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21.02.2020

Johanniter Förderpreis für "Boxen gegen Gewalt"

Aggression, Gewalt, Angst und Verzweiflung sind im Haus der Jugend in Jüterbog immer wieder Thema. Damit das Leben in der Gemeinschaft funktioniert, müssen die Kids lernen, sich an Regeln zu halten und die Grenzen der anderen zu respektieren.

Als eines von fünf mit dem Johanniter-Förderpreis ausgezeichneten Projekten befand die Jury das „Therapeutische Box-Training für Jugendliche“ der Johanniter im RV Potsdam-Mittelmark-Fläming für preiswürdig. Dafür kümmern sich in der stationären Jugendhilfe am Standort Jüterbog Pädagogen um Kinder und Jugendliche, die Probleme haben mit eigener Gewalterfahrung, Druck und Schicksalsschlägen umzugehen.

Aggression, Gewalt, Angst und Verzweiflung sind im Haus der Jugend in Jüterbog immer wieder Thema. Damit das Leben in der Gemeinschaft funktioniert, müssen die Kids lernen, sich an Regeln zu halten und die Grenzen der anderen zu respektieren. Zweifelsohne schwer für Kinder und Jugendliche mit Traumaerfahrung.

Der pädagogische Leiter des Hauses Stefan Tholl möchte den jungen Menschen über das therapeutische Boxen kritischen Zugang zu ihrem Verhalten verschaffen. Im Gegensatz zum Fitness-Boxen liegt der Fokus beim therapeutischen Boxen auf Erleben, Wahrnehmen und Verhalten. Der körperliche Aspekt tritt in den Hintergrund. Ziel sind Gewaltprävention, Abbau von Stress, Wut und Aggression. Nebenbei erlangen die jungen Menschen neue Kräfte und machen eine wichtige Selbsterfahrung. Wer die Regeln im Training respektiert, dem fällt es künftig auch leichter die Hausregeln zu befolgen.

Seit diese Therapieform im Haus der Jugend 2018 eingeführt wurde, sind die Gewaltvorfälle deutlich zurückgegangen. Mit dem Therapiefokus ist dieses Angebot einzigartig in der Region. Das Therapeutische Box-Training wird sowohl von Ehemaligen als auch von Bewohnern gut angenommen, soll ausgebaut und über das Jugendamt künftig öffentlich angeboten werden.