Austausch auf Augenhöhe

Hannover/Thessaloniki, 17. September 2018

ERASMUS-Programm: Notfallsanitäter-Azubis der Johanniter-Akademie starten mit ihrem Praktikum in Griechenland

Mit Olivenzweigen wurden die Notfallsanitäter-Azubis traditionell und typisch griechisch am Flughafen begrüßt.

Foto: Johanniter

Über den Tellerrand schauen vom 17. bis zum 29. September acht Notfallsanitäter-Azubis und zwei Lehrer der Johanniter-Akademie Niedersachen/Bremen. Ziel ist die griechische Hafenstadt Thessaloniki, wo sie dem örtlichen Rettungsdienst im Rahmen eines ERASMUS-Programms bei der Arbeit über die Schulter schauen und im Alltagsgeschäft mitanpacken werden.

Konstantinos Lazaridis, Fachlehrer Rettungsdienst an der Johanniter-Akademie, stampfte das Projekt mit dem griechischen Rettungsdienst E.K.A.B aus dem Boden. Als gebürtiger Grieche nutzte er seine Kontakte vor Ort. „Es ist wichtig, dass unsere Schüler ihren Horizont im beruflichen Alltag, auch außerhalb von Deutschland, erweitern und neue Arbeitsweisen kennenlernen.“

Statt Sonne, Strand und Meer erwartet die Gruppe ein straffes Programm, denn der Austausch ist fester Bestandteil der Ausbildung in Hannover. „Im klassischen Unterricht werden unsere angehenden Notfallsanitäter das griechische Notfall- und Kliniksystem kennenlernen“, fasst Lazaridis zusammen. Einige von ihnen erhalten als Mitfahrer auf den Motorrädern des Rettungsdienstes einen Eindruck vom Einsatzgeschehen in der Großstadt. „Das Krad wird in Thessaloniki als „First Responder“ eingesetzt“, erklärt Lazaridis. „Das sind speziell ausgebildete Sanitäter, die als Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrücken.“

Daneben ist eine gemeinsame Übung mit den griechischen Kollegen auf dem Olymp, dem berühmten Sitz der Götter und dem höchsten Gebirge Griechenlands, geplant. „Die sprachliche Barriere sollen unsere Schüler in der Praxis überwinden“, ergänzt Lazaridis.

Eine Menge Vorteile sieht der Fachlehrer auch im Hinblick auf die neue Notfallsanitäter-Ausbildung. „Die Ausgestaltung des Berufsbildes ist noch lange nicht abgeschlossen“, hält Lazaridis fest. „Wir möchten den Blick erweitern und auch neue Anregungen einholen, die uns nutzen können.“

Ein kulturelles Programm durch Thessaloniki steht darüber hinaus auf der Agenda. Neben dem Besuch des jüdischen Museums und einer Synagoge, nimmt die Gruppe auch die Stadt inklusive ihrer archäologischen Funde unter die Lupe. „Das gehört zur Identitätsbildung, die bei einem Austausch nicht vergessen werden darf“, unterstreicht der Fachlehrer. „Nur so verstehen unsere Schüler andere Handlungs- und Arbeitsweisen, die anders ausfallen, als ihre eigenen."

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