Patinnen und Paten erzählen

Patenschaftsprogramm - Paten erzählen

Zahlreiche Paten(-Familien) verbingen beim Sommerfest 2018 einen gemeinsamen Abend in sommerlich-entspannter Atmosphäre.

Im Patenschaftsprogramm engagieren sich seit Jahren zahlreiche Menschen ehrenamtlich für Migranten und Geflüchtete. Die Patenschaften ermöglichen ihnen freundschaftliche Kontakte und einen unkomplizierten Austausch mit den Leipzigern. Dadurch können die Migranten und Geflüchteten leichter in der Stadt ankommen und ihren Weg in die hiesige Gesellschaft und Kultur finden.


Auch für die Ehrenamtlichen – ob Studenten, Familien oder Senioren – sind diese Verbindungen sehr bedeutsam.


"Der Gewinn ist sehr groß."

„Die Begleitung von jungen Geflüchteten bedeutet für mich auf jeden Fall Zeit zu haben, Geduld aufbringen, empathisch sein und Durchsetzungsvermögen aufbringen – vor allem beim Umgang mit Behörden. Der Gewinn aber, den ich durch diese Aufgabe habe, ist sehr groß! Ich erfahre viel über die Herkunftsländer, die Kulturen und das Leben dort. Außerdem erfahre ich Wertschätzung und viel Dankbarkeit.“

Bärbel N.


"Es macht uns großen Spaß, seine Entwicklung zu sehen."

„Unsere Familie freut sich immer auf die Treffen mit Wali. Wir kochen zusammen oder gehen ins Hallenbad, Trampolinspringen, zum Fußball oder fahren auf‘s Wochenendgrundstück und schnitzen Holzfiguren. Mein Sohn ist meist dabei und da geht’s dann um andere Sachen, wie YouTube, Facebook oder die neuesten Turnschuhe. Da Wali ein ehrgeiziger und wissbegieriger Junge ist und sich für Technik interessiert, konnten wir ihm jetzt ein Praktikum in einem Ingenieurbüro in München vermitteln. Es macht uns großen Spaß, seine Entwicklung zu sehen.“

Sascha S.


"Mich haben die Kinder als Oma adoptiert."

„Voraussetzung für das Gelingen der Patenschaft ist gegenseitiger Respekt und Toleranz betreffs anderen Kulturen und Lebensweisen. Bereits beim ersten Treffen war ich sicher, es wird funktionieren, denn die Familie machte einen sehr freundlichen, harmonischen und modernen Eindruck. Oft konnte ich die Familie bei Kontakten mit Behörden, Arzt, Kindergarten, Jobcenter unterstützen. Die vielen bürokratischen Hürden sind ja selbst für deutsche Familien schwer und kompliziert. Zu den besonders schönen Seiten unserer Patenschaft gehört nicht nur, dass mich die Kinder als Oma adoptiert haben, sondern auch, dass ich zur Trauerfeier meiner verstorbenen Mutter von meinen Paten und einer ihrer Freundinnen begleitet wurde.“

Reni F.


"Ich habe auch viel von ihnen gelernt."

„Wir kennen uns schon über 3 Jahre. Mit den Jungs konnte ich mich am Anfang nur auf Englisch verständigen. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Familie, vor allem die Jungs, bald Deutsch konnten und dass sie mir vertrauen. Ein Erfolg ist auch, dass wir eine Wohnung für die Familie gefunden haben. An der Bekanntschaft mit Familie T. schätze ich besonders die Freundlichkeit, die südländische Gelassenheit und dass sie sehr kinderlieb sind. Sie wissen von Anfang an, dass sie nicht bleiben können, weil Serbien zu einem sicheren Herkunftsland zählt. Nur wann sie abgeschoben werden, das wissen sie nicht. Mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus bekommen sie auch keine Arbeit. Ich bin froh, dass sie inzwischen immer mehr ohne meine Hilfe auskommen. Ich habe auch viel von ihnen gelernt.“

Petra Z.


"Wir haben schon viel zusammen erlebt."

„Seit Januar 2016 betreue ich Familie S. aus Damaskus. Was von mir erst nur als ‚Hausaufgabenhilfe‘ für die älteste Tochter Raghad angedacht war, ist längst zu einer umfassenden Hilfe und Freundschaft mit der ganzen Familie geworden! Wir haben schon viel zusammen erlebt  - von Wohnungssuche über Elternabende in der Schule, Ferienbetreuung und gemeinsamen Festen bis hin zur Geburt eines neuen Familienmitgliedes. Ich habe in dieser Zeit viel über das Leben in Syrien gelernt, über die großartige Hilfe für Flüchtlinge, aber auch zahlreiche Hürden bei der Integration in unserem Land erlebt. Besonders stolz bin ich auf Raghad. Sie lernt sehr fleißig und gehört jetzt mit zu den besten Schülern in ihrer Klasse! Im Gegensatz zu vielen Mädchen in ihrem Alter hat sie bereits jetzt eine große Verantwortung für die Familie zu tragen und meistert diese Aufgaben hervorragend.“

Bärbel W.


"Die Patenschaft ist eine tolle Erfahrung."

„Wir kennen uns seit circa 9 Monaten, da war Rahwa gerade hochschwanger mit ihrer kleinen Tochter. Ihre Geburt und die Zeit danach waren für uns beide auf jeden Fall sehr aufregend und haben uns auch weiter zusammengeschweißt. Für mich ist es total spannend, die Kleine aufwachsen zu sehen und ich versuche Rahwa ein bisschen bei den vielen Herausforderungen zu unterstützen. Die Patenschaft ist eine tolle Erfahrung, ich lerne über Rahwa und ihre soziale Umgebung zum Beispiel viel über ihr Herkunftsland Eritrea und die Probleme und Hürden, mit denen Geflüchtete hier in Deutschland zu kämpfen haben.“

Olivia S.


"Es hat sich eine richtige Freundschaft daraus entwickelt."

„Wir haben unsere Patenfamilie Anfang 2016 kennengelernt. Wir waren ganz schön aufgeregt, da wir nicht so recht wussten, wie wir uns am besten verhalten und welche Fehler wir am besten vermeiden. Kenaneh und Aladdin haben uns diese Unsicherheit aber schnell genommen, da sie einfach herzlich, offen und sehr nett sind. Nach der ersten Essenseinladung, bei der wir lernten, dass der Teller immer wieder gefüllt wird, wenn man ihn leer isst, erzählten wir uns gegenseitig viel von uns, unserem Land und Sitten und Bräuchen. Mittlerweile hat sich eine richtige Freundschaft daraus entwickelt. Am allerwichtigsten war nun, dass die Drei im Dezember 2017 eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre bekommen haben. Wir haben uns unheimlich gefreut. Auf jeden Fall möchten wir diese Freundschaft nicht mehr missen.“

Magdalena & Florian B.

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