01.11.2021 | Regionalverband Berlin

Johanniter starten die Kältehilfe

Die Berliner Johanniter öffnen zum 01.11.2021 wieder die Notübernachtung in der Ohlauer Straße 22, Berlin-Kreuzberg, um wohnungslosen Menschen Schutz zu bieten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. engagiert sich damit im Rahmen der Berliner Kältehilfe.

„Wir bieten unseren Gästen vor allem Wärme“, sagt Dietrich Heuer, Hausleiter der Johanniter-Notübernachtung (2. v. r.) in der Ohlauer Straße in Berlin-Kreuzberg. Mit ihm auf dem Bild (v. l. n. r.) Johannes Näumann, Regionalarzt Dr. Christian von Wissmann, Regionalvorstand der Berliner Johanniter Björn Teuteberg sowie Gunnar Franke – alle seit vielen Jahren bei der Johanniter-Kältehilfe aktiv.

Die Berliner Johanniter öffnen zum 01.11.2021 wieder die Notübernachtung in der Ohlauer Straße 22, Berlin-Kreuzberg, um wohnungslosen Menschen Schutz zu bieten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. engagiert sich damit im Rahmen der Berliner Kältehilfe, einem Netzwerk gemeinnütziger Organisationen zur Linderung der Not von Obdachlosen im Winter.

"Das Leben auf der Straße ist im Winter besonders gefährlich", erläutert Björn Teuteberg, Regionalvorstand der Berliner Johanniter. "Kälte, Gewalt und Suchtprobleme können schnell zu einem tödlichen Risiko werden." Bereits zum vierten Mal in Folge stellt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule als Notübernachtung zur Verfügung. "Für die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden bei der Hilfe für die Schwächsten der Gesellschaft sind wir sehr dankbar", so Teuteberg.

In der Johanniter-Notübernachtung finden rund 80 Gäste Platz, wobei die gesamte erste Etage für insgesamt 26 Frauen reserviert ist. "Wir bieten Menschen, die auf der Straße leben, einen geschützten Raum, Wärme und Geborgenheit", erklärt Dietrich Heuer, Leiter der Notübernachtung. Die Gäste erhalten ein warmes Abendessen, können duschen und sich mit Winterkleidung ausstatten. "Viele sind einfach froh, dass sie für ein paar Stunden ihren alltäglichen Sorgen entfliehen können“, so Heuer.

Zweimal in der Woche bieten die Johanniter zudem in der Ohlauer Straße eine medizinische Sprechstunde an, die sich auch an Menschen richtet, die keine Krankenversicherung haben. Sie werden dort von ehrenamtlichen Ärztinnen und Ärzten zusammen mit medizinischem Fachpersonal der Johanniter betreut. Besonders im Winter ist die Gefahr von Infektionskrankheiten hoch, bei vielen wohnungslosen Gästen müssen aber auch kleinere Verletzungen professionell versorgt werden. Die ärztliche Sprechstunde findet jeden Dienstag und Donnerstag ab 19:30 Uhr in der Notunterkunft statt.

Um Nacht für Nacht über 12 Stunden die Notübernachtung betreiben zu können, wird Dietrich Heuer von einem Team aus ehrenamtlichen Johanniterinnen und Johanniter unterstützt. Sie empfangen die Gäste, bereiten das Abendessen zu und haben bei Sorgen und Problemen immer ein offenes Ohr. "Ich bin sehr dankbar, dass über 200 Freiwillige regelmäßig bei uns Dienst am Menschen leisten", sagt Heuer. "Viele schenken dafür ihre Freizeit und betrachten die Arbeit hier als wichtige persönliche Erfahrung." Aber auch Kleidung und Essen kommen zum großen Teil aus Spenden – so wird die Küche regelmäßig von Foodsharern und Caterern versorgt.

Die anstehende Kältehilfesaison ist bereits der zweite Winter während der Corona-Pandemie. Die Johanniter hatten bei Ausbruch der Pandemie für die Notübernachtung in Absprache mit den Behörden ein strenges Hygienekonzept umgesetzt, das ein internes Infektionsschutzteam überwacht. So wird regelmäßig desinfiziert und auf Abstände sowie auf das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes geachtet. Zudem wurden im Herbst 2021 niedrigschwellige Impfangebote an wohnungslose Menschen gemacht.

"Bei den Impfaktionen hat sich bewährt, dass wir nicht nur während des Winters für die wohnungslosen Menschen vor Ort sind, sondern über das ganze Jahr den Kontakt halten", erklärt Regionalvorstand Teuteberg. So boten die Johanniter während des Sommers bereits zum zweiten Mal die "Kiezmalzeit" an, bei der bis zu 70 Gäste in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule mit einem Abendessen versorgt wurden. Viele dieser Gäste kommen jetzt auch in die Notübernachtung. "Wir sind sehr froh, dass wir zu vielen wohnungslosen Menschen mittlerweile ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen konnten", ergänzt Dietrich Heuer. "Das kann ein Beginn sein, auch weitere Hilfsangebote wahrzunehmen."

Adresse: Johanniter-Notübernachtung, Ohlauer Straße 22, 10999 Berlin
Täglich geöffnet von 19 Uhr bis 07 Uhr

Zusätzlich zur Notübernachtung öffnen die Johanniter ab 10.11.2021 wieder das Wärmecafé „Krause“ in der St.-Thomas-Kirche. Dienstags bis freitags erhalten obdachlose Menschen hier eine warme Mahlzeit und können sich aufwärmen.

Adresse: St.-Thomas-Kirche, Am Bethaniendamm 25, 10997 Berlin
Dienstags bis freitags geöffnet von 17 Uhr bis 21 Uhr
www.johanniter.de/kaeltehilfe-berlin