfer auf den Autobahnen im Raum nördlich von Hannover, rund um Hamburg und in Schleswig-Holstein Nord-West unterwegs.

Aufgaben der Stauhilfe auf Autobahnen und Fernstraßen:

  • Maßnahmen zur Staubeseitigung und Absicherungsmaßnahmen bei Unfällen in Zusammenarbeit mit den Autobahnpolizisten,
  • sanitätsdienstliche Erstversorgung von Unfällen oder Notfällen,
  • besondere Unterstützung des örtlichen Rettungsdienstes für den Autobahnbereich bei hohem Verkehrsaufkommen und verstärkter Unfallgefahr an Hauptreisetagen,
  • Lagebeurteilung, Heranführung und Einweisung von Rettungswagen oder Rettungshubschrauber,
  • Verkehrslage-Meldungen bzw. Einsatzlage-Meldungen an Polizei
  • sonstige Hilfen bei Staus, wie Hilfen bei der Versorgung von Kindern, Orientierungshilfen bei Umleitungen,
  • Heranführung von Pannenhilfe, kleinere Hilfen bei Pannen.
  • Bergen verloren gegangener Gegenstände

Die Johanniter-Kradfahrer können im Rahmen polizeilicher Aufgaben auch bei der großflächigen Suche nach vermissten Personen oder im Bereich des Katastrophenschutzes oder von Schnelleinsatzgruppen für Erkundungs- und Meldeaufgaben eingesetzt werden.

Für den ehrenamtlich ausgeführten Dienst stehen

  • Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Notärzte,
  • Notfall-Ausrüstungen,
  • und im Bedarfsfall zusätzliche Rettungsfahrzeuge

zur Verfügung.

Hinweise zu Sanitätsdiensten mit Motorrädern

Sanitäter in ausreichender Anzahl, ggf. Notarzt und geeignete Rettungsmittel sind generell bei Veranstaltungen ab 500 Besuchern und bei besonders gefahrengeneigten Veranstaltungen vom Veranstalter vorzuhalten. Die Johanniter beraten Veranstalter über den erforderlichen Aufwand und erarbeiten Angebote.

Der Einsatzbereich von Motorrad-Sanitätern liegt immer dann vor, wenn es sich um großflächigere Veranstaltungen handelt, bei denen gut befahrbare Wege vorhanden sind. Ideal sind die Motorrad-Sanitäter für Rallye, Autokorso, Rad-Straßenrennen, Radwanderung, Marathon-Lauf, Volkslauf, Schützenumzug, größere Festveranstaltung.

Nur bedingt möglich ist der Einsatz bei Gelände-Veranstaltungen, wie Rallyecross oder Feldjagd. Gerne dabei sind die Johanniter-Motorradsanitäter bei Motorrad-Events vom Tag der Offenen Tür beim Motorrad-Händler bis hin zum Motorrad-Großgottesdienst.

Veranstalter wenden sich bitte an die oben unter den Standorten angegebenen Adressen und Ansprechpartner.

Die Johanniter-Motorradsanitäter...

...werden in zahlreichen Ausbildungsstunden vom Erste-Hilfe- über den Helferkurs bis hin zu Rettungssanitätern (RS), Rettungsassistenten (RA) oder Notfallsanitätern (NS) ausgebildet. Auch Notärzte (NA) sind auf Anforderung mit dabei.
Laufendes Training sowie stetige Fortbildung im Rettungsdienst sind die Voraussetzungen, dass im Einsatzfall qualifiziert geholfen wird. Die motorradfahrenden Sanitäter haben viel Fahrpraxis und bilden sich für ihre manchmal nicht ganz ungefährliche Aufgabe mit Fahrtrainings und Sicherheitstrainings aus und fort.

Die Ausrüstung der Motorradstaffeln

In den Motorrad-Schalenkoffern sind alle erforderlichen Materialien und Geräte, die eine medizinische Versorgung bei Unfällen oder Notfällen bis zum Eintreffen des Rettungsmittels (Rettungswagen/Rettungshubschrauber) ermöglichen. Auf einigen Motorrädern gibt es auch Geräte zur Automatisierten Externen Defibrillation (AED), welche bei Herznotfällen wertvolle Dienste leisten.

Die Fahrer sind laufend per Funk mit der Rettungsleitstelle und der Leitstelle der Polizei verbunden. Funktelefone sorgen für die Information über die aktuelle Staulage. Die Motorräder sind mit einer elektronischen Blaublitz-/Signaltonanlage ausgestattet.

Es sind für die Stauhilfe Erfrischungen (Getränke), Kartenmaterial sowie unterhaltsame Materialien für Kinder an Bord.

Vorteile des Motorrads im Einsatz

Das Motorrad ist wegen seiner geringen Breite und aufgrund seiner großen Wendigkeit gegenüber einem Rettungswagen oft im Vorteil, wenn es um eine schnelle Erstversorgung zum Beispiel im Stau, aber auch auf Waldwegen, in engen Festveranstaltungs-Gassen oder in weiten Arealen geht.

Was sich die Johanniter-Stauhelfer von anderen Verkehrsteilnehmern wünschen

Es gibt einige Stauverhaltensregeln für andere Verkehrsteilnehmer und einige Gefahrenpunkte für die Sanitäts-Motorradfahrer.

Rettungsgasse bilden

Wie alle anderen Rettungsmittel, verwenden die Johanniter-Motorradfahrer bei dreispurigen Autobahnen eine Gasse zwischen der linken und mittleren Fahrspur, bei zweispurigen Autobahnen den Platz zwischen den beiden Spuren. Im Staufall ist also sofort eine Rettungsgasse zu bilden: Das heißt, dass alle Fahrzeuge der linken Fahrbahn sich im Staufall nach links und alle Fahrzeuge der mittleren bzw. rechten Spur sich nach rechts orientieren müssen. Wichtig ist, dass diese Rettungsgasse sofort gebildet wird und nicht erst, wenn sich von hinten ein Einsatzfahrzeug nähert. Die Rettungsgasse ist ausschließlich für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge gedacht, nicht für andere Motorradfahrer.

Auch im Stau sollen Autotüren nur nach dem üblichen Rückwärtsblick geöffnet werden, unabhängig auf welcher Seite und auf welcher Fahrspur. Fahrspurwechsel sollen im Stau generell vermieden werden, denn sie bringen nicht wirklich voran. Ist ein Fahrspurwechsel notwendig, wird dieser rechtzeitig per Blinklicht angekündigt.

Die Warnblinkanlage sollte bei einem Stauende nur zur kurzzeitigen Rückwärts-Sicherung eingeschaltet bleiben, sie kann danach mit einem Fahrtrichtungswechsel-Blinken verwechselt werden, was das zügige Vorankommen von Rettungsfahrzeugen erschwert. Die Standstreifen dienen nicht zur Umgehung eines Staus, auch nicht zum Erreichen einer Ausfahrt oder eines Parkplatzes, es sei denn, die Polizei weist ausdrücklich auf die Benutzung des Standstreifens hin.

Zwei Bitten, damit die Johanniter-Stauhelfer nicht allzu oft helfen müssen:

  • Auch im Stau, besonders bei langsamem Stop-&Go-Verkehr, müssen Verkehrsteilnehmer Sicherheitsgurte angelegt haben, gerade auch bei vorhandenem Airbag. Das gilt insbesondere auch für Kinder. Grund: Es entstehen gerade bei Auffahrunfällen in langsamem Tempo vielfach schwerste Verletzungen der Insassen und von Kindern auf den Rücksitzen. Sie entstehen durch Aufschlagen auf Vordersitzlehnen, Armaturenbrett und Lenkrad, aber auch durch die enorme Wucht auslösender Airbags.
  • Bitte planen Sie gerade im Urlaubsverkehr mehr Zeit zum Erreichen Ihres Zieles ein!