23.01.2023 | Johanniter-Schwesternschaft e.V.

Regionaltrteffen in der Region 3

Kleine Frage, große Wirkung

Manchmal reicht eine kleine Frage aus, um einen den ganzen Tag zu beschäftigen. „Erzähl doch mal, was bewegt Dich gerade?“ kann eine solche Frage sein.
Wir sind bewegt von den Herausforderungen dieser Zeit, zu denen uns keine Lösungen einfallen. Wenn nun eine Pflegedirektorin davon berichtet, dass sehr viel Kreativität gefordert ist und Weitsicht, um den Fachkräftemangel zu begegnen. Und sich das Gespräch weiterentwickelt durch die Ergänzungen aus Sicht einer Rehaklinikleitung, deren Kreativität dadurch beschränkt wird, dass der Gesetzgeber ihr nicht gestattet Träger der praktischen Ausbildung zu sein, dann sind wir mitten im Thema über das, was uns bewegt. Aus allen Blickwinkeln kamen Diskussionsbeiträge. Erfahrungen, die eine Einrichtungsleitung in der stationären Langzeitpflege macht, ergänzen sich mit den Eindrücken einer Lehrkraft in der Pflege. Die Kinästhetik Trainerin, die während der Pandemiezeit wieder zurück an das Klinikbett geht und die Arbeit an einem Impfzentrum – alles Einrücke und neue Sichtweisen, denen man staunend zuhört und nachfragt und sich am Ende über das große Thema austauscht: „Wie schaffe ich heute noch Arbeitszufriedenheit?“ Zufriedenheit entsteht auch durch ehrenamtliches Engagement, wenn man verantwortlich ist für den Gemeindebrief und von der Mitarbeiterin schwärmt, die einem auch gerne die Arbeit am PC überlässt, weil die 94-Jährige das doch nicht mehr so gut hinbekommt. Und manchmal entdeckt man trotz aller Zufriedenheit mit der täglichen Arbeit, dass es noch Themen gibt, die einen bewegen und die noch betrachtet werden wollen, wie der große Reiz einer Tätigkeit im Ausland im zivilen Friedensdienst oder den Umgang mit und die Begleitung von Sterbenden. Elena Jannemann beschäftigt sich beruflich mit der Begleitung Angehöriger von Verstorbenen. Im Regionalverband Hamburg ist das rein spendenfinanzierte Programm Lacrima angesiedelt, dass Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Begleitung durch die Trauer kostenlos anbietet. Trotz aller finanzieller Hürden gelingt es, die Arbeit am Standort auszubauen und zusätzliche Angebote zu machen. Ein absolutes Leuchtturm Projekt, das dort unter der Zusammenarbeit von Elena Jannemann und Johanniterschwester Christiane Hasenclever-Langenwieler Gestalt angenommen hat, ist die Trauergruppe „Vielfalt“. Diese Trauergruppe bietet Menschen der queeren Community einen Ort der Trauerarbeit. Wie groß der Bedarf ist, zeigt sich an der Nachfrage dieser Gruppe. Was bewegt dich also gerade? Vielleicht das Gefühl großer Dankbarkeit für ein Regionaltreffen, das am 14. Januar im Johanniterkrankenhaus Geesthacht stattfand.

Johanniterschwester Marita Neumann