10.10.2020 | Regionalverband Oberbayern

Welthundetag bei den Johannitern: Von der Rettungshundestaffel bis zum Bürohund

Hunde spielen nicht nur im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle, sondern auch bei den Rettungseinsätzen der Johanniter oder als Unterstützung im Büroalltag.

Ob Rettungshunde oder Bürohund - Hunde unterstützen in vielen unterschiedlichen Bereichen. Besonders stolz sind die Johanniter auf die Rettungshundestaffel, die im Bereich Notfalldienste tatkräftige Unterstützung gibt. Die Vierbeiner sind die Helden der Stunde, wenn demente Personen sich verirren, Kinder vermisst werden oder Wanderer verunglücken.

Die ehrenamtliche Rettungshundestaffel der Johanniter kommt mit ihren Vierbeinern immer dann zum Einsatz, wenn  Betroffene schnell gefunden werden müssen. Erschöpfung, Unterkühlung und Sauerstoffmangel können sonst schlimme Folgen haben. Trotz hochmoderner technischer Hilfsmittel ist die Spürnase eines Hundes immer noch unübertroffen bei der Suche nach vermissten Personen. Rettungshunde finden 95% der Vermissten! Und immer wartet dabei der Vierbeiner mit einem Schwanzwedeln auf das Kommando: „Such und Hilf!“.

Sie heißen Lotta und Marlo - die Bürohunde der oberbayerischen Johanniter. Immer im Einsatz für das Gemeinwohl! Sie kommen morgens ins Büro und geben alles, dass die Zweibeiner sich auch in stressigen Arbeitssituationen wohlfühlen. In den Pausen gehen sie mit ihren Betreuungspersonen an die frische Luft, erinnern an regelmäßiges Essen und Trinken. Die kleine Hundedame Lotta wurde im Alter von einem Jahr von Marketingreferentin Eva Jacobs adoptiert. Als Welpe musste sie sich alleine in Kroatien durchschlagen. Als Straßenhund eingefangen, wurde sie in eine Tötungsstation gebracht. Vom Tierschutzverein gerettet, kam sie zu einer Pflegefamilie und von dort aus zu Familie Jacobs. Lotta verbreitet seit fünf Jahren gute Laune bei den Johannitern in Puchheim und das Schönste an ihrem Arbeitstag ist die Mittagspause, denn dann kann sie ausgiebig mit ihrem roten Bällchen spielen. Marlo ist aktuell 2,5 Jahre alt und arbeitet zusammen mit seiner Betreuerin Jessica Ilg seit über einem Jahr im Bereich Kindertageseinrichtungen der Johanniter in Oberbayern. Er liebt Sportarten aller Art. Egal ob Joggen, Fahrradfahren oder Wandern, Marlo ist immer mit dabei. Aber am liebsten geht er schwimmen und apportiert seine Dummies aus dem Wasser, eben wie ein typischer Labrador. 

Zusätzliche Informationen zur Rettungshundestaffel:

Für die Hunde ist es ein Spiel. Sie freuen sich, das über Jahre antrainierte Verhalten zum Einsatz zu bringen. Bis ein Hund einsatztauglich ist, vergeht aber viel Zeit. Grundsätzlich hat jeder Hund das Potenzial zu einem Rettungshund. Entscheidend ist, dass Hund und Mensch ein gutes Team bilden und harmonisch zusammenpassen. Daher müssen alle Prüfungen auch gemeinsam abgelegt werden. Diese Prüfung setzt in der Regel eine ebenfalls erfolgreich abgeschlossene Begleithundeprüfung voraus. Ein Rettungshundeführer muss zahlreiche Qualifikationen vorweisen, welche er bei den Johannitern während der Ausbildung erhält. Hat der Hundeführer alle Qualifikationen absolviert, wird von den Ausbildern sowie der Staffelleitung eingeschätzt, ob das Team prüfungsreif ist. Ist dies der Fall, wird das Team in die Prüfung geschickt. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Rettungshundeprüfung ist das Team einsatzfähig und wird bei Einsatzlagen entsprechend alarmiert. Die Qualifikation gilt nur für 24 Monate, dann muss die Prüfung wiederholt werden.

Was der Mensch lernen muss:

  • Sanitätshelfer/Sanitätshelferin (Erste Hilfe am Mensch)
  • Katastrophenschutzhelfer
  • Erste Hilfe am Hund
  • Kenntnisse der Kynologie
  • BOS Funkausbildung
  • Orientierung im Gelände mit Karte, Kompass und GPS
  • Einsatztaktik, Suchtechnik und Wetterkunde
  • Versicherung und Sicherheit im Einsatz sowie Transport von Hunden

 

Was der Hund lernen muss:

  • allgemeinen Grundgehorsam
  • Menschen in unwegsamen Gelände schnell und selbständig aufspüren
  • dem Hundeführer bellend zuverlässig und eindeutig einen Fund anzeigen
  • Witterungsverteilung und zwischen verschiedenen Opferbildern zu differenzieren