10.11.2020 | Regionalverband Südniedersachsen

Erfolgreiche Personensuche im Weserbergland

Diese Momente zeigen, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren

Lagebesprechung der Einsatzkräfte.

Unsere Rettungshundestaffel unter der Leitung von Dr. Bettina König und Kerstin Winterboer wurde Donnerstagabend von der Northeimer Leitstelle zu einer Vermisstensuche in Wahmbeck einer Ortschaft des Fleckens Boldenfelde alarmiert. Vermisst wurde ein 83-jähriger Mann der am Nachmittag zu seinem regelmäßigen Spaziergang aufgebrochen war, jedoch nicht wie gewohnt bei Einbruch der Dunkelheit zurückkehrte.

Sieben geprüfte Rettungshundeteams der Johanniter-Rettungshundestaffel Südniedersachsen suchten die ortsnahen Freiflächen, Waldgebiete und Uferbereiche der Weser ab. Einige Freiflächen suchte die Technische Einsatzleitung Northeim – Landkreis Northeim zusätzlich mit Drohnen ab. Innerhalb der Ortsbereiche suchten die Freiwilligen Feuerwehren Wahmbeck und Bodefelde sowie die Kreisfeuerwehr Northeim nach dem Vermissten. Die Weser wurde mit Booten durch die DLRG Bodenfelde e.V. und DLRG OG Uslar e.V. abgesucht. Ebenfalls mit im Einsatz waren ein Mantrailer der Suchhundestaffel Werra-Meissner e.V., die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter aus Northeim sowie die Johanniter-Versorgungsgruppe aus Bad Gandersheim. Der angeforderte Polizeihubschrauber „Phönix“ konnte wegen zu starkem Nebel das Suchgebiet nicht anfliegen. Leider konnte der Vermisste in dieser Nacht nicht gefunden werden.

Am Freitagmittag entschlossen sich die Johanniter und die Kreisfeuerwehr Northeim mit einem Suchtrupp nochmals querfeldein zu fahren. An einem Waldrand fanden sie den vermissten Spaziergänger erschöpft aber wohlauf. Nach der Erstversorgung durch den Suchtrupp und den Rettungswagen, der in der Rettungshundestaffel für den Eigenschutz zur Verfügung steht, wurde der Patient an den Rettungshubschrauber übergeben und in die Universitätsklinik Göttingen geflogen. Marc Küchemann, Regionalbereitschaftsführer und in diesem Einsatz verantwortlich für die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., betonte: „Solch einen Sucheinsatz, der ununterbrochen über 15 Stunden alle bis an die Leistungsgrenze gebracht hat, mit dem Hintergedanken nicht aufzugeben und solange weiterzumachen bis der Vermisste gefunden wird, hat er in seiner Dienstzeit selten erlebt!“

Ein recht herzlichen Dank gilt allen Einsatzkräften sowie der Polizeiinspektion Northeim und dem Gemeindebrandmeister für die hervorragende und vorbildhafte Leitung dieses Einsatzes. Die Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen haben Hand in Hand zusammengearbeitet, es war ein perfektes Zusammenspiel der richtigen Einsatzmittel am richtigen Ort. So wurden die Freiflächen durch die Drohne abgesucht, die befahrbaren Wege von den vorhandenen Fahrzeugen, Grundstücke und Fußwege mit geballter Manpower, die Wasserwege von der DLRG und die Waldgebiete sowie schwer zugängliches Gelände in Feld und Flur von den Rettungshunden.

„Einige fragen sich warum Menschen sich ehrenamtlich einsetzten und nicht ihre Zeit bei der Familie verbringen? Genau diese Momente sind es die aufzeigen, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, egal mit welcher Uniformfarbe oder welcher Hilfsorganisation, die sich ehrenamtlich für unsere Mitmenschen einsetzen“, erklärt Küchemann.