30.10.2020 | Regionalverband Berlin

Kältehilfe: Johanniter bieten Notübernachtung, Kältecafé und medizinische Hilfe

Mit Beginn der Kältesaison starten die Berliner Johanniter ihr umfangreiches Hilfsangebot für obdachlose Menschen.

Mit Beginn der Kältesaison starten die Berliner Johanniter ihr umfangreiches Hilfsangebot für obdachlose Menschen. Am 1. November nimmt die Notübernachtung in der Ohlauer Straße 22, 10999 Berlin-Kreuzberg ihren Betrieb auf und bietet Schutz vor Kälte, Krankheit und Gewalt. Jeden Dienstag und Donnerstag bieten die Johanniter hier zusätzlich eine ärztliche Sprechstunde an, die sich auch an Menschen ohne Krankenversicherung richtet. Das Kältecafé „Krause“ in der Sankt-Thomas-Kirche öffnet voraussichtlich ab Mitte November Dienstag- bis Freitagabends für seine Gäste. In allen Einrichtungen gilt ein strenges Corona-Hygienekonzept. Die Johanniter-Unfallhilfe e.V. engagiert sich damit im Rahmen der Berliner Kältehilfe, einem Netzwerk gemeinnütziger Organisationen zur Linderung der Not von Obdachlosen während des Winters.

„Wir sind sehr dankbar, dass uns der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in unserem Engagement für obdachlose Menschen unterstützt und wir die frühere Gerhart-Hauptmann-Schule wieder als Notübernachtung nutzen können,“ erklärt Björn Teuteberg, Regionalvorstand der Berliner Johanniter. „Diese Adresse ist bereits für viele Menschen auf der Straße zu einer festen Anlaufstelle für Hilfe und Zuwendung geworden.“

Die Notunterübernachtung der Johanniter bietet in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule auf rund 1.500 Quadratmetern Platz für Schlafräume, Duschen und Speiseräume. Es gilt ein striktes Corona-Schutzkonzept, das vom Infektionsschutzteam der Johanniter und dem Gesundheitsamt überwacht wird. So ist die Anzahl der Gäste momentan auf 72 begrenzt, sollten die Schutzmaßnahmen aufgehoben werden, sind insgesamt 100 Schlafplätze möglich. Die Einrichtung ist über die gesamte Kälteperiode jede Nacht von 19:00 Uhr bis 07:00 Uhr für obdachlose Menschen geöffnet.

„Gerade im Winter brauchen viele obdachlose Menschen Schutz und einen Rückzugsraum,“ erklärt Dietrich Heuer, Hausleiter der Johanniter-Notübernachtung, „Durch unser Angebot schaffen wir einen Raum des Ankommens und der Sicherheit.“ Da die Gefahr von Krankheiten für Obdachlose im Winter besonders hoch ist, bieten die Johanniter zusätzlich jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 19:00 Uhr und 22:00 Uhr eine medizinische Sprechstunde an. Sie kann ohne Voranmeldung wahrgenommen werden und richtet sich insbesondere auch an Menschen, die nicht krankenversichert sind.

Das älteste Projekt der Johanniter im Rahmen der Kältehilfe befindet sich ebenfalls in Kreuzberg: Die Johanniter planen auch dieses Jahr im „Café Krause“ wieder obdachlosen Menschen einen Platz zum Aufwärmen sowie heiße Getränke und Mahlzeiten anzubieten. Das „Café Krause“ in der St.-Thomas-Kirche (Bethaniendamm 25) öffnet voraussichtlich ab Mitte November Dienstags bis Freitags von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr, abhängig von den geltenden Infektionsschutzbestimmungen.

„Dass eine lückenlose Betreuung überhaupt möglich ist, verdanken wir vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die dafür einen erheblichen Teil ihrer Freizeit opfern,“ erläutert Björn Teuteberg. Die Ehrenamtlichen repräsentieren die Vielfalt Berlins. „In unseren Teams ist es völlig normal, dass viele Sprachen gesprochen werden und Banker gemeinsam mit syrischen Migranten ihren Dienst am Menschen leisten,“ so Teuteberg. Dem ehrenamtlichen Engagement war es zu verdanken, dass die Johanniter dieses Jahr auch in den Sommermonaten obdachlosen Menschen jeden Tag eine warme Mahlzeit anbieten konnten. „Mit unserer Kiezmahlzeit haben wir den Gästen erstmals das ganze Jahr über ein Stück Heimat in der Ohlauer Straße bieten können,“ sagt Dietrich Heuer, „Diese Stabilität ist jetzt im Winter besonders wichtig.“

Im Rahmen der Kältehilfe brauchen die hilfsbedürftigen Menschen nicht nur die Unterstützung der Hilfsorganisationen, sondern der ganzen Bevölkerung, „Wir suchen immer Ehrenamtliche, die Spaß an der Arbeit mit Menschen haben und sich in unseren Teams engagieren möchten,“ so Teuteberg. Die Johanniter rufen zudem zu Geldspenden auf, damit die Grundversorgung über die gesamte Kälteperiode hinweg gesichert werden kann.

Interessierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer wenden sich an die gebührenfreie Rufnummer 0800 3233 800 oder per E-Mail an

Das Spendenkonto lautet:Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. bei der Bank für Sozialwirtschaft AG DE96 3702 0500 0004 3247 01; Stichwort: Kältehilfe.

Die Johanniter

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist eine der größten Hilfsorganisationen Europas. Mit rund 22.000 Beschäftigten, mehr als 37.000 ehrenamtlichen Aktiven sowie etwa 1,3 Millionen Fördermitgliedern leistet sie in der Tradition des evangelischen Johanniterordens ihren Dienst am Menschen. Zu ihren Aufgaben zählen heute unter anderem Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz und Erste-Hilfe-Ausbildung. Hinzu kommen soziale Dienste wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Betreuung und Pflege von älteren und kranken Menschen. International engagieren sich die Johanniter in der humanitären Hilfe, etwa bei Hunger- und Naturkatastrophen.