30.08.2021 | Ortsverband Ahlhorn

Die Johanniter gedenken Ulrich Lobenberg

Leiter der Motorradstaffel Ahlhorn ist Dienstag verstorben

Tief erschüttert haben wir Kenntnis erhalten vom Tod von Ulrich Lobenberg, Leiter der Motorradstaffel Ahlhorn, der am Dienstag im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Besonders lang war seine Zeit nicht bei den Johannitern, aber sehr intensiv. Und überaus erfolgreich. Nach seiner Pensionierung war der frühere Bundespolizist Ulrich Lobenberg auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Im März 2013, kurz nach seinem 61. Geburtstag, ist „Uli“, wie ihn alle nannten, Mitglied des Ortsverbands Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe geworden. Sein Ziel: der Wiederaufbau der Motorradstaffel. Die lag zu der Zeit buchstäblich am Boden, die einzige Maschine war kaum fahrbereit. Uli wusste: Wenn, dann richtig! Er wollte eine Staffel mit mindestens drei einsatzbereiten Maschinen und 16 ehrenamtlichen Fahrern und auch Fahrerinnen. Er machte sich an die Arbeit, suchte sich Mitstreiter und gemeinsam bauten sie die Staffel nach und nach wieder auf. Uli absolvierte seine Ausbildung zum Sanitätshelfer und nahm an Fachfortbildungen im Fahrsicherheitstraining für Einsatzmotorräder teil, um das dabei erworbene Wissen an seine Truppe weiterzugeben. Dabei betrachtete er die Staffel stets als festen Bestandteil der ehrenamtlichen Helferschaft des Ortsverbands Ahlhorn. Die Mitglieder nehmen an Sanitätsdiensten teil und sind Teil der SEG.

Allen voran ging immer Uli. Von vorne führen, wie er stets betonte. Auch in den Corona-Teststationen arbeitete er aktiv mit und packte an, wo immer es ging. Im Mittelpunkt seiner Engagements aber stand die Motorradstaffel. Jedes Jahr ging die Staffel von Ostern bis weit in den Herbst hinein und wenn es die Temperaturen zuließen auch im Winter auf die Bahn, bestreifte die Autobahnen 1, 28 und 29, fuhr Einsätze als First Responder, bahnte Rettungsgassen, versorgte im Stau stehende Menschen und sicherte Unfallstellen ab. Dabei retteten die Retter auf zwei Rädern auch das eine und andere Leben. Alle Einsätze waren mit der Polizei abgestimmt, so dass die Beamten stets wussten, wo die Johanniter-Staffel unterwegs war. Für Uli war klar: Wenn es um das Leben und die Gesundheit von Menschen geht, gibt es keine Konkurrenz. Er baute Kontakte zu anderen Staffeln auf und stimmte die Einsatzgebiete mit ihnen ab. Und dabei fand er immer noch Zeit, die Johanniter bei Großveranstaltungen zu repräsentieren und die Motorradstaffel als Blickfang darzustellen – und hob so lange Kinder für ein Foto auf die Maschine und wieder herunter, bis die Arme gefühlt einen halben Meter länger waren. Uli Lobenberg hatte für alle ein großes, offenes Herz und immer eine helfende, stützende Hand. Er verstarb für uns vollkommen überraschend am vergangenen Dienstag, Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie und allen, die ihn liebten und mochten.