Gemeinsam Barrieren überwinden - Leben retten

Hannover/Perm, 02. September 2019

Die sechs Notfallsanitäter-Azubis flogen zum Austausch nach Perm. (v.l.n.r.:): Celine Schwarze (JUH Hildesheim), Felix Veuskens (ASB Hildesheim), Florent Banjska (ASB Region Hannover), Sarah Hönecke (JUH Hannover), Luise Henke (JUH Hannover) und Maria Svetlov (DRK Alfeld). Foto: Johanniter/Stefan Simonsen

Im Sekundentakt verlassen Rettungsfahrzeuge in Perm/Russland die Dienststellen und fahren zum Unfallort: Busunfall mit 25 Verletzten auf einer Trasse, der russischen Autobahn. Mittendrin im Einsatzgeschehen sechs Notfallsanitäter-Azubis der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen in Hannover – russische und deutsche Retter Hand in Hand fokussiert auf die gemeinsame Sache: Leben retten. Zwar alles nur eine Übung, aber im Zusammenspiel der deutschen und russischen Retter wird das Übungsszenario wie ein Realeinsatz abgearbeitet.

Von Beginn an im Einsatz

Die Großübung im 3500 Kilometer entferntem Perm war der Höhepunkt eines zehntägigen Aufenthaltes in Russland im Rahmen des Projektes „Leben Retten – eine deutsch-russische Partnerschaft“ – ein Austauschprogramm, das vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird. Auch diese Situation haben die sechs Azubis bei ihrer Studienreise (15. bis 25. August) erfolgreich gemeistert. Darunter Luise Henke (Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) Hannover), Sarah Hönecke (JUH Hannover), Celine Schwarze (JUH Hildesheim), Maria Svetlov (Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Alfeld), Felix Veuskens (Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Hildesheim) und Florent Banjska (ASB Region Hannover). Beginnend von Tag eins waren die Nachwuchsretter gefordert. Sie saßen mit den russischen Kollegen auf den Rettungswagen, sind in den Einsatz gegangen und haben in deutsch-russischer Kooperation auf den Straßen Perms Patienten mit Herzbeschwerden, Verkehrsunfällen und andere Notfallsituationen behandelt.

„Retter finden international schnell die gleiche Sprache“

„Anfangs haben wir über Gestik und Mimik kommuniziert. Die Sprachbarriere war schon sehr ungewohnt. Übersetzungsapps kamen zum Einsatz, damit wir uns irgendwie verständigen können“, sagt Celine Schwarze von den Johannitern in Hildesheim. „Der Austausch hat mir viel Selbstsicherheit gegeben“, erzählt Celine. Später sei von der Angst, etwas falsch zu machen, kaum mehr eine Spur gewesen. „Letztendlich gleichen sich die Patienten und Notfallbilder, lediglich die Versorgungsstrategien unterscheiden sich etwas. Die Nachwuchsretter stießen häufig auf Notfallequipment und Rettungsfahrzeuge 'Made in Germany', die in Russland große Wertschätzung erfahren“, ergänzt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. „Retter finden international schnell die gleiche Sprache“, berichtet er aus Erfahrung. „Wir sind stolz auf die langjährige Zusammenarbeit, die sich mit den Jahren immer weiter intensiviert“, so Kersten Enke.

Austausch zwischen deutschen und russischen Nachwuchsrettern

Seit 1995 besteht der enge Kontakt zwischen der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen in Hannover und den russischen Kollegen in Perm. Unter anderem haben die Johanniter aus Hannover bei der Gründung einer neuen Rettungsschule im Zentrum für Katastrophenmedizin unterstützt. „Mit diesem Projekt möchten wir den fachlichen Austausch von deutschen und russischen Nachwuchsrettern fördern. Aber auch eine Plattform bieten, die deutschen und russischen Rettern ermöglicht, das jeweilige Gastland kennenzulernen“, unterstreicht Kersten Enke. Im Dezember erfolgt dann der Gegenbesuch der russischen Kollegen in Hannover. Das Programm endet mit einem gemeinsamen Workshop.

Für 2020: Johanniter suchen Notfallsanitäter-Azubis

Nachwuchs für einen herausfordernden Beruf mit Zukunft gefragt
Für 2020 stehen 25 Notfallsanitäter-Ausbildungsplätze bei den Johannitern in Niedersachsen zur Verfügung. Bewerber können sich bis Ende September 2019 online bewerben. Mehr Infos unter: www.besserfüralle.de

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