23.11.2020 | Ortsverband Oldenburg

SoVD vor Ort: Beim Team des Kältebusses der Johanniter-Unfall-Hilfe in Oldenburg

SoVD Oldenburg unterstützt Johanniter-Kältebus mit 1.000 Euro

Pünktlich zum Neustart in den Winter 2020/2021 informierte sich der SoVD-Kreisverband Oldenburg-Delmenhorst vor Ort bei den „Lenkern“ des Johanniter-Kältebusses. Matthias Polnau, Mitglied des  Oldenburger SoVD-Vorstandes, brachte die 1.000 € Spende mit  und  erfuhr von Jörg Bohlken und Ernst Kroeck, dass es seit 1. November wieder losgeht – dass sie aber auch wegen der Corona-Pandemie erstmals im Sommer unterwegs waren.
Wer „Kältebus“ hört, denkt an Winter. Aus dieser Zeit stammt der Name: Vor etwa fünf Jahren  brach ein Team des Johanniter-Ortsverbandes Oldenburg zum ersten Mal auf, um Obdachlosen zu helfen. Der Kältebus startete mit seiner mobilen Hilfe für die, die in Oldenburg „Platte“ machen.  „ In Oldenburg sind wohl etwa 300 bis 400 Menschen ohne eigene Wohnung“, schätzen Jörg Bohlken, ehrenamtlicher Johanniter, sonst Techniker im  Pius-Hospital, sowie Ernst Kroeck, der neben seinem ehrenamtlichen Engagement im Kältebus-Team auch hauptberuflich bei den Johanniter arbeitet. Sie steuern seitdem jeden Freitag und Sonntag mit warmen Suppen und heißen Getränken den Hauptbahnhof an. Besonders beliebt am Bahnhof: Die Fünf-Minuten-Terrine und Bockwurst.
Doch zu Corona-Zeiten entdeckten die Kältebus-Fahrer schnell neue Ziele, wo Hilfe erforderlich ist. Von April bis August kamen sie  auch bei Bedürftigen ins und frei Haus: Dabei hatten sie nicht nur ein offenes Ohr für Sorgen, sondern auch Handfestes dabei: Pakete mit Lebensmitteln. Mal besonders gepackt für Haushalte mit Kindern, mal mit dem, was bei Älteren auf den Tisch kommt. „Wir lieben Lebensmittel, wenn sie gespendet werden“, sagt Bohlken. Kein Grund zur Freude ist die Lage am Bahnhof, wenn es kalt wird. „Die Stadt Oldenburg bietet zu wenig Örtlichkeiten, wo Obdachlose unterschlüpfen können.“ Denn: Die Bahnhofsmission hat corona-gezwungen die Zahl der Personen im Gastraum auf höchstens vier beschränkt,  die Notunterkunft bietet nur noch wenige Schlafplätze an.
Matthias Polnau, Mitglied im Vorstand des SoVD Kreisverbandes: „Auf Bundesebene  besteht eine Kooperation zwischen  JUH und SoVD. Mit unserer Spende aktivieren wir sie vor Ort. Der Kältebus  ist aufsuchende Sozialarbeit in besten Sinne des Wortes, weil sie Bedürftige direkt erreicht, ohne Umwege. Es gibt nur niedrige Hemmschwellen, sie  anzunehmen. Es ist Ehrenamt in bester Manier. Kein Wunder, dass der Kältebus für den Förderpreis  des Bundesinnenministeriums nominiert wurde.“  Abstimmen kann jeder bis 23. November, unter juh.link/helfendehand.

Mit rund 280.000 Mitgliedern ist der SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. der größte Sozialverband des Landes. Er ist gemeinnützig, überparteilich und konfessionell unabhängig. In rund 60 niedersächsischen Beratungszentren steht er seinen Mitgliedern bei Themen wie Rente, Pflege, Hartz IV, Behinderung, Gesundheit, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zur Seite, vertritt sie gegenüber Politik, Behörden und vor Sozialgerichten. Der Kreisverband Oldenburg-Delmenhorst hat 3.400 Mitglieder.