11.09.2021 | Johanniter Regionalverband Münsterland/Soest

Tag der Ersten Hilfe am 11. September

Erste Hilfe-Ausbildungen bei Münsters Hilfsorganisationen sind wieder möglich.

„Mit jedem Lockdown musste auch die Erste-Hilfe-Ausbildung aussetzen“, erklärt Barbara Allamoda, Erste Hilfe-Trainerin bei den Johannitern, „nun freue ich mich, dass der Kurskalender wieder voll ist. denn mit jeder durchgeführten Ausbildung erhöhen wir für uns alle den Schutz bei Notfällen.“

Ob zu Hause, im Job oder auf der Straße: Unfälle sind schnell passiert. Gerade die ersten Minuten nach einem Unfall können den Unterschied machen und entscheiden darüber, wie schwer die Folgen für die Unfallopfer sind. Manchmal sogar über Leben und Tod. „Helfen ist eigentlich ganz einfach. Nur trauen sich viele Menschen nicht, denn sie wissen nicht, was zu tun ist“, so Benedikt Sturm vom Deutschen Roten Kreuz. Hier setzen die Hilfsorganisationen an und vermitteln in ihren Erste Hilfe-Lehrgängen den Teilnehmenden das nötige Wissen und Handwerkszeug, um im Notfall schnell und sicher zu handeln.

Gerade weil die Teilnahmezahlen aufgrund der Corona-Einschränkungen extrem gesunken waren, ist es nun wieder Zeit durchzustarten. Doch Ilka Gröne, Ausbilderin beim Arbeiter-Samariter-Bund, hat auch Verständnis: „Nachdem wir schon über ein Jahr dazu angehalten sind, Abstand zu anderen zu halten und uns damit vor einer möglichen Covid-19-Infektion zu schützen, sehe ich die Gefahr, dass die Hemmschwelle höher geworden ist, jemandem in einer Notsituation zu helfen.“ Schließlich müsse man sich hierbei notgedrungen näherkommen. „Aber wir haben für unsere Kurse ein detailliertes Hygienekonzept erarbeitet, um ausführlich zu üben, wie wir auch in pandemischen Lagen möglichst ohne Ansteckungsgefahr Erste Hilfe leisten können.“

Es muss sich also niemand sorgen, jetzt an einem Erste Hilfe-Kurs teilzunehmen. Die maximale Teilnehmeranzahl wurde verringert, Desinfektion wird noch größer geschrieben als üblich und die Übungen wurden angepasst. Es wird weniger am Menschen und mehr an Puppen gearbeitet und mehr vorgeführt. Wo früher mehrere Personen zusammengearbeitet haben, z.B. Reanimation und Einsatz des Defibrillators, wird nun an mehreren Übungspuppen oder nacheinander gearbeitet.

Wichtig bleibt: Das Wissen um Erste Hilfe sollte regelmäßig aufgefrischt werden. Im Jahr 2020 gab es in Münster trotz eines leichten Rückgangs 1.302 Verletzte allein bei Verkehrsunfällen. Menschen, die zufällig gerade an Ort und Stelle sind, werden oft zu Lebensretter*innen in letzter Minute. Während 2019 noch über 15.000 Personen von den Hilfsorganisationen in Erste Hilfe ausgebildet wurden, waren es im Jahr 2020 coronabedingt nur noch knapp 8.300. „Die Zahlen erscheinen vielleicht sehr abstrakt, aber das sind im Ernstfall einfach weniger Menschen in den Betrieben oder im öffentlichen Raum, die wissen, was zu tun ist“, betont Britta Fabel von den Maltesern und ergänzt: „Wir möchten schnell wieder auf ein hohes Niveau zurück und freuen uns, dass die Erste Hilfe-Ausbildungen jetzt wieder angelaufen sind.“