17.09.2021 | Landesverband Nordrhein-Westfalen

Herrenmeister des Johanniterordens besucht Hochwasserhilfe

Dr. Oskar Prinz von Preußen war mit seiner Frau Auguste Prinzessin v. Preußen und Vertretern der Ordensregierung am 9. September zu Gast in Erftstadt und informierte sich über die Hilfe der NRW-Johanniter für Betroffene der Hochwasser-Katastrophe.

Der Herrenmeister des Johanniterordens, Dr. Oskar Prinz von Preußen (1.v.r.), bei seinem Besuch in Erftstadt-Blessem

Im Rathaus tauschten sich die Johanniter mit Erftstadts erstem Beigeordneten Jörg Breetzmann und Ordnungsdezernent Martin Gawrisch aus. Anschließend besuchten der Herrenmeister, seine Frau Auguste Prinzessin v. Preußen und Begleiter mehrere Betroffene im Stadtteil Blessem, der bei der Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli schwer verwüstet wurde.

Schwere Schäden durch das Hochwasser

Der Erste Beigeordnete Breetzmann von Erftstadt schilderte in seinem Vortrag eindrucksvoll, wie schwer das Extremwetterereignis die Stadt und die Region getroffen hat. So sei die Erft, normalerweise ein Flüsschen mit 45cm Wassertiefe, auf einen Pegelstand von 4,15m angeschwollen und habe schwerste Verwüstungen angerichtet. Schon in der Nacht seien über eintausend Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Zusammen mit Jörg Breetzmann dankte auch Ordnungsdezernent Gawrisch den Hilfsorganisationen - allen voran den Johannitern -, sehr herzlich für ihren Einsatz und lobte ausdrücklich die "tolle unbürokratische und pragmatische Zusammenarbeit mit den Johannitern". Die Johanniter würden flexibel und schnell auf die Bedarfe in Erftstadt reagieren und auch selber sinnvolle Projektideen einbringen.

Reinhold Lapp-Scheben, Regionalvorstand im Regionalverband Köln/Rhein-Erft-Kreis/Leverkusen, stellte im Anschluss den Einsatz der Johanniter in Erftstadt beim und nach dem Hochwasser vor:

  • Einsatz der Einsatzeinheit Erft ab dem ersten Tag
  • Betreuung von Evakuierten in der Notunterkunft Liblar 
  • Einsatz des Patientenbetreuungszuges 10 bei Evakuierungsmaßnahmen
  • Betreuung und Versorgung von Evakuierten in einem Kölner Hotel 
  • Rückführung von Evakuierten, insbesondere hilfebedürftigen älteren Menschen, in ihre Häuser

Rund 180 Johanniter waren zu Spitzenzeiten hier im Einsatz, darunter auch Helferinnen und Helfer aus anderen Landesverbänden. 

Mit eindrucksvollen Worten und Bildern schilderte Ute Scheben, die sich in der Hochwasserhilfe der Johanniter NRW engagiert, ihre Erlebnisse aus ihren Beratungen der Betroffenen vor Ort. Sie erzählte von den persönlichen Tragödien, aber auch der Hilfsbereitschaft der Mitmenschen und betonte, wie enorm wichtig für sie der Austausch und die Unterstützung der Johanniter und anderer Hilfsorganisationen mit Soforthilfen und Beratung ist.

Dr. Oskar Prinz von Preußen sagte: "Die Katastrophe hier vor Ort zu sehen und mit den Betroffenen zu sprechen, ist ungleich bedrückender als im Fernsehen. Die seelischen und materiellen Schäden sind katastrophal. Die tolle Arbeit der Johanniter hier für die Betroffenen steht beispielhaft für die wegweisende und sinnvolle Hochwasserhilfe aller Johanniter."

Landesvorstand Udo Schröder-Hörster dankte dem Herrenmeister, seiner Frau und den Mitgliedern der Ordensregierung für die Ehre ihres Besuchs in NRW und das aufrichtige Interesse an der Hochwasserhilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe. Er sagte: "Seit über anderthalb Jahren kämpfen wir an vorderster Stelle gegen die Corona-Pandemie, beispielsweise im nahegelegenen Hürth im viel gelobten Impfzentrum. Nun kommen noch die Herausforderungen einer Jahrhundert-Katastrophe hinzu. Wir sind sehr stolz auf die Leistungsfähigkeit unserer Johanniter in NRW: Sie leisten Tag für Tag Großes für ihre Mitmenschen!"

Bei einem Rundgang zur Abrisskante starteten die Gäste bei der Koordinierungsstelle der Johanniter für private Helferinnen und Helfern, die Johanniter seit einigen Wochen im Auftrag der Stadt betreiben. Von hier aus wird weiterhin die Verpflegung der Bevölkerung mit Essen und Trinkwasser organisiert. Auf dem Weg zur Abrisskannte im Überflutungsgebiet, die bundesweit durch die Medien bekannt wurde, trafen der Herrenmeister, seine Begleiterinnen und Begleiter Betroffene und nahm sich viel Zeit für intensive Gespräche mit ihnen. Viele Betroffene dankten den Johannitern herzlich für ihren großen Einsatz in Erftstadt.