04.02.2021 | Ortsverband Stedingen

Erster Impftag in Brake verläuft annähernd reibungslos

Team der Johanniter impft fast 100 Personen

Am Ende des Tages war Sabine Gleitsmann die Erleichterung anzusehen. Dass der erste Impftag im Impfzentrum Wesermarsch in Brake so gut verläuft, hatte Zentrumsleiterin Gleitsmann erhofft. Aber nicht erwartet. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitarbeitenden, von den Kolleginnen im Empfangsbereich über die Impfteams bis zu den Betreuern im Nachsorgebereich“, sagt die Mitarbeiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe, Betreiberin des Impfzentrums in Brake. Ganz besonders bedanke Gleitsmann sich bei dem Ärzteteam über Peter Malinowski, die in Beratungsgesprächen die Kunden auf die Impfung vorbereiteten. Auch immer auch ein wenig die Angst nahmen. Insgesamt lief fast alles rund. Eine Dame klagte unmittelbar nach der Impfung über Schmerzen im Arm, die aber schon nach wenigen Minuten wieder nachließen. Eine andere versuchte eine Impfung ohne Termin zu bekommen, musste aber abgewiesen werden. Insgesamt 101 Termine waren vom Land Niedersachsen vergeben worden, rund eineinhalb Stunden vor der Schließung hatten 84 Personen dem Impfprozess durchlaufen, anderen waren noch mittendrin. „An Ende werden wir wahrscheinlich so bei 93, 94 geimpften Personen landen“, rechnete Sabine Gleitsmann vor. Es kann immer mal passieren, dass ein Kunde seinen Termin nicht wahrnehmen kann, etwa durch eine Erkrankung. Schließlich seien alle Kunden 80 Jahre oder älter. Der kostbare Impfstoff geht aber nicht verloren. Er kann aufgetaut bis zu fünf Tage im Kühlschrank bleiben, deshalb bleibt das Impfzentrum bis nächsten Mittwoch in Betrieb.

Knapp 1100 Dosen hatte der Landkreis Wesermarsch am gestrigen Mittwoch geliefert bekommen. Rund die Hälfte der Impfdosen ist nach den Vorgaben des Landes Niedersachsen für die weitere Impfung der prioritär zu impfenden Bewohnenden in Einrichtungen und für Krankenhauspersonal zu verwenden. Im Zeitraum vom 4. bis 10. Februar werden an fünf Arbeitstagen rund 480 Personen im Impfzentrum geimpft, die vorab über die Hotline oder das Onlineportal des Landes einen Impftermin vereinbaren konnten. Ohne einen Termin ist eine Impfung nicht möglich, da alle Dosen vergeben sind. Dies gilt auch für Begleitpersonen von Über-80-Jährigen, die selber aufgrund ihres Alters noch nicht impfberechtigt sind. Derzeit können mit einer Impfstraße im Impfzentrum 96 Personen pro Tag geimpft werden. In allen Fällen kommt der Impfstoff von BioNTech/Pfizer zum Einsatz. Sobald größere Impfstoffmengen zur Verfügung stehen oder kürzere Impfstofflieferungsintervalle möglich sind, kann die Zahl der Impfstraßen und damit die Zahl der täglichen Impfungen im Zentrum noch deutlich erhöht werden.

Landrat Thomas Brückmann war beim Start des Impfzentrums dabei und begrüßte die ersten Kunden persönlich: „Ich bin froh, dass wir unsere Impfungen jetzt fortsetzen und ab nun auch den ersten Impfwilligen im Impfzentrum die Impfungen anbieten können. Auch wenn der Start aufgrund der Wirren um die Impfhotline und die digitale Buchung mehr als holprig gewesen ist, ich kann den Ärger der Bürgerinnen und Bürger nur zu gut nachvollziehen. Wir arbeiten als Kreisverwaltung an einer Lösung, um zukünftig auch dezentrale Impfungen, am besten in den Hausarztpraxen, zu ermöglichen. Ebenfalls haben wir auch die Personen im Blick, die zu Hause gepflegt werden und nicht mobil sind und die schwer kranken Patientinnen und Patienten, die bislang von der Impfverordnung nicht erfasst wurden.“

Mit der ersten Lieferung vom 4. Januar und der Ergänzungslieferung vom 25. Januar für die 2. Impfung wurden von Seiten des Landkreises fast ausschließlich Alten- und Pflegeheime mittels mobiler Teams bedacht. Dieses entspricht der Priorisierung der Bundesverordnung und den jeweiligen Vorgaben des Landes. Die zu erwartende Lieferung vom 3. Februar stellt damit erst die zweite Lieferung für eine Erst-Impfung dar. Aufgrund geringen Liefermenge und der Vorgabe des Impfbeginns im Impfzentrum werden weiterhin nicht alle Personen in den Heimen geimpft werden können. Durch den Start des Zentrums mit einer Impfstraße ergibt sich nun aber die Möglichkeit, Abläufe im Echtbetrieb einzuüben und damit für Zeiten mit mehr Impfstoff vorbereitet zu sein.

Die Kreisverwaltung hat das Informationsangebot für alle Impflinge weiter ausgebaut. Unter landkreis-wesermarsch.de/corona/impfung-impfzentrum-brake.php kann eine Anfahrtsskizze zum Impfzentrum Brake in der Kirchenstraße 17 eingesehen werden. In einer Bildergalerie werden die im Impfzentrum von allen Impflingen zu durchlaufenden Stationen bebildert und textlich vorgestellt. Außerdem steht ein Downloadbereich zur Verfügung, der hilfreiche Informationen zu allem Wissenswerten im Zusammenhang mit den Impfungen im Impfzentrum bereithält. Sogar das von allen Impflingen vor Ort auszufüllende Anamneseblatt steht bereits zur Verfügung und kann gerne ausgedruckt und – wenn gewünscht – vorher so weit wie möglich ausgefüllt mitgebracht werden. Vor Ort stehen aber auch ausreichend Betreuungskräfte bereit, die gerne bei allen anstehenden Fragen helfen und auch sonst mit Rat und Tat zur Seite stehen.