20.11.2021 | Bundesgeschäftsstelle

Internationaler Tag der Kinderrechte 2021

Johanniter fordern Einbringung der Kinderrechte ins Grundgesetz

Der heutige 20. November ist weltweit den Kinderrechten gewidmet, wie sie vor 32 Jahren mit der UN-Kinderrechtskonvention beschlossen wurden. Gerade in der aktuellen Zeit müssen die Bedürfnisse und Rechte der jungen Menschen stärker in den Vordergrund gerückt werden. Die Johanniter begrüßen daher die Einigung der Verhandlungsparteien SPD, Bündnis 90/die Grünen und FDP in ihrem Sondierungspapier, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, und fordern eine schnelle Umsetzung dieser Pläne: 

„Es ist mehr als ein symbolischer Akt – Kinderrechte gehören ins Grundgesetz. Die Pandemie hat Kinder und junge Menschen mit am stärksten getroffen: Schulschließung, fehlende Unterstützung beim Lernen, geschlossene Jugendclubs, kein Sport und kein Toben auf dem Spielplatz. Das war und ist für viele eine schwierige Erfahrung: deswegen müssen wir uns jetzt für Kinder und Jugendliche stark machen und ihre Rechte stärken“, so Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Die Johanniter machen sich seit Jahren für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz stark: Denn Deutschland ist zwar auf den ersten Blick ein Wohlstandsland, aber auch hier gibt es eine signifikant hohe Zahl an jungen Menschen, die unter Kinderarmut leiden. Die Fallzahlen von Gewaltdelikten an jungen Menschen steigen wahrnehmbar und auch die exzessive Nutzung von Medien als Bewältigungsstrategie von psychischem Stress nimmt bei jungen Menschen zu. 

Bedingt durch die Covid-19-Pandemie zeigen sich weitere Einschränkungen der Kinderrechte.  
Dazu zählen u.a. das Recht auf Bildung sowie auf kulturelle Teilhabe. Nachweislich steigern Krisensituationen das Risiko, dass vulnerable Gruppen noch mehr benachteiligt werden.  Die Priorität der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und die Anerkennung der Spezifika von Kinderrechten lassen sich bspw. durch das Recht auf Spielen oder der gewaltfreien Erziehung bzw. des gewaltfreien Aufwachsens verdeutlichen - sie werden im Grundgesetz nicht abgedeckt. 

Außerhalb Deutschlands sind die Dimensionen der Einschnitte in die Kinderrechte noch gravierender, da Kriege oder die Notwendigkeit einer Flucht zum Schutz des Lebens gegen die Kinderrechtskonvention verstoßen. Ein Beispiel ist Afghanistan: Dort sind rund 35% der Neugeborenen untergewichtig, Hunger ist für viele von ihnen ein Begleiter ab dem ersten Lebenstag. Nur rund 60 % der Kinder gehen zur Schule, und das meist in überfüllten Klassen. Die Tendenz ist fallend, da vor allem Mädchen aktuell Stigmatisierung und Ausgrenzung unter der neuen politischen Lage erleben. Viele Kinder und Jugendliche erleben zudem Gewalt und Terror. Afghanistan ist weit davon entfernt, ein für Kinder lebenswerter Ort zu sein.

Mit Blick auf globale Zusammenhänge zeigt sich besonders in den letzten Jahren verstärkt, dass junge Menschen über den gesamten Globus verteilt diesen Mangelzuständen durch Protest begegnen. Dazu zählen Methoden des Streiks, wie die der Klimabewegung. Dies zeigt uns beispielhaft, wie wichtig die Stimmen der Kinder und Jugendlichen sind eine Stimme haben – und wie wichtig es ist, diese Stimme zu schützen und zu stärken.  


#johanniterfuerkinderrrechte