04.11.2020 | Regionalverband Harz-Heide

14490 gefahrene Kilometer und ein ganz besonderer Einsatz

Die Salzgitteraner Stauhelfer ziehen Bilanz und verabschieden sich in die Winterpause

Die Mitglieder der Motorradstaffel gingen natürlich nicht ohne Maske in den Einsatz. Foto: Johanniter

Salzgitter. Es war eine besondere Saison für die Stauhelfer der Johanniter im Ortsverband Salzgitter. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten die ehrenamtlichen Helfer nicht wie sonst mit Beginn der Osterferien, sondern erst am Himmelfahrtswochenende am 21. Mai starten. „Nichtsdestotrotz hatten wir bis zum Saisonende nicht weniger zu tun“, bilanziert Rüdiger Schierding, Leiter der Motorradstaffel im Ortsverband Salzgitter. Insgesamt kommen die Kollegen der Motorradstaffel in diesem Jahr auf 114 Hilfeleistungen (Erstversorgung, Lagemeldung nach Unfall, Absicherung einer Unfallstelle), 14490 gefahrene Kilometer und 262 Stunden ehrenamtlich geleisteter Arbeit. 2019 waren es 148 Hilfeleistungen, 14939 Kilometer und 329 Stunden.

Im Frühjahr war unklar, wie sich die Pandemie auf den innerdeutschen Reiseverkehr auswirken würde. „Zu Beginn war die Lage noch verhältnismäßig ruhig, das änderte sich aber mit dem Sommer“, bilanziert Schierding. Dem Verkehrsaufkommen und den mitunter darin feststeckenden Menschen sei nach dem Lockdown im März/April die Lust auf eine Auszeit und ein paar Tage weg von zu Hause anzumerken gewesen. Ebenso wie die meisten Autofahrer hielten sich auch die Stauhelfer bei ihren Einsätzen an die geltenden Hygieneregeln und gingen in jedes Gespräch mit einem Mund-Nase-Schutz.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist den Mitgliedern ein Einsatz am Salzgittersee: Ein kleines Mädchen hatte im sommerlichen Gewusel ihre Familie verloren – dank der Johanniter-Helfer wurde der Dreijährigen aber schnell geholfen.
Die Ehrenamtlichen investieren viel Freizeit in ihre Einsätze, aber auch die Wartung der Maschinen in den jetzt anstehenden Wintermonaten. Der Unterhalt der Motorräder, die Ausstattung der Fahrer und das technische und medizinische Material werden über Spenden finanziert. Was steht als nächstes an? „Unsere Maschinen sind ziemlich alt und oft reparaturbedürftig“, sagt Schierding. Ein neues Motorrad schlägt mit rund 10.000 Euro zu Buche: Finanzielle Unterstützung ist deshalb sehr willkommen.

In Niedersachsen und Bremen sind 68 Helfer in sieben Staffeln aus den Verbänden Ahlhorn, Aller-Leine, Bremen-Verden, Hildesheim, Northeim, Salzgitter und Hannover-Wasserturm aktiv und haben zusammen 746 Mal Autofahrern in prekärer Lage geholfen, sind insgesamt 91 963 Kilometer gefahren und haben 2873 Stunden ehrenamtlich geleistet.