Forsa-Umfrage zum Ehrenamt

Fast jeder Vierte engagiert sich während der Corona-Pandemie

Klicken Sie zum Download der Studie auf das Bild.

Ehrenamtliches Engagement bedeutet, Zeit, Kraft und Ressourcen für uneigennützige Zwecke aufzubringen. Wie wichtig es ist, dass Menschen sich um ihre Mitmenschen kümmern, wissen wir nicht erst seit der Corona-Pandemie, oder, ganz aktuell, seit den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Aber in Notlagen wird besonders deutlich, dass es ohne Ehrenamt nicht geht.

Im Rahmen unseres Jahresthemas wollten wir von den Menschen wissen, wie viele von ihnen sich tatsächlich engagieren, warum sie das tun und wofür sie sich einsetzen. Von denen, die sich nicht engagieren, wollten wir wissen, was sie davon abhält. Außerdem hat uns interessiert, ob die Menschen sich auch in der Pandemielage ehrenamtlich engagiert haben. Dafür haben wir das Meinungsforschungsinstitut forsa beauftragt, eine repräsentative Umfrage zu machen. Befragt wurden im Mai 2021 1.025 Personen ab 18 Jahren.

Die Umfrageergebnisse bestärken uns in dem Wissen, dass ehrenamtliches Engagement die Gesellschaft bereichert: Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten gibt an, sich im Rahmen der Corona-Pandemie ehrenamtlich engagiert zu haben. Sie haben sich zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe, als Einkaufshilfe oder in Test- oder Impfzentren eingebracht. Auch bei den Johannitern im Norden ist die Zahl der Ehrenamtlichen im Corona-Jahr 2020 von 3.826 auf 4.039 gestiegen (Stand 31.12.2020). Viele der neugewonnenen Ehrenamtlichen engagieren sich in den Testzentren, aber auch die Rettungshundestaffeln und die Sanitätsdienste konnten von neuen Ehrenamtlichen profitieren.

Losgelöst von der Pandemie gibt sogar jeder Zweite an, sich ehrenamtlich zu engagieren. Mit 55 Prozent stechen die Über-60-Jährigen besonders hervor. Eine etwas geringere Aktivität ist bei den 30- bis 44-Jährigen mit 44 Prozent zu finden – vermutlich, weil diese Altersgruppe mit Beruf und Familie besonders stark eingespannt ist. Die Gründe für ehrenamtliches Engagement sind vielfältig: Über die Hälfte (56 Prozent) gibt an, etwas für andere Menschen tun zu wollen. Jeweils 40 Prozent engagieren sich, um die Gesellschaft voranzubringen oder um mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen.

Menschen ohne Ehrenamt begründeten dies am häufigsten mit beruflichen Verpflichtungen (47 Prozent), gefolgt von familiären Verpflichtungen (30 Prozent). Die Ergebnisse helfen uns, die Beweggründe von Aktiven und Nicht-Aktiven besser zu verstehen. Wenn wir wissen, was die Menschen daran hindert, sich zu engagieren, können wir mit angepassten Angeboten besser darauf reagieren und vielleicht doch den einen oder die andere überzeugen, sich einzubringen.

Die ganze forsa-Studie zum Johanniter-Jahresthema Ehrenamt finden Sie hier zum Download.

Ehrenamtliches Engagement in Zahlen

23
Prozent der Befragten
haben sich im Rahmen der Corona-Pandemie ehrenamtlich engagiert.
50
Prozent der Befragten
engagieren sich unabhängig von der Corona-Pandemie grundsätzlich ehrenamtlich.
56
Prozent der Befragten
engagieren sich ehrenamtlich, um etwas für andere Menschen zu tun.
40
Prozent der Befragten
engagieren sich ehrenamtlich, um die Gesellschaft zu verändern.

Grafiken zur Umfrage "Ehrenamt"