30.06.2021 | Lacrima - Zentrum für trauernde Kinder in München und Rosenheim

Lacrima-Kinder beim EM-Spiel auf dem Rasen!

Was für ein grandioser Tag wird unseren Lacrima-Kindern in Erinnerung bleiben! Der gemeinsame Einlauf auf den Rasen der Arena und ein tolles Programm rund um das von Deutschland gewonnene EM-Spiel, hat alle Kinderaugen zum Leuchten gebracht.

Die Spannung und Vorfreude war bereits auf der Busfahrt zum Stadion zu spüren. Gleich nach der Ankunft ging es in die Umkleidekabinen und jedes Kind bekam einen Rucksack geschenkt, prall gefüllt mit Trikot, Hose, Stulpen, Trinkflasche, Regenjacke und Fußbalschuhen. Schnell waren alle Kids umgezogen und die Augen haben zum ersten Mal gefunkelt.
Nun folgte die Generalprobe für den Einlauf auf dem „heiligen“ Rasen. Abstandhalten sollte geübt werden und die weißen Linien sollten nicht betreten werden Danach gab es eine Stärkung und – wie den ganzen Sommertag über – genug zu trinken.
Unser Tag war vollgepackt mit vielen Überraschungen. Austoben bei diversen Ballspielen im VIP-Parkbereich, ebenso Malen oder einfach mal die vielen Eindrücke auf uns wirken lassen. Die Volunteers und Betreuer hatten einen guten Draht zu den Kids und dann kam plötzlich Philipp Lahm in unsere Mitte. Er setzte sich ganz selbstverständlich zu uns und hat mit den Kids geplaudert. Jedes Kind hat ein Autogrammbuch bekommen, in dem Philipp unterschrieben hat. Zum Schluss gab es natürlich noch ein Gruppenfoto. Dies war auch auf der Instragramm-Story von Lacrima zu sehen. Schon wieder glückliche Kinderaugen!
Nachdem uns noch ein paar Überraschungsgäste zum Autogrammjagen begegnet sind, wuchs die Aufregung ins Unermessliche.  Die Kids wurden jetzt nochmal "gecheckt". Sitzen alle Stulpen, ist das Trikot in der Hose, trägt jeder die blaue Maske mit dem Smiley richtig herum, sind alle Schuhe zu, weiß jeder noch wo er stand ...!? Die Kids haben das richtig toll gemacht, alle waren top angezogen. Sie waren hibbelig und wollten unbedingt los, sie redeten alle durcheinander. Das Wichtigeste war, dass jedes Kind ein durchsichtiges Band am Arm hatte. Denn nur mit diesem Band durfte es auf den Rasen. Also hieß es, Arm hoch, damit wir die Bänder sehen könnten. Alle hatte eines, somit konnte nichts mehr passieren. Los gings. 
Im Stadion jubeln die Fans, die Sonne scheint, es herrscht eine wunderbare Stimmung und alle Kinder stehen auf ihrer Position. Ganz stolz laufen sie auf den Platz, keiner tritt auf die weiße Linie und alle winken und alle strahlen ... unvergesslich! Zu diesem Zeitpunkt waren alle Begleitpersonen der Kinder längst im Stadion, so dass dies alles live miterleben konnten und es bestimmt unzählige Fotos und Videos davon gibt. Das Kind ist im Fernsehen und die ganze Welt kann zuschauen...ein Wahnsinns-Moment.
Nach dem Auftritt wurden die Kids von uns bejubelt. Alle sprachen wild durcheinander. Bei dem ein oder anderen Kind liefen ein paar Freudentränen, das Atmen viel vor Aufregung schwer, die Augen glänzten, überall war Freude zu sehen.
Dann schnell auf die Tribüne, denn schließlich wollten alle die Nationalhymne mitsingen. Wir haben uns sehr beeilt, aber leider haben wir die ersten fünf Minuten verpasst. Jedes Kind hat seinen Platz gefunden und konnte das Spiel in vollen Zügen geniessen.
Ich für meinen Teil war kaputt; man sieht es mir wohl an. Der Tag mit den Kindern war unglaublich. Alle haben sich sehr gut verstanden. Es wurde gemeinsam gespielt, gelacht, gegessen und sie hatten Spaß. Die Organisation war super. Die Kids standen den ganzen Tag im Fokus. In der Halbzeitpause hab ich mich auch mit einigen Angehörigen unterhalten können und sie sagten auch, dass die Kids nur am Reden seien und es noch nicht glauben könnten, was sie alles erlebt haben. Das zeigt mir, dass der Tag rundum gelungen war. Unweit von meinem Platz hatte die ZDF ihr Studio und da war Bastian Schweinsteiger als Co-Moderator vor Ort. Da musste ich gleich noch ein Bild machen.
Den Kindern hat der Tag hoffentlich genauso gut gefallen wie mir. Einen grossen Dank auch an die Erwachsenen, die mir ihre Kinder anvertraut haben, obwohl wir uns nicht kannten.

Britta Schröder, ehrenamtliche Trauerbegleiterin bei Lacrima