01.07.2021 | Ortsverband Aller-Leine

Zehn Jahre Bufdis: Für Christian Simon der Einstieg in den Rettungsdienst

Christian Simon leistete als einer der ersten Bufdis in Deutschland seinen Dienst bei den Johannitern. Heute ist er Notfallsanitäter, Ausbilder und im Ehrenamt an führender Stelle.

Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst interessiert, dem wird von vielen Seiten zugeraten. Man könne hier etwas wirklich Sinnvolles tun, mal in interessante Berufe reinschnuppern oder spüren, ob der angestrebte Beruf auch wirklich die richtige Wahl ist. Und vor allem kann man ganz viel fürs weitere Leben lernen.

Zugegeben, so ganz unbekannt war es Christian Simon nicht, was ihn bei seinem Start als einer der ersten Bundesfreiwilligendienstleistenden bei den Johannitern am 15. August 2011 Im Ortsverband Hannover-Wasserturm erwartete. Bereits in der Realschule war er im Schulsanitätsdienst aktiv. Schon als Jugendlicher entdeckter er sein Interesse daran, anderen zu helfen und sich im medizinischen Bereich einzubringen. Als ehrenamtliches Mitglied in der SEG des Ortsverbandes Langenhagen nahm er an einer Fortbildung zum Sanitätshelfer teil und sammelte erste Erfahrungen in der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Praktische Vorkenntnisse und die Qualifizierung zum Sanhelfer gaben ihm die nötige Sicherheit seinen Dienst erfolgreich beginnen zu können. Sie waren für den damaligen Fachbereichsleiter Notfallmanagement Marc Nieber ebenfalls wichtig, so dass er ihm sein Vertrauen schenkte und ihn von Beginn an im Einsatzdienst des Hausnotrufs und im Organtransport auf den Dienstplan setzte. „Während die anderen meines Jahrgangs noch am Grundlehrgang zum Rettungssanitäter teilnahmen, konnte ich schon direkt die ersten Einsätze im Hausnotruf leisten“, erzählt Christian Simon.

Während seines zwölfmonatigen Freiwilligendienstes bereitete Christian Simon seine Ausbildung zum Rettungssanitäter vor und legte in dieser Zeit neben dem Krankenhaus-Praktikum auch ein erforderliches Rettungswachen-Praktikum ab. So konnte er direkt nach seiner Bufdi-Zeit seine Prüfung zum Rettungssanitäter erfolgreich absolvieren.

Schon als Freiwilligendienstleistender bewies er damit seine Fähigkeit, Mehrfachbelastungen in verschiedenen Funktionen zu bewältigen. Am 14. August 2012 beendete Christian Simon seinen Freiwilligendienst und blieb dem Ortsverband-Wasserturm zunächst als Rettungssanitäter erhalten. Nach einem kurzfristigen Engagement beim Deutschen Roten Kreuz wechselte er 2014 zurück zur Johanniter-Unfall-Hilfe nach Alfeld und absolvierte dort berufsbegleitend seine Ausbildung zum Rettungsassistenten.

Nach kurzer Zeit ging die berufliche Reise weiter zum Arbeiter Samariter Bund nach Nienburg, dem er bis März 2018 angehörte. Seit April 2018 ist er nun im JUH-Ortsverband Aller-Leine wo sich die Wege von Christian Simon und dem ehemaligen Fachbereichsleiter und heutigen Dienststellenleiter des Ortsverbandes in Schwarmstedt, Marc Nieber, wieder kreuzten. Hier folgte auch im Jahr 2019 die Qualifikation zum Notfallsanitäter. Nieber, der seinen ehemaligen „BUFDI“ als Rettungsdienst-Mitarbeiter im Ortsverband Aller-Leine begrüßen durfte, freut sich, dass „die Johanniter ihm die Möglichkeit geben konnten, auf seinem beruflichen Weg Orientierung zu finden und er nach der Tätigkeit bei anderen Arbeitgebern seinen Weg wieder zurück zur JUH gefunden hat“.

Während Christian Simon als hauptamtlicher Notfallsanitäter im Ortsverband auch als Praxisanleiter (PAL) tätig ist und den Nachwuchs im Rettungsdienst ausbildet, kann er auch als ehrenamtlicher Helfer auf eine langjährige Karriere zurückblicken. „Ehrenamtlich war ich immer für die JUH tätig“, sagt Simon. Hier absolvierte er nicht nur die Ausbildung zum Gruppenführer, sondern auch die zum Zugführer und zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst. Seit dem 1. April 2019 ist er Leiter der SEG im Ortsverband Aller-Leine.

Auch zehn Jahre nach seinem Bundesfreiwilligendienst im Ortsverband Hannover-Wasserturm hat Christian Simon noch immer Lust dazuzulernen und sich weiter zu qualifizieren.  Am 1. September 2020 hat er ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium im Bereich Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik begonnen, ein weiterer Schritt in seiner beruflichen Karriere. „Das Bachelor-Studium dient auch zur Vertiefung meiner PAL-Qualifikation und hilft mir Dinge noch besser zu vermitteln“, begründet Christian Simon seine Motivation.

Rückblickend auf seine Bufdi-Zeit ist sich Christian Simon sicher, „dass ich bei der JUH gelernt habe, wie Netzwerken geht“. Außerdem sei ihm schon damals klargeworden, dass Schichtdienst viel Disziplin bedeute.

Gute Erinnerungen an den ersten „Bufdi-Jahrgang“ der JUH hat er vor allem an die Seminare, die immer ein bisschen wie Klassenfahrt waren. „Wir hatten eine gute Gruppendynamik und haben uns immer ausgetauscht“, sagt Christian Simon und freut sich, dass er noch heute mit einigen ehemaligen Bufdis Kontakt hat. Zehn Jahre nach seinem Jahr als Bufdi ist sich Christian Simon sicher: „Wenn ich den Bundesfreiwilligendienst nicht gemacht hätte, wäre ich heute nicht im Rettungsdienst.“

Selber Bufdi werden?