28.10.2020 | Landesverband Niedersachsen/Bremen

Pflege zu Hause – Was gibt’s zu essen?

5. Teil der Presseserie „Pflege zu Hause – aber richtig“

Kostenlose Online-Pflegekurse mit dem Johanniter-Pflegecoach
Kostenlose Online-Pflegekurse mit dem Johanniter-Pflegecoach

Freude und Genuss am Essen bedeuten Lebensqualität – das gilt schon in jungen Jahren. Im Alter sind geregelte und gute Mahlzeiten von besonderer Bedeutung: sie erhalten die Vitalität, beugen Mangelernährung vor und geben den Tagen einen festen Rahmen. Was muss ich beachten, um meinen pflegebedürftigen Angehörigen angemessen mit Essen und Trinken zu versorgen? Hier stellen wir einige Aspekte dazu vor. Im kostenlosen Online-Pflegekurs zur häuslichen Pflege auf der Plattform Johanniter-Pflegecoach können sich Interessierte umfassend zum Thema Essen und Trinken im Alter informieren.

Gesund und ausgewogen: Nährstoffreich, kalorienarm und lecker

Eine altersgerechte Ernährung sollte verträglich sein, die notwendigen Nährstoffe enthalten und vor allem: gut schmecken. Im Alter reduziert sich der Kalorienbedarf deutlich, da Grundumsatz, Muskelmasse und körperliche Aktivität abnehmen. Doch der Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien bleibt hoch. Die seniorengerechte Küche sollte daher leichte, aber gehaltvolle Kost beinhalten. Tipp: Ein wöchentlicher Speiseplan hilft, alle wichtigen Nährstoffe einzuplanen und den Wocheneinkauf sinnvoll zu organisieren.

Was tun bei Appetitlosigkeit?

Grundsätzlich gilt, beim Thema Essen das Recht auf Selbstbestimmung zu wahren – Druck und Zwang sind kontraproduktiv. Es gibt jedoch Möglichkeiten, den Appetit anzuregen: Gehen Sie auf die persönlichen Vorlieben ein, fragen Sie nach Lieblingsgerichten. Leisten Sie beim Essen Gesellschaft – zusammen schmeckt es in der Regel besser. Auch beim Vorbereiten der Mahlzeiten kann der Pflegebedürftige dabei sein oder sogar mitmachen. Aktivität und Bewegung sowie feste Essenszeiten wirken appetitfördernd. Versuchen Sie herauszufinden, ob körperliche Beschwerden wie Störungen im Magen-Darmbereich die Ursache für die Appetitlosigkeit sind. Dann kann ärztliche Beratung notwendig werden.

Fingerfood bei Demenz

Menschen, die an Demenz erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung – unter anderem, weil sich Hunger- und Sättigungsgefühl sowie Geschmacksempfinden verändern. Auch fehlt möglicherweise die Ruhe, am Tisch sitzen zu bleiben und sich auf das Essen zu konzentrieren. Dann kann es sinnvoll sein, Fingerfood anzubieten: mundgerechte Häppchen, die selbstständig genommen werden können – zum Beispiel kleine Kartoffeln, Bouletten aber auch stichfeste Aufläufe.  

Trinken nicht vergessen

Genug Flüssigkeit aufzunehmen ist gerade für ältere Menschen äußerst wichtig, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Für viele ist das gar nicht so einfach, da sich das Durstgefühl im Alter verringert. Als Trinkanreiz sollte immer ein Getränk in Reichweite stehen – ideal ist ungesüßter Tee oder Wasser. Je nach Vorliebe können auch Obst- und Gemüsesäfte das Angebot ergänzen und Lust aufs Trinken machen. Melonen, Äpfel, Birnen, Gurken oder Tomaten können ebenfalls die Flüssigkeitszufuhr steigern.

Selbstbestimmung auch beim Anreichen

Bei extremer Bewegungseinschränkung – und nur dann –  kann es nötig sein, dass das Essen angereicht wird. Achten Sie auf eine angenehme und ruhige Atmosphäre und lassen Sie die Person so viel wie möglich selbst machen, egal, wie lange es dauert oder ob mal etwas danebengeht. Fragen Sie, wo und wie am liebsten gegessen werden soll; das stärkt das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmtheit. Auch wenn das Essen angereicht wird, sollte der Tisch schön gedeckt sein – das Auge isst mit.

Der Johanniter-Pflegecoach: Online pflegen lernen

Die Johanniter bieten ab sofort einen weiteren Baustein zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen: Online-Pflegekurse durch den Johanniter Pflegecoach. Das kostenlose Online-Kursprogramm steht allen Interessierten unter johanniter-pflegecoach.de nach einer einmaligen Registrierung offen. Es umfasst die vier Bereiche „Grundlagen der häuslichen Pflege“, „Alzheimer und Demenz“, „Wohnen und Pflege im Alter“ sowie „Rechtliche Vorsorge für den Ernstfall“.