Schulleitung

Im Interview: Stefan Dosch, 53, ist gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und leitet seit 2012 das Johanniter-Bildungszentrum für Pflegeberufe in Wertheim.

Wie sind Sie zu den Johannitern gekommen?

2007 kam ich als Lehrer in Elternzeitvertretung nach Wertheim. Nach einer Zwischenstation als Schulleiter an einer anderen Pflegeschule übernahm ich 2012 dann die Leitung der Johanniter-Pflegeschule. Das Tätigkeitsfeld empfinde ich bei den Johannitern als reizvoller und abwechslungsreicher durch die angebotenen Fort- und Weiterbildungen und die unterschiedlichen Ausbildungsgänge. Vor allem die Möglichkeit, hier etwas aufzubauen und zu gestalten hat mich gereizt.

Der Pflegeberuf ist schön & abwechslungsreich, denn er bietet viele Möglichkeiten in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Der neue Abschluss Pflegefachmann/-frau ermöglicht sogar eine Beschäftigung im Ausland & macht den Beruf noch reizvoller.

Sie sind Schulleiter und haben derzeit mehr als 80 Schülerinnen und Schüler sowie 20 Angestellte im Bildungszentrum unter sich - mit den Pflegediensten sind es sogar 45. Beschreiben Sie doch mal Ihren Arbeitsalltag. Was gefällt Ihnen daran am meisten? Was ist das Schwierigste an Ihrem Job?

Schulleiter zu sein ist mitunter der geringste Teil meines Arbeitsalltags. Durch die Pandemie bin ich derzeit hauptsächlich als Vorstand gefordert. Viele Meetings finden online statt und ich verbringe weniger Zeit auf der Autobahn. Natürlich hat sich der Schulalltag sehr verändert: vor Corona waren hier im Bildungszentrum täglich viele Menschen, da ist es deutlich ruhiger geworden. Denn ein Großteil des Unterrichts findet mittlerweile virtuell statt. Die Umstellung und Neukonzeptionierung des Unterrichts musste letztes Jahr sehr schnell gehen und hat uns alle viel Energie gekostet. Jetzt nach einem Jahr läuft der Unterricht soweit wieder rund, allerdings fehlt der direkte Kontakt zu den Schülern doch sehr. Aktuell entscheiden wir von Schulblock zu Schulblock, wie wir die Schülerinnen und Schüler unterrichten, selbstverständlich immer in Abhängigkeit der Inzidenzzahlen und der Anordnungen des Regierungspräsidiums.

Weshalb würden Sie jemandem zu einer Ausbildung im Pflegebereich raten? Welche Aufstiegs-und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Trotz der momentanen Situation ist es ein wirklich schöner und abwechslungsreicher Beruf, der viele Möglichkeiten in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, von der ambulanten Pflege bis zu OP und Intensivstation, bietet. Der neue Abschluss Pflegefachmann/-frau ermöglicht sogar eine Beschäftigung im Ausland und macht den Beruf noch reizvoller. Außerdem gibt es zahlreiche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die wir ja auch hier im Haus anbieten, z. B. Praxisanleiter, Pflegedienstleitung, Hygienebeauftragter, Pflegeberater, aber auch Studiengänge sind denkbar. Alleine in unserem Wertheimer Team gibt es viele Kolleginnen und Kollegen mit den unterschiedlichsten Studienabschlüssen in den Bereichen Erziehung, Bildung, Pflege und einige, die aktuell noch oder auch wieder berufsbegleitend studieren.

Ihr bisher schönstes Erlebnis mit/bei den Johannitern?

Ein einzelnes Erlebnis kann man nicht herausstellen, zu den schönsten Momenten zähle ich aber durchaus die Teilnahme am Wettbewerb „Bester Pflegeschüler Deutschlands“, zwei unserer Schülerinnen schafften es in den letzten Jahren bis in den Endausscheid in Berlin im Roten Rathaus. Als Schulleiter durfte ich sie zum Festakt begleiten. Weitere schöne Erlebnisse als Schulleiter kommen jedes Jahr wieder: wir begleiten junge Menschen drei Jahre während ihrer Ausbildung, die am Ende mit einem Staatsexamen schließt. Oft treffen wir sie auch später wieder bei Praxisbesuchen in den Pflegeeinrichtungen oder bei Fort- und Weiterbildungen hier im Haus. Das alles ist eine schöne Bestätigung unserer guten Arbeit in der Ausbildung von Pflegekräften. Manche Schüler und Schülerinnen kommen auch als Lehrende oder Studierende für ein Praktikum zurück an die Schule, das macht mich dann schon stolz.

Was möchten Sie den Pflegekräften zum „Tag der Pflege“ mit auf den Weg geben?

Ihr macht einen tollen Job! Danke für Euren Einsatz, egal in welchem Bereich Ihr tätig seid.

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