20.05.2021 | Regionalverband Berlin

Helfen bevor es zu spät ist: Johanniter-Familienlotsinnen und -lotsen nehmen ihre Arbeit in Nord-Reinickendorf auf

Frühzeitige Unterstützung für Menschen und Familien, die kein intaktes soziales Netzwerk haben, ist ein wichtiges Anliegen der Johanniter-Familienlotsinnen und -lotsen in Nord-Reinickendorf.

Die Familienlotsin Sinem Güzel unterstützt die Familien in ihrem Kiez in Reinickendorf.

Ziel ist, die Menschen in ihrer Gemeinschaft zu stärken und im Krisenfall durch den persönlichen Kontakt im Netzwerk der Hilfsangebote Orientierung zu geben. Nach Abschluss der Vorbereitungen nimmt das Projekt „Erste Hilfe für Familien“ nun seine Arbeit auf.

Das Konzept der Familienlotsen sieht vor, dass Familien, Kinder und Jugendliche, die einen Unterstützungsbedarf haben, mit den vorhandenen regionalen Hilfsangeboten in Kontakt gebracht werden. „Wir stellen immer wieder fest, dass viele Beratungsmöglichkeiten entweder nicht bekannt sind oder die Hemmschwelle zu hoch ist, einen Termin für ein Hilfsangebot zu vereinbaren“, erläutert Marcus Blanck, Projektleiter von den Berliner Johannitern. Manchmal werde der Bedarf auch noch nicht erkannt. Hier sollen in Nord-Reinickendorf künftig die Familienlotsinnen und -lotsen Brücken bauen.

Die Familienlotsinnen und -lotsen sind dabei in zwei Richtungen vernetzt: Einerseits halten sie Kontakt zu Familien, Kindern und Jugendlichen – und auf der anderen Seite verfügen sie über ein Netzwerk zu den vielfältigen lokalen Hilfsangeboten und Beratungsstellen. In vielen Fällen lassen sich Konflikte und Notsituationen bereits so frühzeitig klären, dass daraus keine größere Krise wird. „Oft können schwere existentielle Krisen verhindert werden, wenn frühzeitig familientherapeutische Angebote, Sucht- oder Schuldnerberatung wahrgenommen werden“, so Blanck. Die Familienlotsinnen und -lotsen sollen Menschen dafür sensibilisieren und bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Johanniter bauen daher in Nord-Reinickendorf ihre bestehenden Kontakte zu möglichen Hilfsangeboten, Schulen, aber auch Arzt- und Hebammenpraxen aus. „Wir freuen uns auch über jeden, der aktiv auf uns zukommt und das Angebot der Familienlotsinnen und -lotsen bekannt macht“, erläutert Blanck. „Für uns schaffen diese Netzwerke die Grundlage, um Menschen zu ermuntern, frühzeitig Hilfsangebote anzunehmen.“ Die Menschen im Kiez erreichen die Johanniter direkt vor Ort. „Aufsuchende Sozialarbeit bedeutet, dass wir die Zielgruppen dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten oder wo sie zu Hause sind und begegnen Ihnen auf Augenhöhe“, so Blanck. “Auf Stadtteilfesten, in Kirchengemeinden, Schulen, Kitas oder auch in einem zufälligen Gespräch an der Supermarktkasse.“

Erreichbar sind die Johanniter-Familienlotsinnen und -lotsen unter der Adresse:
Conradstraße 31
13509 Berlin

Tel. 0173 619 2810
Mo. – Fr. von 9 – 18 Uhr