11.08.2020 | Regionalverband Harburg

Im Einsatz für den Hausnotrufdienst

Die meisten Senioren möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Mit Hilfe von Angehörigen, einem Pflegedienst und einem Hausnotruf kann dies in vielen Fällen gelingen.

Spätestens 45 Minuten nach der Alarmierung ist Andreas Kröger am Einsatzort.

Andreas Kröger arbeitet im Hausnotruf-Einsatzdienst der Johanniter im Regionalverband Harburg. Inzwischen haben mehr als 2.000 Menschen im Landkreis Harburg und im Raum Süderelbe einen Notfallsender der Hilfsorganisation, den sie als Kette um den Hals oder als Armband tragen. Wenn ein Betroffener den Notfallknopf drückt, wird automatisch eine Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale hergestellt, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt ist. Die Zentrale stellt dem Hilfesuchenden gezielte Fragen. Bei lebensbedrohlichen Situationen wird sofort der Rettungsdienst alarmiert, in allen anderen Fällen kommt der Einsatzdienst. Dann startet Andreas Kröger. Spätestens 45 Minuten nach der Alarmierung muss der 55-Jährige am Einsatzort sein.

"Vor Ort ist Detektivarbeit gefragt"

"Der überwiegende Teil der Einsätze ist auf Stürze zurückzuführen. Oft verletzen sich die Senioren dabei und schaffen es nicht mehr, allein aufzustehen. Sie liegen dann hilflos in der Wohnung", erzählt Kröger. Für genau diesen Fall ist ein Wohnungsschlüssel beim Johanniter-Einsatzdienst deponiert. So muss zusätzlich kein Schlüsseldienst beauftragt werden und Kröger kommt zügig in die Wohnung. Was ihn dort erwartet, weiß er nie genau: "Vor Ort ist dann Detektivarbeit gefragt, denn die Zentrale hat mir den Fall nur in Kurzform geschildert. Wie es aber tatsächlich um den Hilfesuchenden steht, das kann ich erst beurteilen, wenn ich ihn sehe."

Die schönsten Einsätze sind für den Hausnotruf-Mitarbeiter die, bei denen nichts Ernsthaftes passiert sei: "Wenn ich einem Kunden nur aufhelfen muss und er dann aus vollem Herzen danke sagt – das ist ein schönes Gefühl", sagt Kröger, der in seinem bisherigen Berufsleben noch nie so viel Anerkennung und Wertschätzung wie jetzt erfahren hat.

Drei bis fünf Einsätze

Kröger ist Quereinsteiger und hat früher unter anderem auch im Hotelgewerbe gearbeitet. Heute übernimmt er bei den Johannitern 24-Stunden-Bereitschaftsdienste. Zwischen drei und fünf Einsätze arbeitet er in dieser Zeit durchschnittlich ab. "Während der Bereitschaft bin ich zu Hause – der Einsatzwagen steht vor der Tür, so dass ich sofort starten kann, wenn ein Einsatz reinkommt."

Menschen, die im Hausnotruf-Einsatzdienst arbeiten, sollten empathisch sein, zuhören und sich organisieren können. Die sanitätsdienstliche Ausbildung übernimmt die Johanniter-Unfall-Hilfe. Alle Informationen gibt es hier und per E-Mail unter: