Den Menschen im Libanon beistehen

Die Johanniter-Auslandshilfe unterstützt zusammen mit der Partnerorganisation „Naba´a“ Betroffene der Explosion in Beirut

Am 4. August explodierte im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut ein Lager mit rund 2750 Tonnen Ammoniumnitrat. Nach ersten Hilfsgüterverteilungen flog Mitte August ein dreiköpfiges Expertenteam der Johanniter in das Land, um weitere Maßnahmen einzuleiten.

„Die Zerstörung in den Hafenvierteln war auch zwei Wochen nach der Explosion noch allgegenwärtig“, berichtet Linda Zimmermann, Projektkoordinatorin der Auslandshilfe für den Nahen Osten. Zusammen mit dem Logistikkoordinator Manfred Emmerling sowie dem ehrenamtlichen Soforthelfer Dr. Gerald Ripberger machte sie sich Mitte August ein eigenes Bild von der Lage. Die enorme Detonation war vergleichbar mit den Folgen eines Erdbebens der Stärke 3,5 und tötete über 200 Menschen. Mehr als 6.000 Menschen wurden verletzt.

Ein schwerer Schlag für das Land am Mittelmeer: Seit letztem Herbst leidet der Libanon unter einer schweren Wirtschaftskrise, die sich durch den Corona-Lockdown noch vergrößerte. Die Preise für Lebensmittel waren stark gestiegen, was den Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln besonders unter armen Bevölkerungsteilen gefährdet hatte. Die Explosion am Hafen zerstörte tausende Tonnen Getreide und die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung.

„Naba´a“ verteilte wenige Tage nach der Explosion Nahrungsmittelpakete an 350 betroffene Familien. Diese enthielten Nudeln, Speiseöl, Tee, Zucker, Hülsenfrüchte, Burghui und Reis. Bis in den September hinein sind weitere Hilfen geplant. 242 Familien werden Geld erhalten, um die dringendsten Bedarfe decken zu können. Die anhaltende Corona-Pandemie erschwert die Lage im Land zusätzlich. Seit dem 21. August gilt ein erneuter Lockdown im ganzen Land, nachdem die Infektionszahlen wieder stark gestiegen waren.

Um Schutzmaßnahmen und die Kenntnisse über das Coronavirus zu verbessern, führte Dr. Ripberger am 22. August einen Workshop mit medizinischem Personal in einem palästinensischen Flüchtlingslager durch. „Es ist ein generelles Wissen im Umgang mit COVID-19 vorhanden“, sagt Ripberger, der hauptamtlich für das Robert-Koch-Institut arbeitet. „Aber trotz der Enge in den Lagern tragen nur wenige Menschen Masken. Da sind noch Anpassungen nötig.“ Seit mehreren Jahren unterstützen die Johanniter „Naba´a“ bei ihrer Arbeit in den Camps. Derzeit erhalten 540 Jugendliche eine berufliche Ausbildung.

Libanon

Die Johanniter-Auslandshilfe unterstützt zusammen mit der Partnerorganisation „Naba´a“ Betroffene der Explosion in Beirut.

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