Über den Tellerrand der Ausbildung hinausschauen

Leipzig, 21. Juni 2018

Auszubildende übernehmen Patenschaft für jüdische Persönlichkeit

Die Auszubildenden des Kurses AP 01/17 übernehmen eine Patenschaft für die jüdische Persönlichkeit Heinrich Freier. Heute fand um 15:15 Uhr in der Münzgasse die Verlegung des „Stolpersteins“ statt.

Hintergrund des Engagements ist die Auseinandersetzung mit den Weltreligionen im Rahmen der theoretischen Ausbildung. Eine der Gruppen befasste sich intensiver mit der Entstehung, den Gebräuchen, den Ritualen und der Geschichte des Judentums. Innerhalb des Kurses keimte die Idee auf, nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft zu schauen und etwas zu bewirken. Gemeinsam mit den Dozentinnen Frau Schwabe und Frau Hartmann wurde daraufhin beschlossen, sich dem Projekt „Stolpersteine“ anzuschließen. Seit 2006 erinnern diese in die Gehwege eingelassenen Messingplatten an NS-Verfolgte.

Der am heutigen Tag verlegte „Stolperstein“ soll an Heinrich Freier, seine Frau Else sowie seine Tochter Renate erinnern. Die Familie lebte in der Münzgasse, bevor sie in eines der Leipziger „Judenhäuser“ umziehen musste. 1942 wurde die Familie Freier nach Riga, später nach Buchenwald deportiert. Nach der Auflösung des Lagers wurde Heinrich Freier auf den „Todesmarsch“ nach Theresienstadt geschickt – er kam nie an.

Wir sind stolz auf das Engagement unsere Auszubildenden, die mit dieser Aktion beweisen, dass man im Rahmen der Ausbildung am Bildungsinstitut Mitteldeutschland natürlich auch über den Tellerrand hinausschauen kann.

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