Ärztedelegation aus Thailand besichtigt Christoph Life

Hannover, 16. Juni 2016

Die Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat eine herausragende Expertise bei der Versorgung von Unfallopfern und wird Vorbild für die größte private Klinikkette in Thailand – Bangkok Dusit Medical Services (BDMS). Eine Delegation aus Bangkok hat sich vergangene Woche die an der MHH aufgebauten Strukturen angeschaut und einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. „Wir sollen der Krankenhauskette, die 45 Krankenhäuser in Thailand, Myanmar, Kambodscha und Vietnam betreibt, mit unserem Know-How helfen, den Trauma-Service in der Hauptklinik in Bangkok und der gesamten Krankenhauskette zu verbessern und sie bei der Neustrukturierung beraten“, erläutert Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie.

Die Mitglieder der Delegation zeigten sich von den an der MHH bestehenden Strukturen zur Versorgung von schwerstverletzten Patienten beeindruckt. PD Dr. Maximilian Petri und Dr. Ulrich Zwirner präsentierten während des dreitägigen Besuches den Rettungshubschrauber Christoph 4 zur schnellen Erstversorgung von Unfallopfern ebenso wie die Notaufnahme, Operationssäle, Unfallintensivspezialstation und Forschungseinrichtungen, aber auch den Luftrettungssimulator Christoph Life in der SAN-Arena der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover sowie die Einsatzzentrale der Feuerwehr.

Dr. Christian Macke, ärztlicher Leiter Rettungshubschrauber Christoph 4, erläuterte die Geschichte des Christoph Life-Projekts und führte gemeinsam mit Marc Oliver Lüpkemann, Notfallsanitäter auf Christoph 4, sowie Notarzt PD Dr. Maximilian Petri das medizinische Material und die Ausstattung des Simulators vor. Anschließend stellten sie ein Übungsszenario – mit Rauchentwicklung in der Hubschrauberkabine – dar.

Die tailändische Delegation zeigte sich begeistert vom Christoph Life wie auch von den besonderen Trainingsbedingungen in der SAN-Arena der Johanniter-Akademie. „Wir konnten mit unseren sehr guten Ausbildungsbedingungen vor Ort überzeugen“, freute sich Akademieleiter Kersten Enke über die interessanten Gespräche mit den Kollegen aus Asien.

Für die Kooperation sind Analysen und Beratungstätigkeiten sowohl von Hannover aus als auch vor Ort in Asien geplant, aber auch die Mitgestaltung von Trauma-Kongressen in Thailand. Zudem soll ein Fellowship-Programm und gemeinsame Forschungs- und Weiterbildungskonzepte aufgebaut werden. Die Partner haben angekündigt, die Kooperation über den akuten Beratungsaspekt von zunächst drei Jahren hinaus fortsetzen zu wollen.