29.10.2020 | Regionalverband Aachen-Düren-Heinsberg

Rettungshundestaffel der Johanniter in der Region nun „autark“ einsatzfähig

Die erfolgreiche Prüfung von Sarah Heibges und Feebe ist für die Rettungshundearbeit in der Region ein Meilenstein. Nun kann die Staffel fünf geprüfte Trümmersuchhunde vorweisen.

Fünf Hunde auf einem gelb anstrichenen Sprungturm in Schwimmmbad
Stolz präsentieren sich die fünf geprüften Trümmersuchhunde der Johanniter-Rettungsstaffel Aachen-Düren-Heinsberg: Stanley, Feebe, Lou (hinten sitzend), Sylla und Snickers (v.l.n.re.)

Aachener Team bestand Prüfung unter Corona-Bedingungen

Wenn Menschen vermisst werden, sind oftmals die Spürnasen der Rettungshunde gefragt. Deshalb hat Sarah Heibges aus der Rettungshundestaffel der Johanniter in der Region Aachen-Düren-Heinsberg am 18. Oktober in Wiershop bei Geesthacht an der zentralen Prüfung für Rettungshundestaffeln teilgenommen. Sie und ihre Hündin Feebe haben wie drei weitere der sechs angemeldeten Hund-Mensch-Teams der Johanniter bestanden. Sie sind somit für Such- und Rettungseinsätze in der Trümmersuche zugelassen.

„Diese erfolgreiche Prüfung ist für die Rettungshundearbeit in der Region ein Meilenstein“, erklärt Staffelleiter Norbert Schmahl. Denn nun gibt es fünf für die Trümmersuche zugelassene Teams in der Städteregion Aachen, die alle zur Rettungshundestaffel der Johanniter gehören. „Mit fünf geprüften Teams gilt eine Staffel als „autark“ und könnte theoretisch alleine in Trümmer- und Flächensucheinsätze gehen“, so Schmahl. In der Praxis wird das so nicht umgesetzt, im Gegenteil, die Rettungshundestaffeln verschiedener Organisationen und Regionen sind gut vernetzt. Sie unterstützen sich häufig auch überregional, wenn es zum Beispiel darum geht, sich bei längeren Sucheinsätzen abzulösen.

Ebenfalls überregional organisiert sind die regelmäßg stattfindenden Prüfungen für Rettungshundeteams. Eine besondere Herausforderung war die Durchführung der Prüfung unter Bedingungen und Auflagen zum Schutz vor der Pandemie. „Die gesamte Anzahl von Menschen zum Prüfungsablauf war auf 20 Personen beschränkt. Mindestabstände mussten eingehalten werden und die schriftlichen Prüfungen wurden von den Prüflingen im eigenen PKW abgehalten,“ berichtet Sarah Heibges von den Schwierigkeiten der Prüfung, zu der sie nach Norddeutschland reisen musste.

Menschen und Tier mussten im Vorfeld hart trainieren, denn die Durchfallquote liegt bei etwa 50 Prozent. In der Trümmersuche bewältigten drei von sechs Mensch-Hund-Teams die anspruchsvolle Prüfung, darunter Sarah Heibges mit Hündin Feebe. Sie können nun als ausgebildetes Rettungshundeteam zum Beispiel nach Erdrutschen bei der Suche nach Verschütteten eingesetzt werden.

Prüfung für Zwei- und Vierbeiner

Die Ausbildung zum Rettungshundeteam dauert rund zwei Jahre, die Prüfung muss alle 24 Monate aufgefrischt werden. Diese enthält theoretische Tests der Hundeführer mit Fragen zur Einsatztaktik, zu Erster Hilfe an Mensch und Tier, Wetterkunde, Karte und Kompass. Anschließend sind die Mensch-Hund-Teams gemeinsam gefordert, Gehorsam und die Gewandheit des Hundes auf beweglichen Elementen zu beweisen. Die Prüflinge müssen auf einem 800 bis 2.000 Quadratmeter großen Trümmergelände die Suche von vermissten Personen unter realitätsnahen Bedingungen zeigen.

Über die ehrenamtliche Rettungshundearbeit:

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Sie werden über die jeweilige Leitstelle angefordert, wenn es darum geht, Vermisste oder Verunglückte zu finden. Ein Rettungshund kann 40 Helfer ersetzen: In nur 20 Minuten sucht er bis zu 30.000 Quadratmeter ab. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen.