07.01.2021 | Ortsverband Stedingen

Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff

Johanniter proben Abläufe im Impfzentrum in Brake

Die junge Frau irrt über den Gang im Gebäude des ehemaligen Braker Gymnasiums. „Wo muss ich jetzt hin?“, fragt sie und blickt sich suchend um. Dabei weiß sie genau wo sie ist. Sie hat sich absichtlich verirrt, ist den Gang runter an den Arztzimmern des Impfzentrums des Landkreises Wesermarsch vorbei gelaufen und steht jetzt neben den Raum für die Sanitätskräfte. Torsten Dallmeyer, Zugführer der Regionalbereitschaft Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe und bei dem Probelauf für das von den Johanniter betriebene Impfzentrum einer der Beobachter, macht sich eine Notiz: Im Gang muss eine Barriere hin, die die Besucher in den Nebengang leitet, in denen sich die Zimmer für die ärztliche Beratung der Impfpersonen befinden.

„Wir sind heute mit mehr als 40 Personen hier, um die Abläufe im Impfzentrum zu proben“, erklärt Markus Wedemeyer, ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe und im Hauptberuf Arzt. Neben den Mitarbeitenden im Zentrum sind einige Johanniter als Zivilisten erschienen, die die Impfpersonen mimen. Sie kommen aus den Ortsverbänden Nordenham, Delmenhorst und vom Stützpunkt Brake. Für den Betrieb zuständig ist der Ortsverband Stedingen. Die Mimen geben alles, stellen merkwürdige Fragen und eine junge Frau kippt sogar nach dem Impfen um, so dass der Sanitätsdienst zur Hilfe eilen muss. „Es ist nicht sehr wahrscheinlich, kann aber durchaus sein, dass es im Betrieb tatsächlich zu einem solchen Notfall kommt“, betont Übungsleiter Jonas Ohrmann vom Ortsverband Stedingen. „Dann wollen wir vorbereitet sein.“ Die Versorgung funktioniert reibungslos, die Sanitäter sind schnell da. Aber: „Der Einsatz hat den Zugang zu den Impfkabinen versperrt“, stellt Beobachter Niklas Renken fest. Jetzt soll in unmittelbarer Nähe eine zusätzliche Ruhemöglichkeit geschaffen werden, damit es nicht zu Staubildungen im Ablauf kommt.

Martin Hilse, Dienststellenleiter des Ortsverbands Stedingen und Gesamtverantwortlicher seitens der Johanniter für das Impfzentrum, ist zufrieden. Die Abläufe funktionieren gut, selbst die Zeitvorgaben wurden eingehalten. „Das zeigt, dass das Leitungsteam um Sabine Gleitsmann hier bei der Planung der Abläufe ganz tolle Arbeit geleistet haben“, sagt Hilse. Damit es realisitisch ist, hatten sich einige Mimen bewusst ungünstig gekleidet und mussten sich vor dem Pieks freimachen. Das kostet Zeit, wird aber trotz aller Appelle wahrscheinlich auch im Betrieb vorkommen. Nur richtig geimpft wurde nicht, sondern mit einer Dosierungspipette simuliert.