19.07.2021 | Ortsverband Oldenburg

Johanniter aus Weser-Ems helfen im Hochwasser-Gebiet

Regionalbereitschaft fährt mit 140 Kräften nach Ahrweiler

Die Regionalbereitschaft Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe rückt am morgigen Dienstag aus ins Gebiet der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland. Ziel ist die Gemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler, die mit zu den am heftigsten betroffenen Gebieten gehört. Dort übernehmen sie von der Johanniter-Regionalbereitschaft Südniedersachsen/Harz-Heide den Betrieb eines Behandlungsplatzes 50 (BHP50). Mit dabei sind 139 Einsatzkräfte aus 16 Ortsverbänden in Weser-Ems sowie drei Mitarbeitende der Regionalgeschäftsstelle. Alle Einsatzkräfte engagieren sich ehrenamtlich. „Das wir so viele Kräfte aus so vielen Verbänden trotz der extrem kurzen Alarmierungszeit mobilisieren konnten, zeigt das hohe Engagement unserer Helferinnen und Helfer“, lobt Markus Wedemeyer, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems. „Zudem sind wir allen Arbeitgebern dankbar, die ihre Mitarbeitenden so umkompliziert freigestellt haben.“ Wedemeyer fährt in seiner beruflichen Funktion als Notarzt selber mit, geleitet wird der Einsatz von Regionalbereitschaftsführer Martin Hilse. Hilse und Zugführer Stefan Brennais vom Ortsverband Nordenham sind bereits am Montagabend als Vorauskommando Richtung Ahrweiler aufgebrochen. Zuvor hatte der Ortsverband Delmenhorst in seiner Dienststelle eine Führungsgruppe unter Leitung von Zugführer Fabian Kaczmarek eingerichtet, die die Stärkemeldungen aus den Ortsverbänden erfasst und die Einsatzkräfte nach ihren Qualifikationen zugeordnet haben.

Mit dabei sind je 14 Kräfte aus Ahlhorn und Osnabrück, sieben aus Aurich, 17 aus Delmenhorst, je zehn aus Emden, Garrel und Wiesmoor, neun vom Ortsverband Jeverland, je acht aus Nordenham und Lingen, 19 aus Oldenburg, vier vom Ortsverband Stedingen, je drei aus Varel und Wilhelmshaven sowie zwei aus Wittmund. Vom Ortsverband Hude ist Ortsbeauftragter Andreas Feige dabei. Darin inbegriffen sind die Verpflegungsgruppen Jeverland und Wiesmoor, die sich sowohl um die Verpflegung der eigenen Einsatzkräfte als auch bei Bedarf um die Verpflegung der Kräfte anderer Hilfsorganisationen oder evakuierter Personen kümmern werden. Die Motorradstaffel Ahlhorn begleitet den Einsatz mit zwei Maschinen und dient auch als Melder auf zwei Rädern. „Mit den Motorrädern kommen die Kollegen in den zerstörten Städten und Orten einfach besser durch“, erklärt Regionalbereitschaftsführer Martin Hilse. Zudem ist nicht sicher, ob Funk und Mobilfunknetz stabil funktionieren. „Dann müssen die Motorradfahrer unsere Augen sein.“ Der Ortsverband Delmenhorst stellt zusätzlich zu der Logistikgruppe, die sich um den Transport der notwendigen Materialien kümmert, auch die PSNV-Gruppe. Die Spezialisten der Psychosoziale Notfallversorgung werden sich um Einsatzkräfte und auch Bewohnende kümmern, die eine seelische Betreuung benötigen. „Wir wissen nicht, was wir dort alles sehen werden“, sagt Marcel Colter, Ortsbeauftragter des Ortsverbands Delmenhorst. Seine Logistikgruppe fährt mehrere Tonnen Material in Zielgebiet. „Wir stellen uns darauf ein, dort vollkommen autark agieren zu müssen“, erklärt Colter.