Rettungshundestaffel

Rettungshundestaffel in Oberbayern

Ehrenamtliche Hundeführerinnen und -führer der Johanniter unterstützen bei Sucheinsätzen mit ihren vierbeinigen Kollegen.

Zielsichere Spürnasen: die Johanniter-Rettungshundestaffel

Täglich hören wir es in den Nachrichten: "Vermisst wird..." Dabei spielt es keine Rolle, ob beispielsweise ein kleines Kind oder eine ältere Person vermisst wird. Bei der Suche muss es schnell gehen. In diesen Fällen unterstützen die ehrenamtlichen Hundeführer der Johanniter mit ihren vierbeinigen Kollegen den Sucheinsatz. Die Betroffenen müssen schnell gefunden werden. Erschöpfung, Unterkühlung und Sauerstoffmangel können sonst schlimme Folgen haben. Trotz hochmoderner technischer Hilfsmittel ist die Spürnase eines Hundes immer noch unübertroffen bei der Suche nach vermissten Personen. Und immer mit einem Schwanzwedeln wartet der vierbeinige Kollege auf das Kommando:„Such und Hilf!“

Wie kann man Teil der Rettungshundestaffel werden?

Die meisten Einsätze sind nachts. Die Polizei entscheidet, die Rettungshundestaffel einzusetzen und so klingelt bei Melanie Hieber-Siefener oder ihren Kolleg*innen der Funkmeldeempfänger. Danach heißt es raus aus den Federn, rein in die Einsatzkleidung. Der Rettungshund steht in Sekunden freudig bereit. Für die Hunde ist es ein Spiel. Sie freuen sich, das über Jahre antrainierte Verhalten anwenden zu können. Um nachts im Wald eine vermisste Person zu finden, muss das Einsatz Team ein ihm zugeteiltes Areal zusammen mit einem weiteren ehrenamtlichen Helfer genauestens absuchen. Dieses Areal arbeitet der Hund - meist ohne Sichtkontakt zum Menschen- ab. Das ist wesentlich schneller und effizienter als reine Menschen Teams. Das dauert – im Notfall geht es aber um Sekunden. Es handelt sich bei den vermissten Personen nicht nur um ältere oder verwirrte Menschen. Nein, Jogger*innen, Mountainbiker*innen oder Reiter*innen, die nach einem Sportunfall hilflos im Wald liegen. Gerade in der Winterzeit wird es früh dunkel und erst nach Stunden wird bemerkt, dass das Familienmitglied, der Freund, die Freundin immer noch nicht vom Sport zurückgekehrt ist. Bis die Rettungsstaffel zum Einsatz kommt, ist wertvolle Zeit vergangen. Ein Rettungshund findet einen Vermissten in kürzester Zeit. Die Spürnasen der Johanniter-Rettungshunde sind deshalb im wahrsten Sinne des Wortes Lebensretter. Aber bis ein Hund einsatztauglich ist, vergeht viel Zeit. Grundsätzlich hat jeder Hund das Potenzial zu einem Rettungshund. Entscheidend ist, dass Hund und Mensch ein gutes Team bilden, gut zusammenpassen. Daher müssen sie auch alle Prüfungen gemeinsam ablegen. Ein Rettungshund arbeitet immer mit dem Hundeführer zusammen im Team. Eine organisierte Einheit von mehreren Teams wird als Rettungshundestaffel bezeichnet. Ein Rettungshundeführer muss zahlreiche Qualifikationen vorweisen, welche er während der Ausbildung bei uns erhält.

Was der Mensch lernen muss:

  • Sanitätshelfer*in (Erste Hilfe am Mensch)
  • Katastrophenschutzhelfer
  • Erste Hilfe am Hund
  • Kenntnisse der Kynologie
  • BOS Funkausbildung
  • Orientierung im Gelände mit Karte, Kompass und GPS
  • Einsatztaktik, Suchtechnik und Wetterkunde
  • Versicherung und Sicherheit im Einsatz sowie Transport von Hunden

Was der Hund lernen muss:

  • allgemeinen Grundgehorsam
  • Menschen in unwegsamen Gelände schnell und selbständig aufspüren
  • dem Hundeführer bellend zuverlässig und eindeutig einen Fund anzeigen
  • Witterungsverteilung und zwischen verschiedenen Opferbildern zu differenzieren

Hat der Hundeführer alle Qualifikationen und wird von den Ausbildern sowie der Staffelleitung eingeschätzt, dass das Team prüfungsreif ist, wird dies in die Prüfung geschickt. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Rettungshundeprüfung ist das Team einsatzfähig und wird bei Einsatzlagen entsprechend alarmiert. Die Qualifikation gilt aber nur für 24 Monate, dann muss die Prüfung wiederholt werden.

Bürohunde im Einsatz

Sie heißen Lotta und Marlo - die Bürohunde der Johanniter. Immer im Einsatz für das Gemeinwohl! Lotta wurde mit einem Jahr von Eva Jacobs, Marketingreferentin adoptiert. Als Welpe musste sie sich alleine in Kroatien durchschlagen. Als Straßenhund wurde sie eingefangen und in eine Tötungsstation gebracht. Vom Tierschutzverein gerettet, kam sie zu einer Pflegefamilie und von dort aus zu Familie Jacobs. #adoptdontshop. Lotta arbeitet nunmehr seit fünf Jahren in Puchheim und das Schönste an ihrem Arbeisttag ist die Mittagspause: mit dem roten Bällchen spielen und Essen jeglicher Art zu organisieren. 

Marlo (auch: Dicker oder Marlonski) ist aktuell 2,5 Jahre alt und arbeitet seit über einem Jahr im Bereich Kinder und Jugend. Er liebt Sportarten aller Art – begleitet seine Betreuerin Jessica Ilg beim Joggen bzw. Canicross, beim Fahrradfahren und Wandern. Am liebsten aber geht er schwimmen und apportiert seine Dummies aus dem Wasser, wie ein typischer Labrador.