Kältebus Bremen

Für die obdachlosen Menschen in Bremen im Einsatz: Unser ehrenamtlichen Helfer des Kältebusses.
Für die obdachlosen Menschen in Bremen im Einsatz: Unser ehrenamtlichen Helfer des Kältebusses.

Der Bremer Kältebus wurde 2012 als Anlaufpunkt für wohnungslose Menschen ins Leben gerufen, um sie in den Abendstunden mit warmen Getränken und heißer Suppe zu versorgen. Das war neu: In Bremen gab es zwar schon zahlreiche Einrichtungen für Menschen ohne festen Wohnsitz, doch diese waren nur tagsüber geöffnet. Mit dem Kältebus sollte diese Lücke geschlossen werden. Ab Februar 2012 hatten Wohnungslose in der Hansestadt erstmals auch nach Einbruch der Dunkelheit die Möglichkeit, sich ein wenig aufzuwärmen. Inzwischen hat sich der Kältebus als verlässliche Anlaufstelle für sie etabliert. Hier finden sie nicht nur eine warme Suppe, sondern immer auch ein offenes Ohr für ihre ganz persönlichen Sorgen und Nöte.

In Bremen gibt es geschätzte 500 bis 600 wohnungslose Menschen. Die meisten von ihnen schlafen in Notunterkünften, rund ein Viertel allerdings verbringt die Nächte im Freien. Sommers wie winters. An diese Menschen richtet sich das Angebot des Bremer Kältebusses. Viermal die Woche – montags, mittwochs, freitags und sonntags in der Zeit von 18.00 bis 22.00 Uhr – macht er Station vor dem Hauptbahnhof und bietet bei jedem Wetter kostenlos heißen Tee, Kaffee, warme Suppe, Kleidung und Schlafsäcke. Die meist zu Sanitäterinnen und Sanitätern ausgebildeten Helfenden haben darüber hinaus auch den Gesundheitszustand der Wohnungslosen im Blick. Dort, wo es angebracht ist, kann im zulässigen Rahmen auch medizinisch geholfen werden.

Das Kältebusteam

Nachdem der Kältebus im Februar 2012 als Gemeinschaftsprojekt der JUH und des Vereins für Innere Mission erstmals seine Arbeit aufnahm, wird er seit 2013 ausschließlich von den Johannitern betrieben. Mittlerweile engagieren sich mehr als 25 Johanniter in Bremen ehrenamtlich in der Kältehilfe.

Im Gepäck

Pro Einsatzfahrt werden rund 60 Personen, hauptsächlich Männer, versorgt. Pro Saison – von Oktober bis März – werden rund 300 Schlafsäcke verteilt, mehr als 6000 Suppen ausgegeben und unzählige Liter Kaffee und Tee ausgeschenkt. Seit einigen Jahren wird auch ein Zuwachs an jugendlichen bzw. jungen Wohnungslosen sowie an Menschen aus Osteuropa beobachtet. Außerdem werden an die 30 Hunde mitversorgt.
In diesem Jahr haben die Helferinnen und Helfer des Kältebusses die Wohnungslosen auch den gesamten Sommer über versorgt, da diese sehr von der Corona-Krise betroffen sind. Auf den Straßen waren kaum noch Menschen, die etwas Geld spenden oder eine Pfandflasche abstellen konnten, Touristen blieben der Stadt fern, andere Anlaufstellen mussten schließen. Aus diesem Grund hat das Team des Kältebusses Lunchpakete für die Bedürftigen gepackt und diese unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen verteilt.

Der Kältebus wird zu 100 Prozent aus Spenden finanziert und ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit organisiert. Die ausgegebene Kleidung – hauptsächlich Wintersachen – stammt aus Spenden. Die Schlafsäcke werden neu beschafft, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen einer Winternacht im Freien entsprechen. Für die Anschaffung der Lebensmittel und Kleidung braucht der Kältebus Bremen laufend finanzielle Zuwendungen. Unterstützen Sie unseren Kältebus und die wohnungslosen Menschen – mit Ihrer Spende!