In den Startlöchern

Wennigsen, 01. Oktober 2019

Foto: Johanniter

„Der Betreuungsdienst steht vor neuen Herausforderungen,“ sagt Kersten Enke von der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen in Hannover. Nicht erst, aber besonders seit den massiven Flüchtlingsbewegungen von 2015 gerate dieser Fachdienst wieder in den Fokus des Bevölkerungsschutzes.

Der Betreuungsdienst ist immer dann gefordert, wenn viele Menschen plötzlich auf fremde Hilfe angewiesen sind: Was muss getan werden, wenn der Zugverkehr zusammenbricht oder Hochwasser dafür sorgt, dass die Evakuierung ganzer Stadtteile und Landstriche notwendig ist? Die Johanniter helfen Menschen in Not – etwa mit einer warmen Tasse Tee oder Suppe, verteilen Decken und errichten Notunterkünfte mit Schlafplätzen in Turnhallen, kümmern sich dort um die notwendige Infrastruktur und haben immer ein offenes Ohr für die Hilfesuchenden.

Die Veranstalter des 3. Forums Bevölkerungsschutz legen den Fokus auf die neuen gesellschaftlichen Entwicklungen und wie auf diese zu reagieren ist.

Wie gehen wir mit ganz neuen Einsatzlagen um? Wie gehen wir mit Schutzsuchenden um, ob in Folge von Migration oder nach Störung der Infrastruktur? Wie wirkt sich die Alterung der Gesellschaft auf die Einsatzkonzepte des Betreuungsdienstes aus? Und wie sehen die Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aus?

Eine ganze Reihe von Fragestellungen, die auf dem 3. Forum Bevölkerungsschutz unter dem Titel „Betreuungsdienstliche Lagen im Bevölkerungsschutz“ zur Debatte stehen. „Wir haben eine Reihe von Dozentinnen und Dozenten gewinnen können, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten,“ sagt Heiner Mansholt, verantwortlich an der Johanniter-Akademie für den Fachbereich Bevölkerungsschutz und Einsatzdienste.

Referenten und Workshops beim 3. Forum Bevölkerungsschutz:

  • Gen. a.D. Hans-Peter von Kirchbach, Ehrenpräsident der JUH, hält das Einführungsreferat „Betreuungsdienst neu denken oder die Erweckung eines Fachdienstes aus dem Dornröschenschlaf“.
  • Mirko Temmler, Niedersächsisches Innenministerium, referiert zur Frage „Flüchtlingskrise 2015: Ein (neues) Initialereignis für den Betreuungsdienst“.

In jeweils halbstündigen Workshops geht es dann um die Beleuchtung von Schnittstellen im Einsatz:

  • Die Personenauskunftsstelle Niedersachsen (PaSt), Polizeidirektion Hannover, beschäftigt sich mit der „Zusammenarbeit im Betreuungseinsatz?!“
  • Dr. Ilsemarie Voigt, ehemalige Leiterin des Gesundheitsamtes der Region Hannover, bearbeitet die Frage „Hygiene im Betreuungseinsatz – aber wie?“
  • Gerhard Latt, Koordinator PSNV in der JUH Niedersachsen/Bremen widmet sich den „Psychosozialen Aspekten im Betreuungseinsatz.“

Im Anschluss geht es dann um den Sonderfall „Bereitstellungsraum 500“ und die vorhandenen Einsatzkonzepte und -erfahrungen in diesem Bereich:

  • Michael Matrian, THW Landesverband Bremen/Niedersachsen, berichtet über das „System Bereitstellungsraum 500“ des Technischen Hilfswerks.
  • Jürgen Teichmann, DRK Landesverband Niedersachsen e.V., stellt den „Betreuungsdienst des DRK und seine Aufgaben im Bereitstellungsraum 500“ dar.

Im Fokus steht dabei der Austausch mit Experten und Verantwortlichen, mit Vordenkern und Entscheidern. Aber auch praktische Hinweise zur Bearbeitung von Einsatzlagen stehen insbesondere in den Workshops im Mittelpunkt.

Eingeladen sind Einsatz- und Führungskräfte des Bevölkerungsschutzes, die sich im Betreuungsdienst engagieren oder einfach mehr über die Herausforderungen und die Bewältigung betreuungsdienstlicher Lagen wissen möchten. Angesprochen werden aber auch Verantwortliche aus Behörden und Verwaltungen, die wissen wollen, wie solche Lagen ganz konkret bearbeitet werden können.

Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung sind auf der Veranstaltungsseite des Forum Bevölkerungsschutz verfügbar.

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen

Büttnerstraße 19 (Brain-Park)
30165 Hannover