Gemeinsames Statement Leipziger EhrenamtskoordinatorInnen zur jüngsten Asylund Migrationsdebatte

Leipzig, 13. November 2018

Gemeinsam mit acht weiteren Organisationen und Projekten in der Leipziger Flüchtlingsarbeit hat das Patenschaftsprogramm „Ankommen in Leipzig. Paten für Flüchtlinge“ ein Statement zur jüngsten Asyl- und Migrationsdebatte verfasst:

Die verschärften öffentlichen Diskussionen zu Asyl und Migration, sowie die Ereignisse in Chemnitz undKöthen, die diesen Sommer überschattet haben, zwingen uns, die EhrenamtskoordinatorInnen in der Flüchtlingsarbeit Leipziger Vereine und Organisationen, unsere tiefste Besorgnis zum öffentlichen Ausdruckzu bringen.

Die offenkundige Aggressivität und Verrohung (der Sprache, Moral und Aktivität) in der Asyl- bzw. Migrationsdebatte, der sich bahnbrechende Rassismus, Hass und Extremismus, haben einen immensen Einfluss auf die allgemeine gesellschaftliche Stimmungslage und folglich auf unsere Arbeit.

Wir, die sich in Leipzig für Offenheit, Toleranz und Solidarität gegenüber Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte einsetzen und diese Werte als Basis für unser gesamtgesellschaftliches Miteinander voraussetzen, stehen für einen großen Teil dieser Gesellschaft.

In unseren Angeboten sind Bürgerinnen und Bürger aktiv, die sich einsetzen für ein friedliches Miteinander, die Menschen im Alltag, beim Ankommen, bei den Hausaufgaben, bei Arzt-, Schul- und Freizeitterminen unterstützen und dafür Sorge tragen, dass man Ankommende als Individuen und nicht als fremde Masse betrachtet. Wir sind die Tante von nebenan, die den Kindern deutsche Worte erklärt und der Student, der anderen die Stadt zeigt.

Wir sind ein großes leises Netzwerk von Initiativen und Bürgerinnen und Bürgern, die anpacken, Verantwortung übernehmen, Chancen schaffen und mit Liebe ihren Mitmenschen begegnen. Wir fallen nicht auf, weil wir agieren und wirken, weil wir einfach machen und dafür keine Gegenleistungen erwarten. Wir stehen der hitzigen, öffentlichen Debatte gegenüber - werden in dieser aber zu wenig wahrgenommen.

Wir fordern Anstand, Respekt und Empathie in Sprache und Handeln, auch gegenüber den zu uns Fliehenden. Alle Menschen in Politik, Wirtschaft, Medien und in der Zivilgesellschaft tragen eine Verantwortung für ein friedliches und integratives Miteinander. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, die geprägt ist von Weltoffenheit, Empathie, Miteinander und verwirklichen dies selbst.

Die gegenwärtige Stimmungsmache hat zunehmend konkrete, negative Auswirkungen auf unsere Arbeit: die Stagnation des Engagements. Als Ehrenamtskoordinatoren in der Flüchtlingsarbeit beobachten wir täglich den tatkräftigen Einsatz unserer Ehrenamtlichen, die Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und sich mit Herz, Bestimmtheit und Weitblick für die Integration von MigrantInnen und Geflüchteten engagieren. Wir wollen, dass das auch öffentlich wahrgenommen wird und wünschen uns – als Rückbesinnung auf die grundlegenden menschenrechtlichen und demokratischen Werte – wieder mehr dieser gelebten Nächstenliebe!

Von den Medien fordern wir proaktive Berichterstattung, in der Menschen, die sich engagieren und ihre vielfältigen Projekte porträtiert werden.

Von Politik und Verwaltung fordern wir sachsenweit klare Statements und Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit und die dazugehörigen hauptamtlichen Strukturen. Wertschätzung und sichere Förderungen bilden dafür die Grundlagen.

Aber auch jede Leipzigerin und jeder Leipziger kann aktiv werden und sich bei einem unserer Programme beteiligen oder sich in der Nachbarschaft für ihre/seine Mitmenschen einsetzen.

BIMD Johanniter-Akademie | Patenschaftsprogramm „Ankommen in Leipzig. Paten für Flüchtlinge“

Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA" | VILLA Lernpaten

Freiwilligen-Agentur Leipzig e. V. | Netzwerkstelle Integration

Protegat gemeinnützige UG

Wir sind Paten Leipzig

Mühlstrasse 14 e.V. | Unterwegs und angekommen

Pavillon der Hoffnung in Leipzig e.V. | PlayTogether

interaction Leipzig e.V.

Kontakt:

BIMD Johanniter-Akademie
Patenschaftsprogramm „Ankommen in Leipzig. Paten für Flüchtlinge“
Prager Straße 38, 04317 Leipzig
Telefon: 0341 308 535 10
E-Mail: integrationspaten.akademie@johanniter.de

Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA"
VILLA Lernpaten
Lessingstraße 7, 04109 Leipzig
Telefon: 0341 355 204 0
E-Mail: lernpaten@villa-leipzig.de