26.10.2019 | Ortsverband Hildesheim

Johanniter aus Hildesheim nehmen an der Fernmeldebetriebsübung des Landkreises Hildesheim teil

Anstelle von Navigationssystemen hieß es wie früher Karte und Koordinaten

Johanniterinnen und Johanniter schauen gemeinsan in die Landkarten und testen das Funkgerät.

Regelmäßig treffen sich die Einheiten des Katastrophenschutzes aus Stadt und Landkreis Hildesheim zu einer gemeinsamen Fernmeldebetriebsübung. Zu den Teilnehmern gehörten in diesem Jahr neben der Fernmeldezentrale des Landkreises Hildesheim, Einheiten der Kreisfeuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Arbeiter-Samariter-Bund Hildesheim.

Nachdem in den letzten Jahren primär der Sprechfunk im Vordergrund stand, wurde dies Jahr auch das Lesen und Anfahren von Koordinaten geübt. Hintergrund ist, dass bei einer Großschadenslage oft auch Infrastrukturen wie Internet und Mobilfunk ausfallen können, eine gedruckte Karte im Maßstab 1:50.000 und ein Planzeiger sind auf den Einsatzleitwagen aller Einheiten aber in der Regel vorhanden.

Nach einer kurzen Einweisung im Kreishaus ging es dann gegen 9 Uhr für die mobilen Einheiten los. Für den Sprechfunk wurden zwei unterschiedliche Rufgruppen im TETRA-Digitalfunk verwendet. Die eine Rufgruppe diente zum üblichen Sprechfunk und der Abarbeitung von Funksprüchen nach einem vorgegebenen Drehbuch, die zweite Rufgruppe wurde als Kommunikationsgruppe für die Übermittlung der Koordinaten genutzt um zum einen die Kräfte etwas zu fordern mit zwei Rufgruppen zu arbeiten, aber auch um beide Teile der Übung etwas voneinander zu trennen.

Jeder Einsatzleitwagen war mit mindestens einem Fahrer, einer Führungskraft und zwei Sprechfunkern besetzt. Zusätzlich zur Stammbesatzung wurden die Johanniter aus Hildesheim von einem Auszubildenden des Landkreises Hildesheim begleitet, der seine Ausbildung im Fachdienst 205 - Amt für Bevölkerungsschutz absolviert. Hier konnte er Einblicke in dem Bereich erlangen, für den sein Fachdienst zuständig ist und hatte mal etwas Abwechslung zum normalen Büroalltag.

Als die Einsatzbereitschaft aller Kräfte hergestellt war ging es dann auch pünktlich los, erst ein paar Funksprüche, dann die erste Koordinate. Nach dem Merksatz: „Ran an den Baum und rauf auf den Baum“, der den Ostwert und den Nordwert auf der UTM-Karte (Universal Transverse Mercator) angibt. Bei der UTM-Karte handelt es sich um eine Karte, die in 1 Kilometer-Quadrate aufgeteilt ist und auf der man in der Regel auf etwa 10 Meter genau an den gesuchten Punkt heran kommt. Da es sich in der Regel um markante Punkte handelt findet man vor Ort die gesuchten Punkte recht schnell.
Die erste Koordinate führte zu einer bei vielen Rettungsdienstmitarbeitern positiv bekannten Fleischerei im Hildesheimer Stadtteil Bavenstedt. Diese Gelegenheit wurde gleich für ein kurzes Frühstück, standesgemäß zu so einer Übung mit einem Mettbrötchen genutzt. Weiter ging es mit einer kurzen Toiletten- und Kaffeepause in der Dienststelle am Cheruskerring zur nächsten Koordinate, dem Restaurant Berghölzchen, wo auch bereits Übungsteilnehmer von der Feuerwehr vor Ort waren, die ebenfalls zu dieser Koordinate geschickt wurden.

Die Zielkoordinate für alle Einheiten war dann die Dienststelle des Arbeiter-Samariter-Bund am Helios Klinikum in Hildesheim. Gemeinsam mit dem Landkreis hatten die Kollegen des ASB die Übung ausgearbeitet und zu einem gemeinsamen Abschluss bei Bratwurst im Brötchen und kalten alkoholfreien Getränken eingeladen.

Im Rahmen der Nachbesprechung wurden dann noch kurz die Punkte angesprochen, die während der Übung aufgefallen waren und die in die Planung der nächsten Übung im Frühjahr 2020 mit einfließen sollen.

Als Fazit war es für alle eine lohnende Veranstaltung, die sowohl die Arbeit mit der vorhandenen Funktechnik, dem Absetzen von Funksprüchen aber auch das Lesen und Fahren nach Koordinaten wieder einmal vertiefte.