Quereinstieg

Im Interview: Alexandra Herr (43), sie befindet sich seit einem Jahr in der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau im Ambulanten Pflegedienst der Johanniter in Grünsfeld.

 

Wie bist Du zu den Johannitern gekommen?

Über eine Freundin der Familie, die auch bei den Johannitern arbeitet.

Der Vorteil von Quereinsteigern mittleren Alters ist die (Lebens)Erfahrung. Ich finde es schön, dass mir so nochmal die Chance gegeben wird, meine Persönlichkeit neu zu entdecken und weiterzuentwickeln.

Du bist Quereinsteigerin und drückst mit 43 Jahren nochmal die Schulbank: Was hast Du vorher gemacht und weshalb hast Du dich dann für die Pflege entschieden? 

Vor meiner Ausbildung zur Pflegefachfrau habe ich mehrere familieneigene Metzgereifilialen geleitet. Dann habe ich mich aber bewusst für die Arbeit in der Pflege entschieden, weil es mich einfach interessiert, wie der Mensch „funktioniert“. Das ist wirklich ein spannendes Feld! Außerdem bin ich selbst schon mehrmals gut gepflegt worden und darüber bin ich sehr froh. Aus Dankbarkeit möchte ich gerne etwas zurückgeben. Ich bin einfach eine „Sozialnudel“ und denke, dass die Pflege gut zu mir passt.

Der Pflegebereich bietet vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten: von der Altenpflege über Kinderkrankenschwester bis hin zur Gesundheits- und Krankenpflege. Außerdem gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, das ist mir für meine berufliche Zukunft einfach wichtig. Ich bin fest davon überzeugt, dass man in nichts sinnvoller investieren kann, als in Menschen. Mit der Ausbildung zur Pflegefachfrau bin ich in der Lage, kompetent helfen zu können, falls nötig. Ich möchte im Notfall nicht nebendran stehen und zuschauen müssen. Aber das erlernte Wissen und die Fähigkeiten, nehmen einem die Angst vor Kranken und Krankheit.

Beschreib‘ doch mal Deinen Arbeitsalltag. Was gefällt Dir daran am meisten?

Am meisten gefällt mir der Kontakt mit den Menschen, ich bin einfach gern mit ihnen zusammen. Außerdem ist der Beruf sehr abwechslungsreich. Auch die geteilten Schichten sind kein Problem und lassen sich gut mit den Kindern und der Familie vereinbaren. Wir sehen uns morgens und ich habe sogar Zeit, für meine Familie Mittagessen zu kochen und mit ihnen gemeinsam zu essen, danach gehe ich wieder zur Arbeit. Ich stehe mit beiden Beinen fest im Berufsleben und habe dennoch genügend Zeit für meine Kinder – was will man mehr?

Die Abwechslung in meinem Beruf ist genau mein Ding: ich richte die Medikamente, führe Gespräche oder vollziehe pflegerische Maßnahmen. Die große Bandbreite macht den Beruf interessant! Und es ist eine dankbare Arbeit, weil die Menschen sich freuen, wenn man zu ihnen kommt. Das gibt den Kunden Sicherheit und das lassen sie mich auch spüren – und so bekomme ich auch immer etwas von ihnen zurück.

Dein bisher schönstes Erlebnis mit/bei den Johannitern?

Das EINE schönste Erlebnis gibt es eigentlich nicht: es ist das Gesamtpaket! Schon der Empfang in der Altenpflegeschule in Wertheim war familiär und freundlich. Auch das erste treffen mit den Kollegen und meiner Pflegedienstleitung war sehr herzlich und mir zugewandt. Was ich toll finde, ist, dass unser Chef, der Kreisvorstand, mich kennt, wenn er mich sieht. Ich bin nicht nur eine Nummer. Wenn ich zur Tür reinkomme kennt er mich, weiß wer ich bin und in welcher Situation ich mich befinde. Das finde ich wirklich schön. Ich könnte nie in einer Fabrik arbeiten, wo alles mehr oder weniger anonym läuft. Bei den Johannitern kann man mit allen und über alles unkompliziert ins Gespräch kommen. Ich fühle mich wie in einer großen Familie und das tut mir persönlich gut, da ich ja auch aus einem Familienbetrieb komme.

Welche Möglichkeiten gibt es in der Pflege für Quereinsteiger?

Der Vorteil von Quereinsteigern mittleren Alters ist die (Lebens)Erfahrung. Die bisherigen Erfahrungen aus dem Leben oder Beruf kann man hier gut einbringen und auch Vorteile daraus ziehen. Ich finde es schön, dass mir so nochmal die Chance gegeben wird, meine Persönlichkeit neu zu entdecken und weiterzuentwickeln. Und ich lerne immer noch Neues dazu! Das freut mich schon sehr, mich selbst weiterentwickeln zu können. So eine Chance bekommt nicht jeder, sich beruflich (und auch persönlich) nochmal neu zu entdecken.

Der Pflegebereich bietet vielfältige Aus- und Weiterbildungs- möglichkeiten, das ist mir für meine berufliche Zukunft einfach wichtig. Ich bin fest davon überzeugt, dass man in nichts sinnvoller investieren kann, als in Menschen.

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