Mach EINdruck in Weser-Ems

Jan Düker (links) zeigt Henning Wolff und Angela Pauka von dem GUV OL, wie die Instruktoren von „Mach EINDRUCK“ Schülern die Wiederbelebungsmaßnahmen beibringen.
Jan Düker (links) zeigt Henning Wolff und Angela Pauka von dem GUV OL, wie die Instruktoren von „Mach EINDRUCK“ Schülern die Wiederbelebungsmaßnahmen beibringen.

Unfälle können überall passieren: ob im Straßenverkehr, zu Hause oder in der Schule. Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 330.000 Menschen an den Folgen eines Herz-Kreislauf-Stillstands – das sind mehr als 900 Menschen an einem Tag. Laut dem Deutschen Reanimationsregister lag die Chance, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von einem Laien reanimiert zu werden, in Deutschland 2020 bei ungefähr 40 Prozent.

Das ist viel zu wenig!

Denn wenn das Gehirn im Notfall nicht mehr durch eine von Ersthelferinnen und Ersthelfern eingesetzte Herz-Lungen-Wiederbelegung mit Sauerstoff versorgt wird, können irreparable Hirnschäden bis hin zur Schwerstbehinderung entstehen.

Wir möchten das ändern und dabei direkt an der aussichtsreichen Stelle ansetzen: bei Kindern und Jugendlichen, unser aller Zukunft! Wenn wir unseren jüngsten Mitmenschen zeigen, wie sie am besten bei Unfällen reagieren, sind wir alle noch besser geschützt.

Der Ortsverband Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „reStart“ der Fachschaft Humanmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg das Projekt „Mach EINdruck“ auf die Beine gestellt. Wir bringen Kindern und Jugendlichen die Basic-Life-Support- oder kurz BLS-Maßnahmen bei und vermitteln ihnen somit das nötige Selbstbewusstsein, das sie für das richtige Handeln in Notsituationen brauchen. Das fördert die Arbeit im Team und stärkt damit den Klassenverbund in sich.

Den kleinen Reanimationsschein gibt es bereits ab zwei Unterrichtseinheiten. Die Kinder werden von geschulten Kräften unserer Projektbeauftragten innerhalb von zwei Schulstunden halbjährlich vom Selbstschutz bis hin zu einer Thoraxkompression vorbereitet.

Ziel ist es, jedes Jahr 5.000 Schülerinnen und Schüler im gesamten Regionalverband Weser-Ems zu schulen. 50 Studierende der Fachschaft Humanmedizin und 15 ehrenamtlich Aktive der Johanniter-Unfall-Hilfe haben sich seit Anfang des Jahres zu Instruktoren ausbilden lassen. Das Angebot ist für die Schulen sowie natürlich für die Mädchen und Jungen kostenlos und wird finanziert durch Spenden und Förderbeiträge. Jeder Teilnehmende bekommt zusätzlich zur Schulung eine spezielle Beatmungsmaske als Schlüsselanhänger. Die Masken sind nicht nur ein sinnvolles Hilfsmittel bei der Beatmung von Menschen in Notsituationen, sondern auch Erinnerungsanker der erlernten Maßnahmen.

Die Schulkinder werden zielgruppenorientiert, theoretisch wie praktisch fundiert angesprochen. Sie können sich als junge Lebensretterinnen und Lebensretter erproben und Kompetenz für den Ernstfall aufbauen. Darauf hofft auch Jan Düker vom Projektteam „reStart“ der Uni Oldenburg: „Wir produzieren hier eine Generation von Heranwachsenden, die keine Scheu vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung haben.“

Auch die Zahl der Instruktoren soll weiter erhöht werden. Bisher starteten 80 Studierende in ein Studienjahr. „Ab Herbst sind es 120“, berichtet Milena Egelkamp, Mitglied im Organisationsteam „reStart“. Motiviert seien zahlreiche. „Die meisten von uns kommen aus einem Beruf, in dem sie mit den Folgen von Notfällen konfrontiert werden, in denen die Erstversorgung funktioniert oder nicht funktioniert hat.“ Egelkamp hat eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Intensivstation absolviert, ihre Mitorganisierenden Jan Düker und Isabel Appuhn sind als Rettungssanitäter und Rettungssanitäterin im Einsatz gewesen.

Wenn wir zu einem Notfall kommen, können wir helfen.
Jan Düker, Projektteam „reStart“ der Uni Oldenburg

Entscheidend sei die Zeit zwischen dem Eintreten des Notfalls und dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Diese Minuten entscheiden oft über Leben und Tod.

Mit Ihren Spenden schaffen wir Arbeits- und Verbrauchsmaterialien an. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Unterstützen Sie uns jetzt!

So können Sie das Projekt Mach EINdruck unterstützen:

  • 6 Euro kostet die Ausbildung eines einzelnen Schülers oder einer Schülerin.
  • Mit 120 Euro könnten wir eine gesamte Klasse mit 20 Schülerinnen und Schülern ausbilden.
  • 600 Euro reichen, um einen gesamten Jahrgang einer Schule auszubilden.

Noch Fragen? Melden Sie sich einfach bei unserer Fachbereichsleitung Jugend, Frau Nicole Heemann, telefonisch unter 0152-32119444 oder per E-Mail an nicole.heemann@johanniter.de. Weiteres Informationsmaterial lassen wir Ihnen gern zukommen.