Ersthelferkurs für Migranten und Geflüchtete gestartet

Leipzig, 03. Juli 2020

Willkommen im Praxisunterricht: Heute haben die Teilnehmer des Kurses ZIEL (Zugänge ins Erwerbsleben) an der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland begonnen, als Ersthelfer am „lebenden Objekt“ zu üben. Ausbilder Klaus Lange vermittelte den zehn Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund erste praktische Grundlagen: Was tue ich bei einem Unfall? Wie versorge ich Wunden und Verletzungen? „Alle sind sehr aufgeschlossen, hochmotiviert und wissbegierig – es macht richtig Freude“, berichtet der Trainer.

Die acht Frauen und zwei Männer stammen aus Venezuela, Kamerun, Libyen, dem Irak und Syrien. In den kommenden Wochen erhalten sie eine umfassende Ersthelfer-Qualifizierung. „Das soll aber nur der Anfang sein“, sagt Antje Zajonz, Koordinatorin Arbeitsmarktintegration für Migranten an Campus Leipzig der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland. „Wenn die Teilnehmer den vierwöchigen Ersthelferkurs abgeschlossen haben, folgt das zweite Modul: Die Ausbildung zum Pflegehelfer in der Altenpflege – und damit die Basis für den Berufseinstieg.“

Diese Ausbildung wird bis Dezember 2020 dauern – unter anderem mit einer pflegerischen Grundausbildung, berufsbezogenem Sprachunterricht und einem Praktikum. Anschließend können die Teilnehmer als Pflegehilfskraft in der ambulanten oder stationären Pflege starten. Dann sind auch weitere berufsbegleitende Fortbildungen möglich – und es besteht die Möglichkeit bei entsprechenden Voraussetzungen eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Pflegefachkraft zu beginnen.

Für die Teilnehmer des Ersthelferkurses ist das noch ein Stück Weges, den die meisten aber unbedingt verfolgen wollen. Das ist der Sinn des Programms ZIEL, mit dem die Johanniter-Akademie über Ersthelferkurs und Pflegehelferausbildung den Berufseinstieg fördert. „Viele Migranten und Geflüchtete haben gar nicht die Möglichkeit, eine dreijährige Ausbildung abzuschließen – weil sie Kinder versorgen müssen oder Sprachkurse absolvieren“, so Antje Zajonz. „Mit ZIEL setzen wir überschaubare Einstiegshürden und ermöglichen so die schrittweise Integration in den Arbeitsmarkt – auch ohne Schulabschluss. Entsprechend groß war die Nachfrage für die jetzigen Kurse. Wir werden das Programm auch mit dem Angebot der Qualifizierung zum Rettungssanitäter auf jeden Fall weiterverfolgen!“